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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Endlagerung von radioaktiven Abfällen

Es ist allgemeiner Konsens in der Bundesrepublik Deutschland, dass die Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen erfolgen soll. Barrierenfunktion zur Isolation der radioaktiven Abfälle von der Umwelt übernimmt dabei das Wirtsgestein.

Endlagerstätten

Für die Endlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle; also Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung, existieren in Deutschland drei Endlagerstätten:

  • ERAM – Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben:
    Das ehemalige Salzbergwerk wurde von 1971 bis 1998 als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle der ehemaligen DDR und nach der Wiedervereinigung von Gesamtdeutschland genutzt. Seit dem Jahr 2000 läuft das Stilllegungsverfahren. Im Zuge der Stilllegung soll ein Großteil des ehemaligen Salzbergwerks mit Salzbeton verfüllt und die Schächte sowie die Einlagerungsbereiche abgedichtet werden.
  • Schachtanlage Asse II:
    Die Schachtanlage Asse II war ein ehemaliges Salzbergwerk, in dem in den Jahren 1967 bis 1978 ca. 125.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen eingelagert wurden. Das Bundesamt für Strahlenschutz untersucht derzeit drei Möglichkeiten für die Schließung von Asse II - Vollverfüllung, untertägige Umlagerung und Rückholung.
  • Endlager Konrad:
    Für die Schachtanlage Konrad, ein ehemaliges Eisenerzbergwerk, gibt es seit 2002 einen inzwischen bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss, der ihren Ausbau zum Endlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung ermöglicht. Die Arbeiten dazu sind im Gange. Nach dem derzeitigen Stand ist mit einer Fertigstellung des Endlagers nicht vor 2019 zu rechnen. Mit der geplanten Inbetriebnahme des Endlagers Konrad wird die Entsorgung von mehr als 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland sichergestellt.

Endlagerstandort

Für die Endlagerung hochradioaktiver, also Wärme entwickelnder Abfälle (bestrahlte Brennelemente und Abfälle aus der Wiederaufarbeitung) muss noch ein Endlagerstandort festgelegt werden. Bund und Länder haben Ende 2011 gemeinsam die Voraussetzungen hierfür geschaffen. Konsens ist, beginnend mit einer weißen Deutschlandkarte einen Standort für ein tiefengeologisches Endlager auf Grundlage geologisch-fachlicher Kriterien zu bestimmen. In extra eingerichteten Bund-Länder-Arbeitsgruppen werden hierfür die Vorraussetzungen geschaffen. Der dafür festgelegte Zeitplan kann auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) abgerufen werden (Link unter "Weiterführende Informationen" am Ende der Seite).

Parallel dazu wird der Salzstock Gorleben auf seine Eignung untersucht. Bis Ende 2012 soll eine vorläufige Sicherheitsanalyse zur Frage der Langzeitsicherheit erstellt werden. Danach soll diese Analyse einer Bewertung durch internationale Experten unterzogen werden.