Integrierte Produktpolitik (IPP): Nachhaltiges Handeln auf Produktebene
IPP in der Praxis: Pilotprojekte in Bayern
Bayern redet nicht nur über IPP, sondern gestaltet dieses Handlungsfeld aktiv und praktisch mit. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) fördert in erheblichem finanziellen Umfang Pilotprojekte, in denen Methoden, Techniken und Instrumente zur praktischen Umsetzung von IPP jeweils an konkreten Beispielen aus der Praxis untersucht und entwickelt wurden. Seit 2000 wurden insgesamt 16 Projekte gemeinsam mit der bayerischen Wirtschaft durchgeführt, wovon inzwischen 13 erfolgreich abgeschlossen sind (siehe Pilotprojekte der IPP unter "Weiterführende Informationen" am Ende dieser Seite).
Die Forschungsvorhaben decken wesentlich folgende Aktionsfelder ab:
- Identifikation, Anwendung und Weiterentwicklung von Grundlagen, übertragbaren Methoden, Techniken und Instrumenten zur praktischen Umsetzung der IPP
- Schaffung von Demonstrationsobjekten und -produkten als konkrete Beispiele für IPP-gerechtes Handeln
- Bedeutende bayerische Wirtschaftsbranchen, z. B. Bau, Automobil, Sport/Freizeit, Haushalt, Informationstechnologie, Gesundheit, Papier sowie Kommunen, z. B. Beleuchtung
- Unternehmen unterschiedlicher Größenklassen, von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis zu Global Playern
- Verschiedene Produktsysteme, z. B. Investitionsgüter, Ge-/Verbrauchsgüter, Dienstleistungen
- Integration etablierter (Umwelt-) Managementsysteme in das Konzept der IPP
- Untersuchung von Marketingstrategien für ein umfangreicheres Angebot an unter IPP-Aspekten hergestellten Produkten
Regelmäßige Partner in den Forschungsvorhaben sind die Akteure, die Produktsysteme entlang ihres Lebenswegs durch ihr Handeln wesentlich beeinflussen (können): Unternehmen, Wissenschaft, Handel, Entsorger, Dienstleister, Serviceanbieter und die Umweltverwaltung, außerdem fallweise Nichtregierungsorganisationen. Die Förderung durch das StMUG erstreckt sich in der Regel auf die Aufwendungen eines (wissenschaftlichen) Projektkoordinators, der für die Erarbeitung übertragbarer Ergebnisse der gemeinsamen Projektzielsetzung verantwortlich ist. Die beteiligten Projektpartner tragen ihre Aufwendungen grundsätzlich selbst, profitieren naturgemäß aber von der exemplarischen Anwendung am konkret betrachteten Beispiel-Produktsystem. Die Ergebnisse und gewonnenen Erfahrungen der Forschungsvorhaben werden der Öffentlichkeit als Leitfäden für die praktische Umsetzung und Anwendung zur Verfügung gestellt. Aktuelle Ausschreibungen für IPP-Forschungsvorhaben können dem Ressortforschungsplan entnommen werden.

