Was ist Gentechnik?
Von der Molekulargenetik zur Gentechnik
Mit gentechnischen Verfahren können vorteilhafte Erbeigenschaften gezielt auf einen Organismus übertragen werden. Damit führt die Gentechnik schneller als herkömmliche Züchtungsverfahren zum gewünschten Ergebnis. Die Entdeckung, dass der genetische Code universell für alle Lebewesen gilt, eröffnete zudem die Möglichkeit, DNA auch über biologische Artgrenzen hinweg zu übertragen. So konnte z. B. das Humaninsulingen in Bakterien eingebracht werden; diese werden in großen Fermentern vermehrt und produzieren im industriellen Maßstab Insulin, auf das 500.000 Zuckerkranke in Deutschland täglich angewiesen sind.
Allgemein umfasst der Begriff Gentechnik alle Techniken, mit deren Hilfe DNA in vitro neu kombiniert und auf einen anderen Organismus übertragen werden kann. Im Gegensatz zu früheren Möglichkeiten (z. B. Zucht, Auslösung von Mutationen durch Chemikalien oder Strahlung mit anschließender Selektion), ist mit Hilfe der Gentechnik der gezielte Eingriff in die DNA möglich.
Entgegen der herkömmlichen Züchtung, bei der alle Eigenschaften der Elternteile kombiniert werden, ist gentechnisch eine Auswahl der gewünschten Eigenschaften möglich.Veränderungen (Mutationen) finden auch ohne den Eingriff des Menschen in der Natur dauernd statt. Das Erbgut ist von Natur aus kein statisches Gebilde, sondern ein dynamischer Stoff, der einem steten Wandel unterliegt. Diese Veränderbarkeit ist die Voraussetzung für die Entstehung der Artenvielfalt im Verlauf der Evolution. Vor allem bei Bakterien findet die Übertragung von Genen von einer Art zur anderen auch in der Natur statt.
