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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

„Ozonloch“ - Stratosphärisches Ozon

Warum brauchen wir eine Ozonschicht in der Stratosphäre?

Die Ozonschicht in der Stratosphäre in 15 bis 35 km Höhe ist für das gesamte Leben auf der Erde von großer Bedeutung. Sie filtert gefährliche ultraviolette Strahlung aus dem Weltall. Zu viel ultraviolette Strahlung kann beim Menschen Augenkrankheiten auslösen und Hautkrebs erzeugen. Bei Pflanzen wird das Wachstum durch erhöhte UV-Strahlung verändert. Aus verringerten Photosyntheseleistungen resultiert ein geringeres Wachstum. Deshalb wird die Ozonschicht oft als Schutzschild der Erde bezeichnet. Durch bestimmte Substanzen kann die Ozonschicht zerstört werden. Um dies zu verhindern, sind gesetzliche Vorschriften erlassen worden.


Welche Stoffe zerstören die Ozonschicht?

Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW )und ihre chemischen Verwandten, die Halone sind die maßgeblichen Substanzen, die für den Abbau der Ozonschicht verantwortlich gemacht werden. Halone sind bromhaltige Fluor- oder Chlorkohlenwasserstoffe. FCKW wurden – ohne dass deren Risiken bekannt waren - weltweit jahrzehntelang als Treibgase in Spraydosen, als Kältemittel in Kälte- und Klimaanlagen, zur chemischen Reinigung von Kleidungsstücken, zum Entfetten von Metallen und zum Aufschäumen von Schaum- und Dämmstoffen eingesetzt. Feuerlöscher wurden mit Halonen befüllt, die aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung ein drei- bis zehnmal größeres Ozonabbaupotenzial als FCKW besitzen.

Maßnahmen zum Erhalt der Ozonschicht

Grundlage für den Erlass gesetzlicher Regelungen war die Erkenntnis, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe FCKW und Halone die Ozonschicht abbauen. Als die Völkergemeinschaft deren schädlichen Einfluss auf die Ozonschicht erkannte, wurde mit Montrealer Protokoll ein Zeitplan für den weltweiten Ausstieg aus Produktion und Verwendung festgelegt.

Zur Umsetzung des Montrealer Protokolls hat die Europäische Gemeinschaft die Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 zum Schutz der Ozonschicht erlassen. Sie gibt einen stufenweisen Ausstieg für die Produktion und Verwendung von ozonschichtzerstörenden Substanzen vor. Dabei geht sie zum Teil über die Anforderungen des Montrealer Protokolls hinaus. Ergänzt wird die europäische Verordnung durch die nationale Chemikalien-Ozonschichtverordnung, die im November 2006 erlassen wurde. Diese Verordnung löst die FCKW-Halonverbotsverordnung ab, mit der bereits in der Vergangenheit ein höherer nationaler Stand gegenüber den europäischen Regelungen erzielt wurde. Durch die Chemikalien-Ozonschichtverordnung soll der nationale Stand gehalten werden und voll-zugsunfreundliche Überschneidungen, die zwischen der FCKW-Halonverbotsverordnung und der europäischen Verordnung bestanden, beseitigt werden.

Im Jahr 2007 wurde von der UN-Konferenz beschlossen, dass die Industrieländer bereits zehn Jahre früher, d.h. bereits im Jahr 2020, aus Produktion und Verbrauch von teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffen (H-FCKW) aussteigen. Das StMUG begrüßt dieses Ergebnis als wichtigen Beitrag mit doppelten Nutzen für die Umwelt: Der Schutz der Ozonschicht wird vorangetrieben und gleichzeitig werden die Triebhausgasemissionen verringert und damit auch der Klimaschutz vorbessert.

Erfolge beim Erhalt der Ozonschicht

Nach jahrelangen Meldungen über den Abbau der Ozonschicht seit Mitte der 1990er Jahre sind im Jahr 2006 erste Anzeichen einer Erholung der Ozonschicht zu sehen. Dies berichten Elizabeth Weatherhead von der University of Colorado in Boulder und Signe Andersen vom Dänischen Meteorologischen Institut in Kopenhagen im Mai 2006 in der Zeitschrift Nature. Allerdings wird eine Erholung auf das Niveau vor 1980 als unwahrscheinlich angesehen.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit sieht in der Erfolgsgeschichte des Montrealer Protokolls ein Vorbild für eine erfolgreiche Kilmaschutzpolitik. Sie sollte ihre Fortsetzung auch bei den internationalen Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen finden - und zwar unter Einbindung der weltgrößten Treibhausgas-Produzenten sowie der Schwellen- und Entwicklungsländer.