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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Bewertung der Toxikologie von Diesel-Abgasen

Dieselmotorabgase sind ein komplexes Gemisch aus verschiedensten Bestandteilen in der gasförmigen oder partikelförmigen Phase. Im Vergleich zu neueren Dieselmotoren emittierten ältere Dieselmotoren aus den 1990er Jahren wesentlich höhere Mengen an Partikel. Dieselpartikel haben einen Rußkern und weisen einen mittleren Durchmesser von ca. 100 nm auf. An diesen sind eine Vielzahl organischer Substanzen adsorbiert. Der Partikel an sich wird hauptsächlich für die krebserzeugende Wirkung von Dieselruß verantwortlich gemacht. National und international sind Dieselabgase von verschiedenen Institutionen als Humankanzerogen oder wahrscheinliches Humankanzerogen eingestuft. Daneben werden lokale und systemische Wirkungen von Partikeln (insbesondere auf die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem) im Tierversuch und in epidemiologischen Studien beschrieben. Auf die vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Studie von Prof. Wichmann (Institut für Epidemiologie der GSF, Neuherberg) wird hingewiesen.

Neben den Dieselpartikeln entstehen bei Verbrennung von Dieselkraftstoff sogenannte "Sekundärpartikel“. Sie enthalten keinen Rußkern und stellen Ultrafeinpartikel dar. Ihr Durchmesser liegt im Wesentlichen bei ca. 10 bis 30 nm. Sekundärpartikel sind sehr unterschiedlich (z. B. Wassertröpfchen, Schwefelsäure, Salpetersäure). Die toxikologischen Eigenschaften dieser Partikel sind in der wissenschaftlichen Diskussion. Gesichert ist, dass sie lungengängig sind und säurehaltige Partikel lokale Reizwirkungen verursachen können.

Das Forschungsvorhaben "Vergleich der Wirkungs-Eigenschaften und der Wirkungsstärke von Dieselmotorabgasen der 1960er Jahre und heute“ ist im Auftrag des damaligen Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (heute Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit) unter Leitung von Prof. Dr. med. Helmut Greim (Institut für Toxikologie und Umwelthygiene der Technischen Universität München) in den Jahren 2002 bis 2004 erarbeitet worden. Die Studie bestätigt eine starke Abnahme der Partikelemissionen aus Diesel-Pkw, insbesondere seit den 1980er Jahren, obwohl der Anteil der Diesel-Pkw am Gesamtverkehrsaufkommen zugenommen hat. Dies wird auf die Einführung schwefelreduzierter Dieselkraftstoffe und verbesserter Motorentechnik zurückgeführt. Seit Mitte der 1980er Jahre ist laut Prof. Greim von einem auf etwa ein Zehntel verminderten Krebsrisiko durch Dieselrußemissionen auszugehen und eine weitere Abnahme wird erwartet. Dieser generelle Trend sei insofern zu begrüßen, als dadurch trotz prognostizierter Zunahme von Kraftfahrzeugen mit Dieselmotor mit einer Abnahme an emittierten Partikeln zu rechnen ist. Hinsichtlich Kanzerogenität haben beim Dieselmotor die emittierten Partikel mit Rußkern die größte Bedeutung. Jede Maßnahme zur Verminderung der Emission von Partikeln mit Rußkern führe zu einer entsprechenden Verminderung des Krebsrisikos der Bevölkerung. Der Rußpartikelfilter biete dafür hervorragende Chancen.

Die vorliegende Arbeit skizziert den aktuellen Stand von Technik und Wissenschaft und kann daher als gemeinsame Ausgangsbasis für die weitere Diskussion und Bearbeitung der Thematik dienen (Langfassung der Studie siehe nachfolgende weiterführende Informationen).