Ratgeber Freizeit und Natur
Umweltbewusst unterwegs in den Bergen
(Aus der gemeinsamen Broschüre des Bayerischen Innen- und des Bayerischen Umweltministeriums in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein und der Bergwacht Bayern, „Bergwandern - sicher und umweltbewusst“, München 2002)
Nachdenkenswert
Die Alpen sind weltweit Erholungs- und Tourismusregion Nr. 1 (120 Millionen Gäste, 500 Millionen Übernachtungen pro Jahr). Nirgendwo genießen mehr Menschen das Erlebnis Natur. Wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Sie auch?
Tatsache ist: Längst haben die Belastungen in den Alpen Dimensionen erreicht, die folgenschwere Probleme verursachen. Wenn wir diesen Prozess umkehren wollen, kommt es auf den Beitrag jedes Einzelnen an. Denn es ist immer die Summe aller Beeinträchtigungen, die zu Belastungen führt.
Wir alles sind mitverantwortlich und müssen mehr Rücksicht nehmen:
- auf die natürlichen Ressourcen Wasser, Boden, Luft,
- auf die wild lebenden Pflanzen und Tiere und deren Lebensräume und
- auf die soziale und kulturelle Identität der Bewohner in den Alpenregionen.
Liebe Bergwanderer und Bergsteiger,
beherzigen deshalb auch Sie unsere Tipps!
Für die Anfahrt
- Am besten: Benutzen Sie, wenn immer möglich, öffentliche Verkehrsmittel.
- Lassen Sie Ihr Auto auf einem Parkplatz im Tal stehen.
- Parken der Autos an Wegrändern oder gar in Wiesen verursacht Schäden, die Natur und Landschaft beeinträchtigen.
- Fahrradfahrer und Mountainbiker: Halten Sie sich an das Wegegebot und nehmen Sie Rücksicht auf Wanderer.
- Achtung: Verzichten Sie aufs Rauchen und auf offenes Feuer. Trockene Wiesen und Wald geraten schnell in Brand.
Für den Aufstieg
- Schliessen Sie Viehgatter: Entlaufenes Almvieh kann in der Natur erhebliche Schäden anrichten und bringt dem Bergbauern oder Senner zusätzliche Arbeit oder sogar Schaden.
- Bleiben Sie auf den Wegen: Latschenfelder, alpine Rasen und Gebirgswald sind Überlebensräume der Wildtiere.
- Denken Sie daran: Alpenblumen in der Hand verblühen schnell. Verpflanzt an andere Standorte sind sie nicht überlebensfähig.
- Wildtiere reagieren auf „normales“ Verhalten der Erholungssuchenden ohne Stress. Deshalb: Nicht Flüstern, Anpirschen oder gar Verjagen. Nebenbei: Hunde sollten Sie nur an der Leine mitführen.
- Nehmen Sie besonders im Winter Rücksicht auf Wildtiere. Bei Flucht im Schnee verbrauchen die Tiere besonders viel Energie, zu deren Erneuerung in dieser Jahreszeit zu wenig Nahrung vorhanden ist.
Für den Gipfelaufenthalt
- Denken Sie daran: Die meisten Besucher suchen auf dem Gipfel die Ruhe und wollen die Faszination der Bergwelt geniessen.
- Was man hinaufgetragen hat, nimmt man wieder mit hinunter; also auch die Abfälle wieder mitnehmen.
Für den Rückweg
- Bleiben Sie auf Wegen und Pfaden, vermeiden Sie Abkürzungen. Die alpine Vegetation ist trittempfindlich. In Falllinie zum Berg entstehende Rinnen können zu Erosionen bis hin zu Hangrutschungen führen.
- Lostreten von Steinen steigert die Erosionsgefahr und gefährdet Menschen.
