Klimaschutz Bayern 2020
Grundsätze und Ziele bayerischer Klimapolitik
Bayern verfolgt eine vorausschauende, nachhaltige und in sich schlüssige Klimaschutzstrategie. Nur im engen Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft können wir einer gefährlichen Klimaveränderung entgegenwirken. Natürliche Ressourcen sind für Bayerns Wirtschaft und für die Lebensqualität der Menschen ausgesprochen wichtig.
Dazu zählen alle Arten von
- Rohstoffen,
- Energiequellen wie Sonne oder Wind,
- Umweltmedien wie Boden und Wasser,
- biologischen Ressourcen einschließlich biologischer Vielfalt sowie
- Land und Flächen.

Der Klimawandel ist ein globales Problem mit regionalen Konsequenzen. Bayern ist mit seiner sensiblen Alpenregion besonders betroffen. Schon heute haben die Klimaveränderungen Auswirkungen mit erheblicher – positiver wie negativer – Bedeutung für langfristige Geschäftsstrategien und unternehmerische Entscheidungen. Betroffen sind zum Beispiel Unternehmen aus den Branchen Verkehr, Energie und Tourismus. Die Klima-Anpassungsprozesse leisten an dieser Stelle Vorsorge und können zum Motor eines nachhaltigen Wirtschaftens werden. Klimaschutz setzt damit wichtige Investitionssignale für Innovationen und technologischen Fortschritt.
Insgesamt beruht die Klimaschutzstrategie Bayern 2020 auf drei Säulen:
- Reduktion der Treibhausgas-Emissionen
- Anpassung an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels
- Unterstützung dieser Ziele durch Forschung und Entwicklung
Ambitionierte Ziele zur Verringerung der CO2-Emissionen sind ein entscheidender Treiber für den Umbau der Energieversorgung. Für Bayern als exportorientiertes Hochtechnologieland eröffnen sich durch Umwelttechnologien bedeutende Märkte und Zukunftsperspektiven. Aus Gründen der Ressourcenschonung ist es ökologisch wichtig und ökonomisch richtig, fossile Energieträger einzusparen, effizient zu nutzen und durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen.
Nachhaltige Ressourcennutzung
Jede Ressourcennutzung ist mit mehr oder weniger starken Belastungen für die Umwelt verbunden. Bayern steht vor der Herausforderung, den erreichten hohen Wirtschafts- und Lebensstandard der Bürgerinnen und Bürger bei knappen Ressourcen zu erhalten und noch weiter zu verbessern sowie gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sich der Zustand der Umwelt nicht verschlechtert. Diese Ziele konkurrieren nicht miteinander, sondern sie ergänzen sich bei generationenübergreifender Betrachtung. Weiteres Wachstum und Wohlstand für alle sind weltweit nur bei gesteigerter und nachhaltiger Ressourceneffizienz möglich. Bayern will hier eine Vorreiterrolle einnehmen.
Im "Klimaprogramm Bayern 2020" sind die Ziele auf das Jahr 2020 ausgerichtet. Bei veränderter Stromversorgung – wie es das Bayerische Energiekonzept "Energie Innovativ" vorsieht – wird der Energieträger Erdgas stärker zum Einsatz kommen. Dies kann zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen in Bayern führen (ca. 6 bis 8 Millionen Tonnen jährlich). Um die Klimaschutzziele nicht zu gefährden, müssen die höheren Emissionen in den Verbrauchssektoren Wärme und Mobilität kompensiert werden. Dabei wird auch ohne Nutzung der Kernenergie am ehrgeizigen Ziel festgehalten, die energiebedingten Treibhausgase bis 2020 auf unter sechs Tonnen pro Einwohner und Jahr zu senken. Längerfristig sollte das Fünf-Tonnen-Ziel angestrebt werden.

Bayerische Klimaschutzziele
Die Bayerische Staatsregierung hat ihre Klimaschutzpolitik seit langem mit konkreten Zielen hinterlegt, die in alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche integriert werden sollen:
Bereich Reduktion:
- Verringerung der jährlichen energiebedingten CO2-Emissionen je Einwohner auf deutlich unter sechs Tonnen bis 2020
- Steigerung der Energieproduktivität um 30 Prozent bis 2020
- Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 20 Prozent
- Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 50 Prozent bis 2021
- Nutzung des Potenzials zur Steigerung der Stromerzeugung aus Wasserkraft unter Berücksichtigung der Belange von Wasserwirtschaft und Naturschutz
- Erhöhung des Beitrags der Tiefengeothermie auf knapp ein Prozent am Gesamtenergieeinsatz und rund 0,6 Prozent am Stromverbrauch bis 2021
- Erhöhung des Anteils der Biomasse am Stromverbrauch auf knapp zehn Prozent
- Reduzierung des Wärmebedarfs in Gebäuden um 20 Prozent und des industriellen und gewerblichen Prozesswärmebedarfs um 15 Prozent bis 2021.
Bereich Anpassung:
- Bestmögliche Anpassung aller klimasensitiven und verwundbaren Bereiche in Bayern an die Folgen des Klimawandels
Im September 2009 hat die Staatsregierung die "Bayerische Klima-Anpassungsstrategie (BayKLAS)" vorgestellt. Ziel ist die Motivation aller Akteure, sich selbstständig für die Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels zu engagieren. Dies soll durch moderne und praxisnahe Instrumente wie Vernetzung aller Beteiligten, Dialog und Information, zielgerichtete Forschung, Aus- und Fortbildung sowie finanzielle Förderung erfolgen. Die Staatsregierung ergänzt damit die vom Bundeskabinett im Dezember 2008 beschlossene "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel".
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit setzt auf breite Kooperationen und schafft als starker Partner in der Gesellschaft Bewusstsein. Auch weil die Menschen bereit sind einen Beitrag zu leisten, bleibt der Klimaschutz ein vorrangiges Ziel, nicht zuletzt auf internationaler Ebene.
Weiterführende Informationen
Links
- Kommunaler Klimaschutz
- Emissionsrechtehandel: Bekanntmachung
- Informationen zu Darlehen und förderfähigen Vorhaben im Umweltkreditprogramm Klimaschutz für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs)
- Energie Innovativ
Publikationen
Download
- Bavarian Climate Programme 2020 (
1 MB) - Klimaschutzkonzept der Bayerischen Staatsregierung - Fortschreibung 2003 (PDF, 83 KB)
- Klimaschutzkonzept der Bayerischen Staatsregierung - 2000 (PDF, 92 KB)
- Treibhausgase (PDF, 147 KB)
- Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change) (PDF, 52 KB)



