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Umwelt-Lexikon
Radfahren
ist neben dem Laufen die umweltfreundlichste Art der Fortbewegung: Es verursacht keinen Lärm, keinen Gestank und verbraucht kein Benzin. UMWELTTIP: Wissenschaflter haben ausgerechnet, daß das Fahrrad das optimale Verkehrsmittel ist, wenn der Weg zur Arbeit bis zu 4 km beträgt. Für Freizeitradler gibt es die Karte »Bayernnetz für Radler« (erhältlich im Bestelldienst).
Aber auch im Freizeitbereich gewinnt das Radfahren immer mehr Anhänger. So zählt das Radfahren heute nach dem Spazierengehen zu den beliebtesten Freizeittätigkeiten im Freien. Das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen und die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern haben ein Fernradwegenetz, das "Bayernnetz für Radler" entwickelt. Das Bayernnetz für Radler ist als Karte verfügbar und bei den beiden Ministerien und den Tourismusverbänden zu erhalten. Im Internet können das Bayernnetz für Radler sowie weitere Informationen unter http://www.bayerninfo.de/radler/h_radler.htm abgerufen werden.
Radioaktive Abfälle
können flüssig oder fest sein. Sie entstehen in Kernkraftwerken, in der Forschung, in der Industrie und in der Medizin. Radioaktive Abfälle müssen wegen seiner schädlichen Strahlung, die teilweise mehrere Jahrtausende anhält, unter besonders strengen Schutzmaßnahmen isoliert und sicher gelagert werden (Endlagerung).
Radioaktive Stoffe
werden im Atomgesetz definiert: Dieses unterscheidet zwischen Kernbrennstoffen (Kernspaltung) und sonstigen radioaktiven Stoffen. Kennzeichen radioaktiver Stoffe ist ihre Radioaktivität. Den Umgang mit radioaktiven Stoffen regelt die Strahlenschutzverordnung (Strahlenschutz).
Radioaktivität
ist die Eigenschaft bestimmter Atomkerne, sich ohne äußere Einwirkung in andere Atomkerne umzuwandeln und dabei eine charakteristische Strahlung (Alpha-, Beta- oder Gammastrahlen) auszusenden. Alpha-Strahlung besteht aus den bei der Spaltung entstehenden Atomkernen des Elementes Helium. Sie wird bereits durch ein Blatt Papier absorbiert (Absorption). Für den Menschen ist Alpha-Strahlung schädlich, wenn sie auf die Haut trifft oder in den Körper aufgenommen wird. Beta-Strahlung besteht aus Elektronen, die aus dem Atomkern stammen. Die biologische Wirkung im Gewebe ist geringer als die von Alpha-Strahlung. Eine kurzwellige und daher hochenergetische radioaktive Strahlung in Form von elektromagnetischen Wellen stellt die Gamma-Strahlung dar. Als Abschirmung eignet sich vor allem Blei. Vom Energiegehalt sind Gammastrahlen am ehesten mit Röntgenstrahlen zu vergleichen.
Radon
Radon, genau Radon-222 ist ein natürliches radioaktives Gas, das geruch- und farblos ist. Es entsteht überall dort, wo sein Mutternuklid Radium vorhanden ist, z.B. im Erdboden und in Baumaterialien. Das Radium wandelt sich durch radioaktiven Zerfall um - über eine Reihe ebenfalls radioaktiver Zwischenprodukte entsteht schließlich stabiles Blei. Eines dieser Zwischenprodukte ist das Edelgas Radon. Die Konzentration des Radiums zeigt starke Unterschiede zwischen den Gesteinen; sie hängt demnach stark von den regionalen geologischen Bedingungen ab.
Rapsöl
gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen. Es wird aus Raps durch Pressen gewonnen und ist als alternativer Treibstoff einsetzbar. Dies kann in speziell konstruierten Motoren (z.B. Elsbett) zur Krafterzeugung in Stationen (BHKW) und mobilen Aggregaten (Kfz) verwendet werden. Damit es in herkömmlichen Dieselmotoren verwendet werden kann, muß es in Rapsölmethylester (RME) umgewandelt werden
Der Einsatz von Rapsöl und Rapsölmethylester (RME), der auch als Biodiesel verwendet wird, hat als Kraftstoff bedeutende Vorteile gegenüber herkömmlichen fossilen Treibstoffen. So sind Rapsöl und RME biologisch abbaubar und weisen eine geringere Ökotoxizität auf (Wassergefährdungsklasse 0 bei Rapsöl, 1 bei RME) als Dieselkraftstoff. Außerdem sind diese regenerierbaren Energieträger infolge des nahezu geschlossenen Kohlenstoffkreislaufs annähernd Kohlendioxid-neutral. Von Vorteil sind weiterhin eine große Lager- und Transportsicherheit durch den hohen Flammpunkt von mehr als 300 °C und der sehr geringe Schwefelgehalt. Das StMLU vergab 1995 aufgrund vermuteter Gesundheitsbeeinträchtigungen bei Fahrpersonal durch Abgase biodieselbetriebener Motoren ein einschlägiges humanökologisches Forschungsvorhaben. Zusammenfassend haben die Untersuchungen ergeben, daß keine relevanten unterschiedlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen beim Einsatz von Biodiesel im Vergleich mit Dieseltreibstoff bestehen.
Rapsölmethylester (RME)
Rauchgasreinigung
wird auch als Abgas- oder Abluftreinigung bezeichnet. Sammelbegriff für (meist) nachgeschaltete Maßnahmen zur Luftreinhaltung an Verbrennungs- (Kraftwerke, Öfen) oder Produktionsanlagen (z.B. Lackiererei).
Raumbeobachtung
Laufende Erfassung und Auswertung raumbedeutsamer Entwicklungen und Tatbestände, um die Entwicklung des Landes besser steuern zu können. Wichtige Hilfsmittel dafür sind geographische Informationssysteme sowie die Daten der amtlichen Statistik.
Raumordnung
In einem so dicht besiedelten Gebiet wie der Bundesrepublik Deutschland kann die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes (z.B. bezüglich Infrastruktur und Arbeitsplätzen) und auch der Umweltschutz nur erfolgreich sein, wenn der knappe Raum planvoll geordnet und genutzt wird. Die Raumordnung umfaßt Planungen und Maßnahmen, die der gezielten Gestaltung und Entwicklung des Raumes dienen. Leitvorstellung der Raumordnung ist eine nachhaltige Raumentwicklung mit gleichwertigen und gesunden Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Landesteilen.
Raumordnungsbericht (ROB)
Bericht der Bayerischen Staatsregierung an den Landtag, der auf der Grundlage des Bayerischen Landesplanungsgesetzes alle vier Jahre erstattet wird. Gegenstand des Berichtes sind alle raumbedeutsamen Fachbereiche. Inhalt des ROB ist der Stand der Raumordnung und die räumlichen Entwicklungstendenzen in Bayern sowie der Vollzug des Landesentwicklungsprogramms und neue Planungsvorhaben, die von allgemeiner Bedeutung für die Entwicklung Bayerns sind. Dargestellt werden außerdem die Entwicklungen in allen relevanten Bereichen des Umweltschutzes.
Raumordnungsgesetz
Das Raumordnungsgesetz (ROG) des Bundes enthält für den Bund und für alle Länder unmittelbar geltende Vorschriften (Aufgabe, Leitvorstellung und Grundsätze der Raumordnung; Begriffsbestimmungen; Bindungswirkungen der Erfordernisse der Raumordnung; d.h. der Ziele, Grundsätze und sonstigen Erfordernisse der Raumordnung) sowie Rahmenvorschriften für die Raumordnung in den Ländern (z.B. für Raumordnungspläne, in Bayern insbesondere Landesentwicklungsprogramm und Regionalpläne, und für Raumordnungsverfahren). Die Raumordnung des Freistaates Bayern ist im Bayerischen Landesplanungsgesetz näher geregelt.
Raumordnungskataster (ROK)
Das Geographische Informationssystem ROK wird bei den Höheren Landesplanungsbehörden der Regierungen geführt. Durch die Verknüpfung raum- und sachbezogener Informationen (Karten und Datenbank) erleichtert und beschleunigt das ROK die Arbeit der Höheren Landesplanungsbehörden und der Regionalplanung. Es stellt für das StMLU flächendeckende und einheitliche Informationen über den Stand der Raumordnung in Bayern bereit. Die Karten- und Datengrundlagen beziehen sich auf die Themen Siedlung, Verkehr, Umwelt, Ver- und Entsorgung sowie sonstige Flächennutzungen. Informationen über zukünftig angestrebte Flächennutzungen werden durch digitalisierte Flächennutzungspläne und Bebauungspläne bereitgestellt.
Raumordnungsverfahren
Im Vorfeld eines Zulassungsverfahrens für raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen (z.B. Fernstraßen, Energieleitungen, Kraftwerke, Flugplätze) wird geklärt, ob diese mit den Erfordernissen der Raumordnung vereinbar sind und wie sie mit anderen Planungen und Maßnahmen (anderer Planungsträger) abgestimmt werden können (Raumverträglichkeitsprüfung). Häufig werden dabei mehrere Standorte bzw. Trassen beurteilt. Zum Raumordnungsverfahren gehört auch eine raumordnerische Umweltverträglichkeitsprüfung.
Reaktor
Recycling
bedeutet Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen, ihre Rückführung in den Wirtschaftskreislauf und die Verarbeitung zu neuen Produkten (stoffliche Verwertung). Zum Recycling geeignet sind vor allem Glas, Papier, Pappe, Kartonagen, Eisen, Nichteisenmetalle und Kunststoffe. Voraussetzung für die stoffliche Verwertung ist eine möglichst sortenreine Sammlung der Wertstoffe oder ihre leichte Abtrennung (Sortierung) aus der Abfallfraktion (Abfalltrennung). UMWELTTIPP: Wer konsequent Recyclingprodukte kauft, hilft mit, die natürlichen Rohstoffquellen zu schonen und die Abfallmengen zu verringern. Nicht nur bei Papierwaren nach Recyclingerzeugnissen fragen. Es gibt auch Recyclingprodukte aus Kunststoff: Blumenkübel, Komposter, Abfallsäcke.
Ferner versteht man unter R. die Wiedernutzbarmachung "verbrauchter" Flächen durch die Sanierung von Altlasten; Flächenrecycling.
Recyclinghof (Wertstoffhof)
Zentrale Sammelstelle zur getrennten Erfassung von verwertbaren Abfällen, die in privaten Haushalten anfallen. Das Konzept des R. gehört zu den sogenannten Bringsystemen. Ein R. besteht aus Containern, die zur getrennten Sammlung aufgestellt sind. Fachpersonal berät und unterweist die Benutzer. Vorrangig werden Glas-, Papier und Pappe, Metalle, Kunststoffe, Sperrmüll, Problemabfälle wie Lösungsmittel - und Farbreste und Batterien sowie Elektro- und Elektronikschrott gesammelt.
Recyclingpapier
besteht zu 100% aus Altpapier. Bei der Herstellung von R. wird erheblich weniger Energie verbraucht, sowie Wasser und Luft deutlich geringer belastet als bei Papier aus Frischfasern. Die Verwendung von Altpapier entlastet zudem die Abfallbeseitigung.
Reduktion
Chemischer Begriff, der den Gegensatz zur Oxidation darstellt.
Regenwürmer
spielen bei der Bildung von Humus und für die Fruchtbarkeit des Bodens eine besondere Rolle. Sie lockern den Boden, erleichtern Luft- und Regenwasserzutritt und düngen mit ihrem Kot den Boden, wobei die Regenwürmer pro Jahr und Hektar etwa 44 bis 80 t Regenwurmkot hindex.htmen. So summieren sich kleine Werte zu großen Wirkungen im Naturhaushalt. In Mitteleuropa gibt es etwa 40 Arten von Regenwürmern.
Regionalmanagement
Regionalmanagement ist der Bereich der Landesentwicklung, der sich um die Umsetzung von Projekten im Rahmen der landesplanerischen Programme, Pläne und Entwicklungskonzepte kümmert. Dabei geht es in erster Linie um die Schaffung regionaler Organisationsstrukturen zur Konkretisierung von Projekten, Trägerschaften, Standortfragen, Finanzierungsmöglichkeiten etc.. Die Landesplanung unterstützt hier regionale Initiativen und koordiniert die Interessen der Beteiligten. Sie wirkt dabei auch als Moderator und Mediator.
Regionalplanung
Für die Regionalplanung sind in Bayern die regionalen Planungsverbände zuständig, die sich aus den Gemeinden und Landkreisen der jeweiligen Region zusammensetzen. Die Planungsverbände beschließen über Regionalpläne sowie deren Fortschreibung und stimmen dabei die Interessen der Verbandsmitglieder ab. In den Regionalplänen sind Ziele der Raumordnung und zum Teil auch Grundsätze der Raumordnung für die Entwicklung der Region enthalten. Sie konkretisieren und ergänzen so die Ziele der Raumordnung im Landesentwicklungsprogramm. Die Ausarbeitung und Fortschreibung der Regionalpläne wird von einem Regionsbeauftragten durchgeführt, der seinen Sitz bei der jeweiligen Regierung hat. Der Regionsbeauftragte kann an den Sitzungen des regionalen Planungsverbands beratend teilnehmen.
Regionen
Bayern ist in 18 Regionen eingeteilt. Die Region stellt innerhalb der Regionalplanung eine eigenständige und eigenverantwortliche Planungsebene dar, wobei die kommunale Planungshoheit gewahrt bleibt. Das bayerische Landesplanungsgesetz fordert eine Abgrenzung von Regionen, in denen ausgewogene Lebens- und Wirtschaftsbeziehungen bestehen oder entwickelt werden sollen. Die Besonderheiten jeder Region und die Ziele für ihre Entwicklung sind in den Regionalplänen erfaßt.
Reifenabrieb
Beim Fahren, Bremsen und Anfahren mit dem Auto werden sowohl die Oberfläche der Reifen als auch der Straßenbelag »abradiert«. Dabei entsteht ein mit vielen Schadstoffen belasteter Staub, der hochgewirbelt wird. Dieser Staub setzt sich auf Pflanzen ab oder wird von Menschen und Tieren eingeatmet. UMWELTTIP: Beim Autofahren keinen »Kavaliersstart« und auch möglichst keine Vollbremsung machen.
Rekultivieren
Ehemalige Kiesgruben, Müllkippen, Deponien und ähnlich genutzte Landschaftsteile können durch Aufschütten von Boden, Bodengestaltung und Ansiedlung neuer Pflanzen wieder in naturnahe Flächen oder in land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen zurückverwandelt (rekultiviert) werden.
Rem
ist die alte Maßeinheit für die Dosis infolge der Einwirkung ionisierender Strahlung. Die heute gültige Maßeinheit heißt Sievert.
Renaturierung
Damit ist das überwiegende Sich-selbst-überlassen z.B. von Kies- oder Sandabbaustellen oder nicht mehr benötigten Straßen zu verstehen. Die Flächen werden der natürlichen Entwicklung (Sukzession) überlassen und so der Natur zurückgegeben.
Renaturierung eines Skigebietes
Jahrzehntelang wurden für den Skitourismus in den Alpen immer neue Flächen erschlossen. Allein in den bayerischen Alpengibt es 60 Skigebiete mit einer Pistenfläche von ca. 3700 ha. Am Gschwender Horn bei Immenstadt im Allgäu wurde jetzt erstmalig in den Alpen ein Berg der Natur zurückgegeben. Die gesamte Skiinfrastruktur wurde abgebaut und entsorgt. Die Schneise für Pisten und Lifttrassen wurde aufgeforstet und für das Gschwender Horn ein Konzept für eine verträgliche Folgenutzung umgesetzt. Dieses Pilotprojekt, das beispielhafte Möglichkeiten für einen sanften Tourismus aufzeigt, wurde von der Allianz Stiftung zum Schutz der Umwelt gefördert.
Responsible Care
(Engl. responsible = verantwortlich; care = Sorge). Ein 1984 von der chemischen Industrie in Kanada eingeführtes, 1991 von anderen nationalen Verbänden der chemischen Industrie übernommenes Programm zur Selbstverantwortung der chemischen Industrie in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Für Deutschland hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) zu dem Programm entsprechende Umweltleitlinien verfaßt.
Ressourcen
Sammelbegriff für alle Hilfsmittel, die der Mensch zum Wirtschaften braucht. Dies sind z.B. alle Rohstoffe. Im weiteren Sinn des Umweltschutzes umfaßt der Begriff auch die natürlichen Lebensgrundlagen Luft, Wasser, Boden.
Rezyklate
Als R. bezeichnet man Stoffe und Gegenstände, die ganz oder teilweise aus Materialien bestehen, die einem Recycling entstammen, also aus aufbereitetem Altmaterial hergestellt sind.
Rio-Konferenz
Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro von 1992 hat unter Beteiligung von 178 Staaten alle wesentlichen Komplexe der Umwelt- und Entwicklungspolitik erörtert. Mit den Konventionen zu Klima und biologischer Vielfalt, mit der Walderklärung und der Rio-Deklaration sowie mit dem Aktionsprogramm Agenda 21 und dem Beschluß zur Einrichtung einer Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (CSD) wurden die Grundlagen für eine qualitativ neue weltweite Zusammenarbeit in der Umwelt- und Entwicklungspolitik geschaffen. Die Kommission wird die Beachtung dieser Festlegungen kontinuierlich begleiten und weitere Vorschläge zur Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt und Entwicklung vorlegen.
Rio-Konvention
Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro ist zum Symbol des neuen Bewußtseins der gemeinsamen Verantwortung für »die eine Welt« geworden. Über 170 Staaten, darunter auch Deutschland, haben bisher das »Übereinkommen über die biologische Vielfalt« unterzeichnet. Damit wurde der Anfang für eine weltweit umfassende Naturschutzpolitik gemacht (biologische Vielfalt).
Risikoproportionale Vorsorge
Emissionsbegrenzende Anforderungen aus Gründen der Vorsorge (Vorsorgeprinzip) können nicht uneingeschränkt gefordert werden. Der im Verfassungsrecht verankerte Grundsatz der Verhältnismäßigkeit von Mittel und Zweck ist stets zu beachten. Die Vorsorge muß daher nach Umfang und Ausmaß dem Risikopotential der Immissionen, die sie verhindern soll, proportional sein (»risikoproportionale Vorsorge«). Bezogen auf industrielle oder gewerbliche Anlagen kann die risikoproportionale Vorsorge vereinfacht durch Begrenzung von Emissionsmassenströmen und Emissionsmassenkonzentrationen erfolgen; je höher das Wirkungspotential eines Stoffes ist, umso geringer müssen die zulässigen Emissionsmassenströme und -konzentrationen sein. Beispiel: Staubförmige anorganische Stoffe werden nach Nr. 3.1.4 TA Luft entsprechend ihrem Risikopotential in drei Klassen eingeteilt mit jeweils unterschiedlichen Massenstromschwellen und Massenkonzentrationen:
Cadmium: 1 g/h 0,2 mg/m3
Arsen: 5 g/h 1 mg/m3
Antimon: 25 g/h 5 mg/m3
Röhricht
Der Schilfbestand unserer Gewässer schrumpft von Jahr zu Jahr. Damit werden auch die Lebensräume der für das ökologische Gleichgewicht notwendigen Pflanzen- und Tierwelt immer kleiner. Im Schatten und Schutz des Schilfes reift und gedeiht die Brut vieler Fischarten. Über dem Wasserspiegel ist der »Schilfwald« Wohn- und Lebensbereich vieler Vogelarten, die vom Aussterben bedroht sind. Zudem ist das Röhricht eine Art natürliche Kläranlage für ein Gewässer. Gefährdet sind die Schilfbestände durch extreme Hochwässer, Fraßschäden durch Wasservögel, Bisam usw., aber auch durch die zunehmende Uferverbauung, durch unvorsichtige Surfer und durch den Badebetrieb, außerdem durch Eutrophierung, weil das Wachstum des Röhrichts durch zu starke Algenbestände behindert wird.
Rohstoffe
sind natürlich vorkommende Stoffe tierischer, pflanzlicher oder mineralischer Herkunft. Sie dienen als Grundlage für die Herstellung neuer Produkte. Rohstoffe sind z.B. Kohle, Erdöl, Erze, Holz, Schwefel, Salz, Kautschuk, Steine und Erden. Rohstoffe kommen nur in begrenzten Mengen vor, können sich in den meisten Fällen nicht selbst erneuern (regenerieren) und werden immer knapper. Durch Recycling kann man Rohstoffe sparen. Je seltener ein Rohstoff ist, desto größer sind die Bemühungen, ihn durch andere Rohstoffe zu ersetzen. Zur Sicherung oberflächennaher Rohstoffe werden in den Regionalplänen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete ausgewiesen.
Röntgenstrahlen
sind elektromagnetische, unsichtbare, ionisierende Strahlen, die in der Medizin und in der Technik verwendet werden. In einer größeren Dosis sind sie gesundheitsschädlich. Sie durchdringen die meisten Stoffe.
Rote Liste
In den sogenannten Roten Listen wird aufgeführt, welche Tier- und Pflanzenarten »gefährdet«, »vom Aussterben bedroht« oder schon »ausgestorben« sind. In Deutschland gibt es etwa 50 000 Tierarten und rund 9 000 Pflanzenarten. Zur Zeit gelten bundesweit etwa 1 000 Tierarten und 850 Pflanzenarten als gefährdet. 64 Tierarten und 71 Pflanzenarten sind bereits ausgestorben. In Bayern gibt es Rote Listen der gefährdeten Tiere, der Farn- und Blütenpflanzen und der Großpilze. In diesen Listen weisen über 50% der Tierarten Rückgänge auf. Nahezu 40% der Farn- und Blütenpflanzen und fast 50% der Großpilze sind in ihrem Bestand gefährdet.
Rüstungsaltlasten
Altlasten, die im Zusammenhang mit Rüstung im Ersten und Zweiten Weltkrieg und in den unmittelbaren Nachkriegszeiten (1919 - 1923, 1945 - ca. 1952) entstanden sind und bei denen die Gefährdung von Mensch und/oder Umwelt durch Kampf- und Explosivstoffe ausgeht. Das Schadstoffinventar bei Rüstungsaltlasten kann folgende Stoffgruppen umfassen: chemische Kampfstoffe, Sprengstoffe, Brand-, Nebel und Rauchstoffe, Treibmittel, taktische Zusatzstoffe zu Kampfstoffen, Vor- und Nebenprodukte, Rückstände aus der Vernichtung.
