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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Umwelt-Lexikon

Sammelstelle

Zwischenlager, in dem regional Abfälle angenommen und zu größeren bedarfsgerechten Transporten zur Entsorgungsanlage zusammengestellt werden.

»Sanfte Energie«

Damit bezeichnet man die Energiearten, die die Umwelt nicht unmittelbar belasten und sich immer wieder von selbst erneuern, also unbegrenzt vorhanden sind. Dazu gehören z.B. die Sonnenenergie, die Windenergie, die Wasserenergie, die Bioenergie, die geothermische Energie (Wärme aus der Erde) und die Gezeitenenergie (alternative Energie , Erneuerbare Energie).

»Sanfte Technologie«

Sie umfaßt alle technischen Möglichkeiten, mit deren Hilfe man die »sanften Energien« nutzbar machen kann und von denen keine oder nur geringe Beeinträchtigungen für die Umwelt ausgehen (z.B. Solartechnik).

»Sanfter Tourismus«

Während der Tourismus auf eine intakte Natur und Umwelt angewiesen ist, führt er andererseits auch zu Umweltbelastungen. Dieser Zusammenhang steht im Mittelpunkt der seit einigen Jahren intensiv geführten Diskussion zum Thema »Tourismus und Umwelt«. In dieser Diskussion wurde der Begriff »sanfter Tourismus« geprägt. Hinter diesem Schlagwort steckt die Forderung, den Tourismus in all seinen Erscheinungsformen so umwelt- und sozialverträglich wie möglich zu gestalten, verträglich für die Natur in den Zielgebieten und für die »Bereisten«, also die Menschen, die in den Zielgebieten leben. »Tourismus im Einklang mit der Natur« ist seit langem ein zentrales Anliegen bayerischer Fremdenverkehrs- und Umweltpolitik.

Sanierung

Altlastensanierung

Sanierungsmaßnahmen

Bei der Sanierung von Altlasten unterscheidet man Dekontaminationsmaßnahmen und Sicherungsmaßnahmen.

Sanierungsplan

Im S. ist darzulegen, dass die vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen geeignet sind, dauerhaft Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für den Einzelnen oder die Allgemeinheit zu vermeiden. Darzustellen sind insbesondere auch die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Umwelt und die voraussichtlichen Kosten sowie die erforderlichen Zulassungen.

Sanierungsuntersuchung

Bei der S. ist insbesondere zu prüfen, mit welchen Maßnahmen eine Altlastensanierung erreicht werden kann, inwieweit Veränderungen des Bodens nach der Sanierung verbleiben und welche rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Gegebenheiten für die Durchführung der Maßnahmen von Bedeutung sind.

Sanierungsziel

Zulässige Restkonzentrationen und/oder Schadstofffrachten im Bodenmaterial oder Wasser nach einer Sanierungsmaßnahme. Die Werte sind auf die örtlichen Randbedingungen des Einzelfalls abzustimmen.

Saprobiensystem

System zur Beurteilung der biologischen Gewässergüte von Fließgewässern. Es beruht auf dem Vorkommen unterschiedlich anspruchsvoller Organismenarten in Fließgewässern.

Sauberhaltung der Natur

Jeder einzelne kann einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem er die Natur nicht als großen Mülleimer betrachtet, sondern selbst sauberhält. Umwelttip: Bei jedem Ausflug in die freie Natur mit gutem Beispiel vorangehen: Plastiktüten, Getränkedosen und sonstigen Freizeitmüll einsammeln und zur nächsten Mülltonne bringen die Mühe lohnt sich!

Sauerstoff

ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas und das Element, das auf der Erde am häufigsten vorkommt. 89% des Wassers und 50% der Erdkruste bestehen aus Sauerstoff, den die Pflanzen mit Hilfe von Blattgrün und Licht erzeugen. Alle Tiere und Menschen, aber auch die Pflanzen selbst (bei Nacht) brauchen Sauerstoff zum Leben. Schließlich wird Sauerstoff für jede Verbrennung (Feuer) und für viele weitere chemische und industrielle Prozesse benötigt.

Sauerstoffbedarf

Allgemein: Maß für die Schmutzbelastung eines Abwassers. Man unterscheidet den biochemischen Sauerstoffbedarf - meist als BSB5 ausgewiesen - sowie den chemischen Sauerstoffbedarf (CSB).

Saurer Regen

ist nicht nur eine der Ursachen für das Baumsterben, sondern er läßt auch wertvolle Kunstdenkmäler und historische Bauwerke »zu Gips zerfallen« (z.B. Kölner Dom). Schuld daran sind Schwefeldioxid (SO2) und Stickstoffoxide, die bei der Verbrennung von Öl und Kohle entstehen. Diese giftigen Stoffe gelangen in die Atmosphäre, lösen sich in den dort schwebenden Wassertröpfchen auf und fallen als Säure in Form von »saurem Regen«, Nebel oder Tau auf die Erde zurück. Durch moderne Entschwefelungsanlagen in Kohlekraftwerken und Industrieanlagen sowie die Verwendung schwefelarmer Kraftstoffe wurde der Eintrag von SO2 in die Umwelt in den letzten Jahren drastisch vermindert. In Zukunft kommt es vor allem darauf an, die Stickstoffoxid -Emissionen aus dem Verkehrsbereich zu vermindern.

 

Schädliche Umwelteinwirkungen

Immissionen sind schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, wenn sie nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft herbeizuführen (§ 3 Abs. 1). Eine schädliche Umwelteinwirkung liegt hiernach nicht erst dann vor, wenn ein Schaden eingetreten ist oder unmittelbar bevorsteht, sondern wenn bei objektiver Betrachtung Störungen ernsthaft in Betracht kommen. Da es in einem Gemeinwesen nicht möglich ist, jede Beeinträchtigung des Wohlbefindens im Zusammenleben von Menschen zu untersagen, werden im Bundes-Immissionsschutzgesetz nur erhebliche Belästigungen als schädliche Umwelteinwirkungen qualifiziert. Unter Nachteilen im Sinne des § 3 Abs. 1 sind in erster Linie Vermögenseinbußen zu verstehen; auch sie müssen einen bestimmten Grad (»erheblich«) erreichen, um vom Gesetz erfaßt zu werden. Belästigungen und Nachteile sind erheblich, wenn sie das Gemeinwohl beeinträchtigen oder für die Nachbarschaft unzumutbar sind.

Schädlinge

Wenn Tiere, in der Regel Insekten, in großer Zahl auftreten, können sie schädlich für die Nutzpflanzen des Menschen werden. Besonders anfällig für Schädlinge sind Monokulturen. Schädlinge können mit chemischen Mitteln (Insektizide), durch Mischkultur und mit natürlichen Mitteln (z.B. Brennesselsud) bekämpft werden.

Schadstoffe

In der Umwelt vorkommende Stoffe, von denen schädliche Wirkungen auf Lebewesen oder andere Stoffe ausgehen. Zu den Schadstoffen zählen u. a. Schwermetalle wie etwa Cadmium, Gase und Kohlenwasserstoffe. Verursacht werden Schadstoffe durch Fabriken, Kraftwerke, Kraftfahrzeuge und Haushaltsheizungen. Sie können von Mensch und Tier mit der Atmung, über die Haut oder über die Nahrung (Nahrungskette), von den Pflanzen über Nadeln, Blätter oder Wurzeln aufgenommen werden. Saurer Regen begünstigt diesen Vorgang.

Schalldämmung

Reflexion, das heißt Umlenkung des Schalls, um ihn von schützenswerten Einrichtungen fernzuhalten. Das geschieht durch schwere Bauelemente wie Wände, aber auch durch Türen und Fenster von Gebäuden oder auch durch Lärmschutzwände im Freien. Das zugrundeliegende Prinzip ist, daß das dämmende Bauteil wegen seiner Massenträgheit durch den einfallenden Luftschall selbst nur zu relativ sehr kleinen Schwingungen angeregt werden kann. Das wiederum bewirkt im Vergleich zum einfallenden Schall eine nur sehr geringe Schallabstrahlung und das auch auf der abgeschirmten Seite. Bei Lärmschutzwänden im Freien ist die Dämmwirkung dadurch begrenzt, daß der Schall sich auch seitlich um Hindernisse herum ausbreitet.

Schalldämpfer

vermindern gezielt die Schallausbreitung in Rohrleitungen und Gebäudeauslässen für Gase, Dämpfe und Flüssigkeiten. Absorptions-S. bestehen in der Regel aus einem mit Schallschluckstoffen ausgekleideten Kanal, der das mediumführende Rohr ummantelt, wobei durch Reibungsverlust Schall in Wärme umgewandelt wird (Schalldämpfung). Drosseldämpfer hingegen arbeiten mit porösem, durchlässigem Material, mit dem der Querschnitt eines Rohres ausgefüllt wird. Zum einen wird dadurch wiederum Schall in Wärme überführt, zum anderen die Fließgeschwindigkeit im Rohr vermindert. Beides führt zur Schallminderung. Reflexions-S. bedienen sich der Reflexion von Schallwellen zur Schallquelle zurück (Antischall). Erreicht wird dies durch Einbauten ins Rohr, an denen die Schallwellen zurückgeworfen werden und sich teilweise gegenseitig auslöschen. Anwendung findet dieses System beispielsweise bei Auspuffanlagen.

Schalldämpfung

Verminderung der Schallausbreitung in festen Körpern, in der Luft und sonstigen Gasen. Das zugrundeliegende Prinzip ist die Erhöhung der inneren Reibung eines Materials, so daß die Umsetzung der durch die Druckschwankungen, d.h. den Schall bedingten Schwingungsenergie in Wärmeenergie vergrößert wird. Die gewünschte Energieumwandlung erreicht man durch Änderungen an der Materialstruktur von Behältern oder Motoren. Beispiele: Ersatz von geringelastischen (»harten«) Stoffen - bei Gewährleistung der geforderten Festigkeit - durch elastischere, Beschichtung von geringelastischen Stoffen mit elastischen Stoffen (Entdröhnungsmittel) bzw. Unterbrechung von harten, unelastischen Stoffen durch elastische, beispielsweise mit Hilfe von Gummifedern (Schalldämpfer).

Schalldruckpegel

Kenngröße für die Beurteilung von Luftdruckschwankungen, vorwiegend im Hörbereich des Menschen. Einheit des S. ist das Dezibel. Errechnet wird der S. aus dem logarithmischen Verhältnis eines zu messenden (Wechsel-)Schalldrucks p zu einem festgelegten Bezugsschalldruck po (Verhältnis: 20 lg p/po).

Schallschutzfenster

Ihr Einbau empfiehlt sich in Gebäuden an verkehrsreichen Straßen und Plätzen, wenn aktive Schallschutzmaßnahmen an der Quelle bzw. am Emissionsort nicht ausreichen. Sie sind je nach Dämmwirkung in sechs Schallschutzklassen eingeteilt. Die luftschalldämmende Wirkung kommt im wesentlichen durch Dicke und Art der Verglasung zustande. Werkstoff und Konstruktion des Fensterrahmens sowie die Sorgfalt des Einbaus in die Maueröffnung nehmen aber auch Einfluß darauf. Mehrscheibenverglasungen, möglichst mit unterschiedlichen Scheibendichten, erhöhen den schalldämmenden Effekt, wobei Abstände von weniger als 10 mm kaum Verbesserungen der Dämmwirkung erbringen.

Schlacke

S. oder Aschen sind Rückstände aus Verbrennungsvorgängen entweder aus dem Kraftwerksbereich (Stein- und Braunkohlekraftwerk) oder beispielsweise aus Hochöfen bzw. Müllverbrennungsanlagen. Besonders bedeutsam für den Umweltschutz sind die S. aus MVAs. Bei der Müllverbrennung fallen pro Tonne Abfall rund 250 bis 350 kg davon an. Diese sind - wie die Abfälle selbst - von äußerst unterschiedlicher Zusammensetzung, was den Gehalt an Mineralstoffen, Eisenschrott, Wasser und Schwermetallen betrifft. Vor einem Einsatz als Baustoff im Straßen- und Wegebau muß deshalb eine Schlackeaufbereitung erfolgen, die häufig in eigens dafür errichteten Anlagen erfolgt. Anforderungen an eine schadlose Verwertung legen die Technischen Regeln der LAGA fest.

Schmetterlinge

haben von jeher fasziniert. Trotzdem: Von über 2 900 Schmetterlingsarten sind über 50% gefährdet. Wie alle Insekten spielen sie für die Befruchtung der Blütenpflanzen eine wichtige Rolle. Jede Schmetterlingsraupe ist auf bestimmte Pflanzen zur Nahrung angewiesen so können Schmetterlinge nur dort leben, wo diese Pflanzenstandorte erhalten bleiben.

Schulgarten-Wettbewerb

Die Bayerischen Staatsministerien für Landesentwicklung und Umweltfragen und für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst schreiben alle drei Jahre den Wettbewerb »Natur im Schulumfeld« aus. Der Wettbewerb verfolgt folgende Ziele: Impulse zur lebendigen und naturnahen Gestaltung des Schulumfeldes geben, eine Mitnutzung durch die Allgemeinheit vorsehen, das Schulumfeld als unmittelbaren Erlebnis-, Erfahrungs- und Gestaltungsraum für schulische Umwelterziehung nutzbar machen, bei den Schülern das Bewußtsein für den Wert der natürlichen Umwelt und die Freude an ihr fördern, die Bemühungen des Schulträgers um ein ökologisch gestaltetes Schulumfeld sichtbar machen, Aufwandsträger zur Unterstützung bei der Gestaltung von Schulgärten und Schulhöfen anzuregen. Der nächste Wettbewerb wird im Jahre 2000 ausgeschrieben werden. Teilnahmeberechtigt sind Volksschulen und Förderschulen, Realschulen und Gymnasien.

Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen

sind Maßnahmen, die Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für den einzelnen oder die Allgemeinheit verhindern oder vermindern, insbesondere Nutzungsbeschränkungen.

Schutzgrundsatz

Durch industrielle und gewerbliche Anlagen dürfen keine schädlichen Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden (Schutzgrundsatz). Diese Schutzpflicht steht in der Tradition des deutschen Gewerbepolizeirechts und zielt ausschließlich auf Gefahrenabwehr. Diese ist gemäß ihrer Herkunft zeitlich und örtlich begrenzt, so daß die Schutzpflicht die von der konkreten Anlage hervorgerufenen Veränderungen der Immissionssituation im konkreten Einwirkungsgebiet im Auge hat und nur auf die hierdurch bewirkte Gefahr zielt.

Schutzgüter

Von der Rechtsordnung geschützte Güter des Einzelnen (z.B. Leben, Gesundheit, Eigentum) oder der Allgemeinheit (z.B. Reinheit der Gewässer).

Schutzwald

Wälder, die eine besondere Funktion erfüllen (Lebensraum für gefährdete Tiere und Pflanzen, Erholung für den Menschen, Schutz vor Lawinen, Erosion und Erdrutsch) können zu Schutzwäldern erklärt werden (Rodungsverbot).

Schwefeldioxid

(SO2) ist ein farbloses, stechend riechendes Gas. Es entsteht überwiegend als unerwünschtes Nebenprodukt bei der Verbrennung schwefelhaltiger, fossiler Energieträger wie Kohle oder Öl. Bei verschiedenen industriellen Prozessen wie Eisen- und Stahlerzeugung, Zellstoffproduktion oder Erdölverarbeitung wird Schwefeldioxid ebenfalls freigesetzt. SO2 ist in der Atmosphäre einer Reihe von Umwandlungsprozessen unterworfen, als deren Folge beispielsweise schweflige Säure, Schwefelsäure, Sulfite, Sulfate u. a. Stoffe entstehen können. Diese führen vermischt mit Wasser und Salpetersäure (Stickstoffoxide) zur Bildung des sauren Regen, der für das Waldsterben mitverantwortlich ist. Natürliche Vorkommen an Schwefeldioxid finden sich u. a. in vulkanischen Gasen und teilweise im Erdgas. In der Atmosphäre anzutreffendes SO2 stammt aber ganz überwiegend (95%) aus der Kohle- und Erdölverbrennung. Einschneidende gesetzliche Maßnahmen zur Entschwefelung von Verbrennungsanlagen waren daher erforderlich. Sie wurden im wesentlichen im Bundesimmissionsschutzgesetz (TA Luft) und in der Großfeuerungsanlagenverordnung festgeschrieben. Es konnte dadurch erreicht werden, daß die SO2-Emissionen in Deutschland von rund 3,7 Mio t im Jahre 1970 auf etwa 1 Mio t im Jahre 1990 zurückgingen.

Schwel-Brenn-Verfahren

Beim S. handelt es sich um ein vergleichsweise neues, kombiniertes Verfahren zur Abfallbehandlung. Der Abfall wird dabei nicht verbrannt, sondern einer Pyrolyse unterzogen, das entstehende Schwelgas anschließend einer Hochtemperaturverbrennung zugeführt und energetisch genutzt. Die erste nach dem S.-Verfahren arbeitende Anlage in Deutschland ging 1997 in der mittelfränkischen Stadt Fürth in Betrieb und wurde Anfang 1999 nach vergeblichen Verhandlungen über eine Nach- oder Umrüstung der Anlage im Einvernehmen zwischen Betreiber und Hersteller stillgelegt.

Schwerkraftabscheider

werden als bewährtes Verfahren der Abluftreinigung zur Entstaubung spezieller größerer Staubpartikel (0,02 mm) eingesetzt. Je nach eingesetzter Technik unterscheidet man Querstrom-, Gegenstrom-, Umlenk- und Ringspaltabscheider. Das Prinzip ist überall das gleiche: Der Gasstrom wird entweder umgeleitet, dieser Bewegung kann der Staub nicht folgen und sinkt ab, oder die Anlagenbauweise begünstigt das Absinken der Staubpartikel gemäß der eigenen Schwerkraft des Staubteilchens (Zyklon).

Schwermetalle

Hierzu zählt man ca. 60 Metalle, die eine größere Dichte als 4,5 g/cm3 haben. Einige S. dienen Mensch, Tier und Pflanze als unentbehrliche Spurenelemente, so z.B. Eisen, Kobalt, Nickel, Mangan, Zink, Kupfer und Molybdän, andere belasten die Umwelt. Zu ihnen gehören u. a. Cadmium, Quecksilber, Chrom, Nickel, Thallium oder Blei. S. gelangen als Emission über den Abfall, das Abwasser oder Flugstäube aus der Verbrennung in die Umwelt und bergen für die menschliche Gesundheit je nach Metall akute oder schleichende Gefahren.

Seen- und Flußkonferenzen

Übergeordnetes Ziel der Seen- und Flußkonferenzen ist die fachübergreifende und überörtliche Abstimmung der an die Gewässer gestellten jeweiligen Nutzungsansprüche mit den Belangen von Ökologie und Umweltschutz als wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. In einem ersten Schritt (Auftaktkonferenz) werden die unterschiedlichen Anliegen und Probleme im Sinne einer fachübergreifenden Bestandsaufnahme erfaßt, um dann in weiteren Schritten (z.B. Folgekonferenzen zu bestimmten Fachthemen) Handlungsvorschläge und konkrete Maßnahmen zur Lösung der bestehenden Konflikte zu erarbeiten und zu einer gemeinsamen Verständigung über die zukünftige Entwicklung des Gewässers zu finden. Bisher wurden Seen- und Flußkonferenzen mit Erfolg neben der im jährlichen Turnus stattfindenden Chiemseekonferenz am Ammersee, am Kochel- und Walchensee, am Starnberger See sowie für den Bereich der oberen Isar durchgeführt.

Selbstreinigung

Als S. der Gewässer wird der natürliche Abbau organischer Belastungen bezeichnet. Im Verlauf der S. werden die natürlichen Schmutzstoffe von immer größeren Organismen verzehrt, abgebaut oder festgelegt - zuletzt vom Endglied der aquatischen Nahrungskette, dem Fisch.

Selbstreinigungskraft

Gelangen organische Schadstoffe in ein Gewässer, werden sie dort mit Hilfe von pflanzlichen und tierischen Organismen sowie Sauerstoff abgebaut und unschädlich gemacht. Diesen Vorgang nennt man Selbstreinigung. Verfügt ein Gewässer über zu wenig Sauerstoff oder ist die Schadstoffmenge zu hoch, reicht die Selbstreinigungskraft zur Behebung des Schadens nicht mehr aus (Umkippen von Gewässern).

Seveso

ist der Ort in der Nähe von Mailand, wo 1976 nach einer Explosion in einer chemischen Fabrik große Mengen des giftigen TCDD in die Umwelt gelangt sind. Dabei wurden auf einer großen Fläche Pflanzen und Tiere vernichtet und auch Menschen gesundheitlich geschädigt. Ein großer Teil des mit TCDD kontaminierten Bodens mußte ausgetauscht und vernichtet werden.

Seveso-II-Richtlinie

Richtlinie 96/82/EG des Rates vom 09.12.1996 zur Beherrschung der Gefahren bei schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen, umgesetzt in deutsches Recht durch die Störfall-Verordnung.

Shredder

Anlagen zum Zerkleinern von Schrott, in erster Linie von Autowracks. Das Einsatzgut kann ohne Vorzerkleinerung in die Hammermühle aufgegeben werden. Es zerschlägt, zerreißt oder zerkleinert die Metallteile in etwa faustgroße Stücke. In einem nachgeschalteten Verfahrensschritt werden hochwertige Eisenschrotteile und Nichteisenmetalle aussortiert und wiedergewonnen. Holzteile werden zerfräst. S. sind sehr geräuschintensiv und gehören nicht zuletzt deshalb zu den genehmigungsbedürftigen Anlagen nach der 4. Verordnung des BImSchG.

Sicherheitsmanagementsystem

Das S. enthält die managementspezifischen Verfahren und Prozesse, die der Betreiber eines Betriebsbereiches, der der Störfall-Verordnung unterliegt, zur Verhinderung von Störfällen und zur Begrenzung ihrer Auswirkungen eingeführt hat. Das S. regelt folgende Punkte: Orga-nisation und Personal, Ermittlung und Bewertung der Gefahren von Störfällen, Überwachung des Betriebs, sichere Durchführung von Änderungen, Planung für Notfälle, Überwachung der Leistungsfähigkeit des S., systematische Überprüfung und Bewertung.

Sicherungsmaßnahmen

sind Maßnahmen, die eine Ausbreitung der Schadstoffe langfristig verhindern oder vermindern, ohne die Schadstoff zu beseitigen.

Sick Building Syndrom

Sammelbegriff für ein Krankheitsbild, das vor allem bei Beschäftigten in modernen Geschäfts- und Verwaltungsräumen auftritt. Auslöser für die Krankheitssymptome sind häufig defekte oder schlecht eingestellte Klimaanlagen. Auch Ausdünstungen von Chemikalien (Formaldehyd) aus Teppichen oder Möbeln werden als Auslöser für die Beschwerden diskutiert. Sie äußern sich in vielerlei Form: Als Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Augenreizung oder Atembeschwerden. Häufig ist es schwierig, eine direkte Ursache-Wirkungskette aufzufinden. Jeder Fall bedarf genauer Einzelanalyse.

Sickerwasserprognose

Abschätzung der von einer altlastverdächtigen Fläche oder Altlast ausgehenden oder in überschaubarer Zukunft zu erwartenden Schadstoffeinträge über das Sickerwasser in das Grundwasser, unter Berücksichtigung von Konzentrationen und Frachten und bezogen auf den Übergangsbereich von der ungesättigten zur wassergesättigten Zone.

Sickerwasserreinigung

Reinigung und Aufbereitung von Abwässern, die vorwiegend auf Deponien enstehen (Deponiesickerwasser).

Siedlungs- und Verkehrsfläche

Die S. setzt sich zusammen aus der Gebäude- und zugehörigen Freifläche, der Betriebsfläche (ohne Abbauland), der Erholungsfläche, der Verkehrsfläche sowie der Friedhofsfläche. Die S. ist nicht gleichzusetzen mit der versiegelten Fläche (Flächenversiegelung), da hier auch Flächen für Hofräume, Grünflächen, Seitenstreifen u.a. enthalten sind. Bei der Umwandlung von freier Fläche in S. spricht man auch von Flächenverbrauch.

Siedlungsschwerpunkte

In den großen Verdichtungsräumen in Bayern werden auf Grund der vielfältigen Verflechtungen statt der Ausweisung zentraler Orte der unteren Stufe Siedlungsschwerpunkte ausgewiesen, die Siedlungseinheiten innerhalb der großen Verdichtungsräume mit starken Beziehungen zur Kernstadt darstellen. Siedlungsschwerpunkte haben im Gegensatz zu zentralen Orten in der Regel keinen exakt abgrenzbaren Verflechtungsbereich. Innerhalb der Verdichtungsräume soll die Konzentration der Siedlungstätigkeit und der Versorgungseinrichtungen vorrangig in diesen Gebieten erfolgen, bei Bedarf auch zur Entlastung der Kernstadt. Durch ihre Lage an Haltepunkten von Massenverkehrsmitteln soll zum einen ihre verkehrs- und versorgungsmäßige Integration in den Gesamtraum erleichtert werden, zum anderen der Siedlungsdruck auf die zwischen den Verkehrsachsen liegenden Freiflächen genommen werden.

Sievert

ist die Maßeinheit für die von ionisierender Strahlung hervorgerufene Strahlendosis (Dosis). Frühere Bezeichnung: rem (1 Sv = 100 rem).

Smog

ist eine Zusammensetzung aus den englischen Wörtern »smoke« (Rauch) und »fog« (Dunst, Nebel). Smog ist eine Mischung aus natürlichem Nebel, Rauch und Abgasen und ist deswegen umwelt- und gesundheitsgefährdend. Neuerdings unterscheidet man zwischen »Wintersmog« und »Sommersmog«. Wintersmog entsteht bei winterlichen Inversionswetterlagen und bewirkt eine sichtbare Verunreinigung der Luft über städtischen und industriellen Ballungsräumen. Daneben gibt es auch noch den sogenannten Sommersmog oder »Los-Angeles-Smog«, bei dem an sommerlichen Schönwetterlagen aus den Auspuffabgasen der Autos Ozon gebildet wird. Sommersmog ist aber nicht nur auf die Ballungsräume begrenzt, sondern tritt großräumig auf. Zur Reduzierung von Sommersmog ist eine Verminderung der Autoabgase (Drei-Wege-Katalysator) erforderlich. UMWELTTIP: Smog läßt sich auch vermeiden oder verringern, wenn man bei entsprechenden Wetterlagen das eigene Auto oder Motorrad stehen läßt und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigt.

SNCR-Verfahren

Maßnahme zur Entstickung von Rauchgasen. NOx-Reduktion meint zwar die Entfernung aller Stickstoffoxide, doch sind bei Verbrennungsvorgängen NO (95%) und NO2 die wichtigsten Vertreter. Das selektive, nicht-katalytische Reduktionsverfahren (SNCR-Verfahren) ist ein trockenes Rauchgasreinigungsverfahren, bei dem Ammoniak oder Harnstoff in den Abgasstrom eingedüst wird. Reaktionsprodukte sind Stickstoff und Wasserdampf. In der Praxis von noch größerer Bedeutung ist das SCR-Verfahren. Es handelt sich dabei um die selektive katalytische NOx-Reduktion. Im Prinzip funktioniert dieses Verfahren ähnlich dem SNCR-System. Zum Einsatz kommt allerdings ein Katalysator (Waben- oder Plattenbauweise), der zumindest für einen der Reaktionspartner (Ammoniak / Stickstoffoxide) die Aktivierungsenergie herabsetzt, was sich in einer beschleunigten Umsetzung in Stickstoff und Wasserdampf niederschlägt. Neuerdings werden diese Verfahren, die sich in Kraftwerken bewährt haben, in Kfz (Nutzfahrzeugen) erprobt (Denox-Kat).

Solarenergie

Die Sonnen- (oder Solarenergie) ist ein dem Menschen unbegrenzt zur Verfügung stehender Energieträger. Die Sonne schickt Strahlen mit einer Leistung von maximal 1.000 W/m2 an wolkenlosen und minimal etwa 20 W/m2 an trüben Tagen auf die Erdoberfläche. Diesen Energieträger ohne Schadstoffpotential gilt es zu nutzen. Dabei stehen thermische Verfahren in Form von Sonnenkollektoren zur Verfügung, photovoltaische Verfahren (Photovoltaik) zur Stromerzeugung mit Solarzellen oder die passive Sonnenenergienutzung durch geschickte architektonische Bauweise und Standortwahl von Gebäuden.

Solartechnik

Darunter versteht man alle technischen Möglichkeiten und Einrichtungen zur Nutzung der Sonnenenergie, z. B Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung. Die Lichtenergie kann mit speziellen Solarzellen unmittelbar in elektrische Energie umgewandelt werden, etwa für den Betrieb von Taschenrechnern. Die Solartechnik ist erst in der Entwicklung, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung als Ersatz für fossile Energie. Die Solartechnik gehört zu den »sanften Technologien« .

Solarzelle

S. bestehen aus Halbleitermaterialien (z.B. Silizium, Germanium, Galliumarsenid etc.), die das Sonnenlicht absorbieren (Absorption) und in Gleichstrom umwandeln. Diese direkte Umwandlung von Licht in elektrische Energie in einem Festkörper wird als photovoltaischer Effekt bezeichnet (Photovoltaik). Die Lichteinstrahlung setzt im Halbleiter negative und positive Ladungsträger frei. Ein internes elektrisches Feld trennt diese Ladungsträger. Auf diese Weise entsteht eine elektrische Spannung zwischen den Metallkontakten, die an der Oberfläche der Solarzellen angebracht sind. Wird der äußere Kreis geschlossen, so fließt ein elektrischer Gleichstrom. Die weitaus meisten heute hergestellten S. bestehen aus Silizium. Für eine breite Marktdurchdringung im Strommarkt stellt der hohe Strompreis aus Solarzellen von etwa 2 DM pro kWh noch immer ein entscheidendes Hemmnis dar. Nur durch Weiterentwicklung der Zellen, Massenproduktion und Markteinführungsprogramme, und angemessene Vergütung des ins öffentliche Stromnetz eingespeisten Solarstroms wird sich dies ändern lassen (Stromeinspeisungsgesetz).

Sonderabfall

Aufgrund seiner Konsistenz oder seines Schadstoffgehalts nicht zusammen mit Siedlungsabfällen entsorgbarer, in der Regel besonders überwachungsbedürftiger Abfall. Beispiele: Säuren, Laugen, Salze, lösemittelhaltige Schlämme, Öl-Wasser-Gemische, krankenhausspezifische Abfälle, Galvanikschlämme, schwermetallhaltige Stäube und Schlacken. In Bayern sind in den Jahren 1986 bis 1997 durchschnittlich ca. 600 000 Tonnen S. pro Jahr angefallen.

Sonderabfalldeponie (SAD)

Besonders überwachungsbedürftige Abfälle (Sonderabfall) werden je nach Beschaffenheit entweder in oberirdischen S. oder in Untertagedeponien entsorgt. Die Technische Anleitung Abfall (TA Abfall) stellt technische Anforderungen an den Sonderabfall und seine Inhaltsstoffe. Erfüllt ein Sonderabfall diese Kriterien nicht, muß er vorher thermisch (Drehrohrofen), oder phys.-chem. so behandelt werden, daß er den Vorgaben der TA Abfall entspricht. Andernfalls bleibt nur der Weg in die Untertagedeponie. Für SAD hat der Gesetzgeber außerdem besondere Anforderungen hinsichtlich der Standortbedingungen, des geologischen Untergrundes und der Lage zum Grundwasser sowie zu Trinkwasserschutzgebieten formuliert. Für die Deponieabdichtungssysteme (Untergrund- und Oberflächenabdichtung) sind Kombinationen aus einer mineralischen und einer Kunststoffbahn vorgeschrieben, auch gleichwertige Alternativabdichtungen sind zulässig.

Sonderabfallentsorgung

Sonderabfall kann nicht zusammen mit Siedlungsabfall entsorgt werden und ist deshalb regelmäßig von der Entsorgungspflicht der entsorgungspflichtigen Körperschaft ausgeschlossen. Die S. ist somit grundsätzlich Aufgabe des Abfallerzeugers als Verursacher. Zur Sicherstellung einer umweltverträglichen S. ist in Bayern ein hauptsächlich von der öffentlichen Hand getragenes System geschaffen worden, das insbesondere kleinen und mittleren Betrieben zu gute kommt. In einer privatwirtschaftlichen Kooperation von Staat, Kommunen und Wirtschaft ist die Aufgabe der S. in Bayern der GSB - Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH übertragen worden. Gemäß diesem System ist einerseits die GSB verpflichtet, notwendige Entsorgungsanlagen zu errichten und zu betreiben, und andererseits ist die Wirtschaft verpflichtet, zu beseitigende Sonderabfälle dieser Gesellschaft zu überlassen. Damit erfreut sich die bayerische Wirtschaft einer umfassenden Entsorgungssicherheit bei angemessenen Kosten.

Sonderabfall-Verbrennungsanlage

Anlage zur thermischen Abfallbehandlung für Sonderabfall. Sonderabfälle sind vorwiegend flüssiger und pastöser, aber auch fester Konsistenz. Für derartige Abfälle hat sich der Drehrohrofen als universell einsetzbare Verbrennungseinrichtung bewährt. Pastöse und feste Abfälle werden im Drehrohr bei Temperaturen um 900°C und Aufenthaltszeiten zwischen 30 und 60 Minuten verbrannt. Die anschließende Nachbrennkammer, in der maximale Temperaturen von 1 200°C bis 1 300°C erreicht werden, dient der Verbrennung der vergasten oder eingedüsten flüssigen Abfälle. Die nachfolgende Reinigung des Abgases über mehrstufige Reinigungs- und Waschanlagen gewährleisten eine Emissionsminderung gemäß den strengen gesetzlichen Bestimmungen (17. BImSchV). Die entstehenden Rückstände (z.B. Filterstäube) werden in der Regel in untertägigen bergbaulichen Hohlräumen als Stützmaterial (Bergversatz) verwertet, die Rückstände aus dem Verbrennungsteil (Schlacke) in Sonderabfalldeponien abgelagert. Die in den Abfällen enthaltene Energie wird als Prozeßdampf oder elektrischer Strom genutzt.

Sonnenkollektor

Ein S. - auch Solarkollektor genannt - ist ein Energiewandler. Umgewandelt wird die einfallende Sonnenenergie in thermische Energie, die ein Wärmeträger aufnimmt. Die weiteste Verbreitung hat bisher der Sonnenflachkollektor gefunden. Er besteht aus einem Absorber zur Nutzwärmeabgabe, dahinter aus einer Wärmedämmung und schließlich einem Gehäuse mit transparenter Abdeckung, in dem alle Elemente untergebracht sind. Dieser Kollektor wird auf Dächern oder anderweitig geneigt angebracht, daß sowohl direktes als auch diffuses Sonnenlicht auf den Absorber auftreffen kann. Der Absorber wird vom Wärmeträgermedium - entweder Wasser oder Luft - durchströmt. Dabei erwärmt sich das Medium und führt die Wärme zur Warmwassererzeugung in einen Speicher ab.

SPA (Special Protected Areas)

Die sog. SPA-Gebiete (Special Protected Areas=Vogelschutzgebiete) nach der EG-Vogelschutz-Richtlinie bilden zusammen mit den Gebieten nach der EU-FFH-Richtlinie das europäische Naturschutzprojekt "Natura 2000".

Spaltprodukte

heißen die Teilchen, die bei der Spaltung von Atomkernen (z.B. in einem Kernreaktor) gebildet werden. Die meisten Spaltprodukte sind radioaktiv (Radioaktivität).

Sperrmüll

Nach TA Siedlungsabfall umfaßt Sperrmüll feste Abfälle, die wegen ihrer Sperrigkeit nicht in die Restmüllbehälter passen und deshalb getrennt vom sonstigen Hausmüll gesammelt und transportiert werden. Häufig ist die Möglichkeit gegeben, den S. im Bringsystem am Recyclinghof abzugeben.

Stand der Technik

ist nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ein Kriterium zur Beurteilung der Frage, ob eine Maßnahme zur Begrenzung von Emissionen praktisch und nicht erst nach Durchführung langwieriger Entwicklungsvorhaben geeignet ist. Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus dem allgemeinen technischen Entwicklungsstand. Sie setzt nicht voraus, daß das konkrete technische Problem bereits in allen Einzelheiten gelöst ist. Vergleichbare Verfahren, Einrichtungen und Betriebsweisen sind zwar ein Anhaltspunkt, aber nicht Voraussetzung für die Bejahung des S. in Bezug auf eine Emissionsbegrenzungsmaßnahme. Auf keinen Fall müssen sich Vergleichsanlagen bereits im Betrieb - u.U. während eines längeren Zeitraumes bewährt haben.

Stau

entsteht meistens durch Berufsverkehr in den Ballungsräumen, aber auch an Wochenenden und zu Ferienbeginn/-ende durch Freizeit- und Urlaubsverkehr auf Autobahnen und Bundesstraßen. Durch den Stop-and-go-Verkehr entstehen überproportional mehr Schadstoffe als bei flüssigem Verkehr (zweimal soviel Kohlendioxid, zweimal soviel Kohlenmonoxid und viermal soviel Kohlenwasserstoffe). Nur die Stickstoffemissionen sinken auf ein Viertel. UMWELTTIP: Gerade in Städten lassen sich Staus vermeiden, wenn man möglichst viel die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt und auf das eigene Auto verzichtet oder bei kürzeren Strecken auf das Fahrrad umsteigt.

Stickstoff

ist ein farb- und geruchloses Gas, das nicht brennbar ist. Es ist ein Hauptbestandteil der Luft und wird unter anderem zur Herstellung von Düngemitteln gebraucht. Pflanzen brauchen Stickstoff, um wachsen zu können.

Stickstoffoxide

Chemische Bezeichnung NOx. Sammelbezeichnung für alle Oxide des Stickstoffs wie z.B. Stickstoffmonoxid NO, Distickstoffoxid N2O und Stickstoffdioxid NO2. S. entstehen vor allem als ungewollte Nebenprodukte bei Verbrennungsprozessen mit hohen Temperaturen sowohl in Kraftfahrzeugmotoren und Kraftwerken wie auch in der chemischen Industrie bei der Düngemittelherstellung. S. greifen die Schleimhäute der Atmungsorgane an und begünstigen Atemwegserkrankungen. S. sind auch für Pflanzen schädlich (besonders in der oxidierten Form als Salpetersäure im sauren Regen) und tragen in der Atmosphäre zur Bildung von Ozon und anderen Photooxidantien und damit auch zur Bildung des Sommersmogs bei.

 

Störfall

Laut Störfall-Verordnung wird ein Störfall als ein Ereignis definiert, (z.B. eine Emission, ein Brand oder eine Explosion gößeren Ausmaßes), das sich aus einer Störung des bestimmungsgemäßen Betriebs in einem Betriebsbereich oder einer Anlage ergibt, das unmittelbar oder später innerhalb oder außerhalb des Betriebsbereichs oder der Anlage zu einer ernsten Gefahr oder zu erheblichen Sachschäden führt und bei dem ein oder mehrere gefährliche Stoffe beteiligt sind. Was ist eine ernste Gefahr ? Gemäß Störfall-Verordnung eine Gefahr, bei der das Leben von Menschen bedroht wird oder schwerwiegende Gesundheitsbeeinträchtigungen von Menschen zu befürchten sind, bei der die Gesundheit einer großen Zahl von Menschen beeinträchtigt werden kann oder bei der die Umwelt, insbesondere Tiere und Pflanzen, der Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und Sachgüter geschädigt werden können, falls durch eine Veränderung ihres Bestandes oder ihrer Nutzbarkeit das Gemeinwohl beeinträchtigt würde. Für Kernkraftwerke ist unter S. ein Ereignisablauf zu verstehen, bei dessen Eintreten der Betrieb der Anlage aus sicherheitstechnischen Gründen zwar nicht fortgeführt werden kann, für den die Anlage jedoch ausgelegt ist (Auslegungsstörfall).

Strahlenexposition

Einwirkung ionisierender Strahlung. Je nach Strahlenquelle wird zwischen natürlicher und künstlicher (zivilisatorischer) Strahlenexposition unterschieden. Die natürliche S. wird durch die kosmische und terrestrische Strahlung sowie durch die Einwirkung des überall vorkommenden radioaktiven Edelgases Radon, die zivilisatorische durch medizinische Anwendungen (Röntgenstrahlen, Nuklearmedizin) sowie durch Forschung oder industrielle Anwendungen (z.B. Kernkraftwerke) bedingt.

Strahlenschutz

Unter S. versteht man Maßnahmen zum Schutz des Menschen und seiner Umwelt vor den schädlichen Wirkungen ionisierender Strahlung (z.B Röntgen-, Alpha-, Beta-, Gammastrahlung). Einzelheiten regeln Atomgesetz und Strahlenschutzvorsorgegesetz sowie Strahlenschutzverordnung und Röntgenverordnung. Zentrale Anlaufstelle für alle Belange des S. auf Bundesebene ist das Bundesamt für Strahlenschutz, das auch die Geschäftsstelle der Strahlenschutzkommission beherbergt.

Strahlenschutzkommission

Die Strahelnschutzkommission berät das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in allen Angelegenheiten des Schutzes vor ionisierenden und nichtionisierenden Strahlen. In der Regel besteht die S. aus 14 Experten, die besondere Erfahrungen auf einem der folgenden Fachgebiete besitzen: Strahlenmedizin, Radioökologie, Strahlenbiologie, Strahlenrisiko, Strahlenschutztechnik, Notfallschutz, Nichtionisierende Strahlung. Die Mitgliedschaft in der S. ist ein persönliches Ehrenamt. Die Mitglieder sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden.

Sträucher

sind das »Zuhause« von vielen Kleintieren. Außerdem sind Sträucher wie Bäume Sauerstoffproduzenten. Umwelttip: Keine Sträucher unnötig entfernen oder beschädigen, weil sonst der Lebensraum für viele Tierarten zerstört wird. Einheimische Sträucher verwenden.

Streusalz

versickert mit dem Schmelzwasser im Boden und zerstört dort die Wurzeln der am Straßenrand wachsenden Pflanzen. Jedes Jahr sterben durch die Folgen der Salzstreuung viele Bäume und Sträucher. Streusalz kann auch das Grundwasser belasten und bringt die Metallteile der Autos zum Rosten. Wegen der Gefährlichkeit des Streusalzes beschränken heute schon viele Gemeinden seine Anwendung im Winterdienst. Die Industrie hat ungefährliche Streumittel entwickelt, die man an dem aufgedruckten Umweltzeichen erkennen kann.

Streuwiesen

gehören zu den Feuchtgebieten. Sie sind auf Niedermooren entstanden und müssen in ein- bis mehrjährigen Abständen jeweils im Herbst gemäht werden (das Mähgut wurde früher als Stallstreu verwendet »Streu«-Wiese). Sie sind Standort für über 30 vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten, darüber hinaus auch Lebens- und Nahrungsraum für viele gefährdete Tierarten. Werden Streuwiesen trockengelegt oder gedüngt, so gibt es für viele dieser Arten keine Überlebensmöglichkeiten mehr.

Stoffflussmanagement

Stoffstrommanagement

Stoffstrommanagement

S. zielt auf die ökologisch und ökonomisch effiziente Beeinflussung von Stoffströmen unter Berücksichtigung sozialer Aspekte. Ausgangspunkt ist eine möglichst umfassende Stoffstromanalyse, die eine medienübergreifende Bewertung ermöglicht. Darauf aufbauend sind Strategien zu entwickeln, um die Ziele zu erreichen. Prinzipiell geht es dabei um die Senkung des Materialdurchsatzes durch die gesamte Wirtschaft und um die Verringerung und den Ersatz ökologisch bedenklicher Stoffe.

Stromeinspeisungsgesetz

Im S. hat der Gesetzgeber die Abnahme und Vergütung von Strom geregelt, der aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) sind danach verpflichtet, den in ihrem Versorgungsgebiet erzeugten Strom abzunehmen und zu vergüten. Die Vergütung für Strom aus Sonnenenergie und Windkraft beträgt mindestens 90% des Durchschnittserlöses pro Kilowattstunde aus der Stromabgabe von EVU an Letztverbraucher. Zum Vergleich: Die Vergütung für Strom aus Wasserkraft, Deponie- und Klärgas sowie aus Biomasse.

Sukzession

Mit diesem Begriff aus der Biologie ist die zeitliche Abfolge gemeint, in der Tier- und Pflanzengesellschaften aufeinanderfolgen.

Substitution

Begriff im Umweltrecht - vor allem im Zusammenhang mit der EG-Öko-Audit-Verordnung (EMAS-Verordnung). Der Vollzug des Umweltrechts soll dadurch vereinfacht werden, dass bei EMAS-registrierten Unternehmen bestimmte Pflichten - insbesondere im Berichts-, Mess- und Überwachungsbereich - entfallen bzw. erleichtert werden. Die Verwaltung gewährt diese Verfahrensvereinfachungen als Gegenleistung für die von den Unternehmen im Rahmen von EMAS übernommene Eigenverantwortung. Davon zu unterscheiden ist die Deregulierung, bei der es um die Änderungen von Gesetzen und Verordnungen geht.

Surfen

Das zunehmende »Wintersurfen« beeinträchtigt die in Bayern rastenden und überwinternden Wasser - und Watvögel an den großen international bedeutsamen Feuchtgebieten, den Voralpenseen. Außerdem werden durch Surfer nicht selten die Schilfbestände (Röhricht) in der Flachwasserzone beschädigt. UMWELT-TIP: Abstand von mindestens 300 m zu Wasservogelansammlungen. Beim Surfen die ufernahen Teile des Gewässers meiden und nur an den dafür vorgesehenen Stellen das Surfbrett ins Wasser setzen.

Synergismus

Wenn mehrere Wirkstoffe (Schadstoffe) aufeinandertreffen, können sie sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Bei diesem Vorgang, der Synergismus heißt, können Stoffe, die für sich selbst nicht schädlich sind, auch schädlich wirken.