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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Klimawandel in Bayern

Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist wahrscheinlich die größte Herausforderung der Menschheit. Wissenschaftler rechnen mit weitreichenden Folgen, wenn es nicht gelingt, die globale Klimaerwärmung zu begrenzen.

Das Klima bestimmt seit Jahrmillionen das Leben auf der Erde. Mit der Industrialisierung hat der Mensch jedoch begonnen die natürlichen Kreisläufe des Klimas zu beeinflussen. Vor allem durch das Verbrennen fossiler Energieträger und die Intensivierung der Landnutzung erhöhte sich der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre.

Der Klimawandel ist auch in Bayern spürbar, vor allem in der sensiblen Alpenregion. Dort sind die Temperaturen in den letzten 100 Jahren doppelt so stark gestiegen wie im weltweiten Durchschnitt.

Die steigenden Temperaturen werden neben dem bereits heute zu beobachtenden Abschmelzen der Gletscher zu einer Verringerung der Grundwasserneubildung sowie zu abnehmenden Niederschlägen im Sommer und zunehmenden im Winter führen.

Bei einem "weiter-so-wie-bisher" besteht die Gefahr, dass bis 2100 ein Anstieg von 3 bis 5 Grad im Sommer und 4 bis 6 Grad im Winter in den Alpen erreicht wird. Dies hätte dramatische Auswirkungen auf das einzigartige alpine Ökosystem und seine Leistungen als Wasserspeicher, Erholungsraum und Lebensraum.

Blaueisgletscher, Foto: Dr. Joswig Walter

Bayerische Gletscher im Klimawandel

Gletscher sind als Trinkwasserspeicher, als Klimaarchive und weitgehend unberührte Naturwunder wichtiger Teil des sensiblen Geo- und Ökosystems Alpen.

Die Gletscher unserer Erde sind aber auch Mahnmale des Klimawandels geworden, denn sie reagieren mit beispielloser Geschwindigkeit auf die Veränderung des globalen Klimasystems. Der Klimawandel bedroht auch die fünf Alpengletscher in Bayern. Diese haben etwa mit Beginn der Industrialisierung um 1850 durch Abschmelzen deutlich an Volumen, Fläche und Länge verloren. Im Jahr 1820 erreichte die maximale Ausdehnung aller Gletscher in Bayern noch etwa vier Quadratkilometer, heute ist mit etwa 0,7 Quadratkilometer weniger als ein Viertel übrig.

Die Folgen zeigen sich hier besonders deutlich, weil sich zahlreiche empfindliche Gebiete und naturbelassene Landschaften auf relativ kleinem Raum befinden.

Die Folgen sind:

  • Zunahme der alpinen Gefahren
  • Gefährdung der Trinkwasserspeicher
  • Verstärkung der Hochwasserereignisse
  • Bedrohung der Wildbäche, der Bergwälder und der alpinen Tier- und Pflanzenwelt

Die größten Gletscher in Bayern sind der Nördliche Schneeferner und der Höllentalgletscher. Beide haben in den vergangenen 30 Jahren im Mittel über die Gletscherfläche etwa 18 Meter Eisdicke verloren. Das Blaueis im Nationalpark Berchtesgaden war 1820 mit 25 Hektar zehnmal so groß wie heute.

Im Auftrag des Umweltministeriums hat die Bayerische Akademie der Wissenschaften die bisher gewonnenen Erkenntnisse zu den bayerischen Gletschern in einem Statusbericht (siehe unter "Weiterführende Informationen") zusammengestellt.