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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Ratgeber Freizeit und Natur

Tipps für Skifahrer und Skilangläufer
für das richtige Verhalten und einen pfleglichen Umgang mit der Natur

In den Alpen und bayerischen Mittelgebirgen bieten ausgebaute Pisten und angelegte Loipen zahlreiche Möglichkeiten zum Skifahren und Langlaufen. Der ungebrochene Zulauf zu diesen Sportarten ist inzwischen zu einem ernsten Problem für die Natur geworden. Überfüllte Pisten und Loipen veranlassen immer mehr Wintersportler in bisher unberührte Natur vorzudringen. Gerade im Winter können solche Störungen Pflanzen und Tiere besonders beeinträchtigen. Rücksichtsvolles Verhalten der Wintersportler gegenüber der Natur ist deshalb besonders wichtig.

Beherzigen Sie zum Schutz von Pflanzen und Tieren und in Ihrem eigenen Interesse folgende Tipps für das richtige Verhalten beim Wintersport in der freien Natur:

  • Auf dem Weg zum Skigebiet
    • Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist grundsätzlich am umweltfreundlichsten, um Ihren Zielort zu erreichen! Durch Verzicht auf das Auto vermeiden Sie schädliche Abgase und helfen vor allem dem besonders gefährdeten Bergwald!
    • Wenn Sie sich doch für das Auto entscheiden, parken Sie nur auf befestigten Flächen! Auch im Winter können Sie durch „wildes Parken“ in Wiesen und an Wegrändern die Vegetation schädigen.
  • Auf Piste und Loipe
    • Bleiben Sie grundsätzlich auf befestigten Wegen, markierten Pisten oder gespurten Loipen! Das Wild hat sein Fluchtverhalten darauf eingestellt.
    • Verlassen Sie in Schutzgebieten nicht die Loipe! Sie gefährden unter Umständen trittempfindliche seltene Pflanzen und frei lebende Tiere! Aufgeschreckte Tiere - zum Beispiel das Birkhuhn, das sich im Winter bevorzugt auf locker bewaldeten Freiflächen aufhält und dort Weichlaubholz- und Beerkrautknospen äst - flüchten in dichte Wälder, wo sie ihre spezielle Nahrung nicht finden können. Zudem müssen die Tiere im Schnee besonders viel Energie einsetzen, zu deren Erneuerung in dieser Jahreszeit ohnehin zu wenig Nahrung vorhanden ist. Die Folgen sind bei Reh- und Rotwild nicht nur Verbissschäden an Jungbäumen und Baumrinde, die eine Verjüngung des Waldes - wegen der steigenden Waldschäden sehr wichtig - beeinträchtigen, sondern auch der Tod vieler Tiere durch Erschöpfung. Deshalb: Bleiben Sie auf Pisten und Loipen!

Beim Tourenfahren

  • Sie sollten grundsätzlich nur Skitouren unternehmen, wenn Sie über ausreichende Erfahrung im winterlichen Hochgebirge verfügen! Überqueren Sie keine lawinengefährdeten Berghänge, da Sie durch Lostreten von Lawinen nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen in Gefahr bringen! Lawinen schädigen nicht nur die Vegetation sehr empfindlich, sondern auch den Boden.
  • Besorgen Sie sich insbesondere als Tourenfahrer ausreichendes Kartenmaterial und bereiten Sie Ihre Tour bzw. Ihren Ausflug sorgfältig vor! Informieren Sie sich insbesondere über Tourenverlauf, Schutzgebietsgrenzen und Schutzhütten! Verfolgen Sie Wetter-, Schnee- und Lawinenlageberichte (Telefon-Ansage: 0 89/ 92 14-12 10, Telefax-Abruf: 0 89/ 92 14-11 30, Internet: http://www.lawinenwarndienst.bayern.de). Besprechen Sie Ihr Vorhaben mit Einheimischen oder erfahrenen Tourenfahrern!
  • Fahren Sie nur mit einwandfreier Skiausrüstung! Sie können dadurch Unfälle vermeiden, die insbesondere für Tourenfahrer abseits der Pisten lebensgefährlich sein können. Rettungsaktionen sind zudem teuer und können meist keine Rücksicht auf die Natur nehmen. Zudem ist bei Rettungseinsätzen das Leben der Retter gefährdet.
  • Skitouren durch den Wald sollten Sie möglichst vermeiden! Fahren Sie nicht in Jungwald ein, die Gefahr von Baumverletzungen ist dort am größten.
  • Machen Sie einen großen Bogen um Wildfütterungen und Einstände; viele Spuren weisen darauf hin! Bedenken Sie, dass Sie auch als "stiller Beobachter" ein Grund für die Flucht der Tiere sein können, die ja gerade im Winter auf besondere Rücksicht angewiesen sind!
  • Wenn Ihnen Wildtiere begegnen, pirschen Sie sich nicht an und verjagen Sie die Tiere nicht!
  • Benutzen Sie zum Aufstieg bereits vorhandene Spuren, soweit sie sinnvoll gelegt sind, und befestigte Wege! Legen Sie dann eine neue Spur an, wenn in der alten Spur Pflanzen zum Vorschein kommen! Schonen Sie Wurzeln und Zweige vor Ihren Stahlkanten.
  • Meiden Sie bei der Abfahrt ausapernde Stellen und Grasflächen, damit Sie die Vegetationsdecke nicht verletzen! Umfahren Sie vor allem früh ausapernde Südhänge, da diese in Hochlagen bevorzugte Einstandsplätze zum Beispiel für Gämsen sind!
  • Dringen Sie nicht in Latschenfelder, Dickicht, niedrige Gehölze und dichte Wälder ein! Bedenken Sie, dass die Rückzugsgebiete der Tiere sehr klein geworden sind!
  • Halten Sie sich an Wegegebote, die oft die letzte Schutzmöglichkeit für Wildtiere sind!

Wer die winterliche Landschaft liebt und als Skifahrer die sportliche Betätigung in der freien Natur sucht, muss sich darüber im Klaren sein, dass sein Sport Natur und Landschaft auch belastet. Pisten und Loipen müssen angelegt werden, Erosion des Bodens und Schäden an Wäldern können die Folge sein. Gerade im Gebirge liegt darin eine Bedrohung, wenn der Wald in seiner Funktion als Schutzwald für die Talräume durch neuartige Waldschäden gefährdet ist. Deshalb müssen Skifahrer im Gebirge und auf der Loipe im Flachland dafür sorgen, dass bei der Ausübung des Sports Schäden an Natur und Landschaft vermieden werden.

Jeder Einzelne von uns muss schonend mit Natur und Landschaft umgehen, damit wir und unsere Nachkommen auch in Zukunft darin Lebensgrundlage und Erholung finden können!