Dieselfahrzeuge und Rußpartikel-Ausstoß
Ein Dieselfahrzeug hat gegenüber einem Benzinfahrzeug ökologische Vor- und Nachteile: Dem sparsamen Kraftstoffverbrauch und dadurch reduzierten klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß stehen höhere Emissionen an Stickstoffoxiden und der zusätzliche Ausstoß an Partikeln gegenüber. Diese Emissionscharakteristik ist bedingt durch das Motorkonzept. Dieselfahrzeuge tragen deshalb mehr zur Feinstaubbelastung bei.
Beitrag zur Feinstaubbelastung
Der Beitrag des lokalen Straßenverkehrs zur Staubbelastung beträgt zwischen 10 und 30%. Etwa die Hälfte davon stammt aus den (Diesel-) Abgasen, die andere Hälfte aus Staubaufwirbelung und sekundären Quellen, wie z. B. Reifenabrieb.
Das Verhältnis der Partikelemissionen von Dieselnutzfahrzeugen zu Diesel-Pkw beträgt in etwa den Wert 2 : 1.
Bei zunehmendem Bestand an Diesel-Pkw (die Neuzulassungen betragen inzwischen mehr als 40 %) kann sich das Verhältnis bei gleichbleibender Entwicklung bis 2010 sogar umkehren.
Partikel- / Feinstaubwirkung
Entscheidenden Einfluss auf die gesundheitliche Wirkung hat die Größe von Partikeln. Je kleiner, desto kritischer für die Gesundheit. Ferner ist die chemische Beschaffenheit von Bedeutung. Ein Dieselpartikel besteht aus einem Rußkern, an den sich weitere Stoffe anlagern, wie z. B. Kohlenwasserstoffe, Schwefel, Wasser. Dem Rußkern wird krebsauslösende Wirkung zugeschrieben.
Partikelgrenzwerte
Der Partikelausstoß von Dieselfahrzeugen ist seit Einführung der Euro-Abgas-Normen zu Beginn der 90er Jahre gesetzlich begrenzt und stufenweise bis heute um 80 % reduziert worden. Der für Nutzfahrzeuge aktuelle Grenzwert Euro-4, gültig ab 01.10.2005 für die Typzulassung von Fahrzeugen bzw. 01.10.2006 für das Inverkehrbringen erfordert bereits so effektive Maßnahmen wie den Partikelfilter. Der nächste Grenzwert für PKW, Euro-5, gültig ab 2009/11 ist ebenfalls nicht ohne Partikelfilter oder andere Abgasnachbehandlungsmaßnahmen einhaltbar.
Partikelfilter
Da Lkw einen höheren spezifischen Partikelausstoß haben und der Bestand an Diesel-Pkw vor gut 10 Jahren gering war (etwa 14%), konzentrierte man sich betreffend der Partikelminderung zunächst auf Lkw. An diesen wurden Partikelfilter schon Anfang der 90er Jahre erprobt. Damals hatte man zunächst noch Probleme mit der Regeneration (dem Abbrand des gesammelten Rußes), was zu unerwünschten Nebenwirkungen wie erhöhtem Kraftstoffverbrauch geführt hat. Die einfachen "Rußsammler“ sind inzwischen verfeinerten Systemen gewichen. Die Ausstattung mit Partikelfiltern ist heute sowohl in Lkw als auch in Pkw möglich. Unter welchen Bedingungen welche Systeme eingesetzt werden und wie sie funktionieren, erfahren Sie unter "Funktionsweise von Partikelfiltern".
