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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Umwelt-Lexikon

PAK

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe sind Verbindungen, deren Molekülgerüst aus mehreren Benzolringen besteht. Die Stoffklasse umfasst eine Vielzahl von Einzelverbindungen, von denen ca. 40 öko- und humantoxikologisch relevant sind (z.B. Benzo(a)pyren). PAKs sind vor allem in Erdöl und Kohle enthalten. Sie entstehen bei der Pyrolyse (Verschwelung) bzw. der unvollständigen Verbrennung von organischem Material. Aufgrund ihrer meist relativ geringen Wasserlöslichkeit und Flüchtigkeit sind sie im Boden und Grundwasser nur gering mobil (Ausnahme: niedermolekulare PAK wie Naphthalin).

Park & Ride

Der Begriff kommt aus Amerika (»parken und fahren«): Man fährt mit dem eigenen Auto bis zu einem Parkplatz am Stadtrand und steigt dort in ein öffentliches Verkehrsmittel (Bus, Straßen-, S- und U-Bahn) um, um in die Innenstadt weiterzufahren. Auf diese Weise wird der Straßenverkehr entlastet, die Parkplatznot in den Zentren verringert, Energie gespart und die Umwelt durch weniger Abgase belastet.

Partikelemission

Allgemein: Freisetzung von festen oder flüssigen Stoffen über Abgase in die Luft, wie z.B. Staub, Rauch, Nebel, Dunst und Aerosol (Koaleszenzabscheider). Häufig meint P. aber spezielle Dieselpartikelemissionen (Diesel). Dieselpartikel gelten als krebserregend. Sie bestehen aus Kohlenstoffzusammenballungen, dem eigentlichen Ruß, auf denen unverbrannte Kohlenwasserstoffe (meist polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe PAK) und Schwefelverbindungen angelagert sein können. Als Partikelemission gelten definitionsgemäß alle Substanzen, die auf einem speziellen, teflonbeschichteten Glasfaserfilter bei Temperaturen unterhalb von 52 °C aufgefangen werden können. Damit umfaßt der Partikelbegriff (Dieselpartikelfilter) auch Flüssigkeiten, metallischen Abrieb etc.

PCB

Polychlorierte Biphenyle zählen zur Gruppe der Chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW). Die ca. 200 Einzelkomponenten wurden stets als komplexes Gemisch genutzt und seit Ende der 20er Jahre hauptsächlich in Transformatoren, Kondensatoren und als Hydraulikflüssigkeit eingesetzt. Bei PCBs besteht der begründete Verdacht auf ein krebserzeugendes Potenzial. Seit 1983 werden PCBs in Deutschland nicht mehr hergestellt, seit 1989 ist die Verwendung PCB-haltiger Stoffe verboten. Aufgrund ihrer guten Löslichkeit in Fetten und der damit zusammenhängenden akkumulierenden Anreicherung in fetthaltigen Lebensmitteln sowie ihrer schweren Abbaubarkeit sind PCBs in der Umwelt heute noch relativ weit verbreitet.

Pestizide

Sammelbegriff für alle chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel. Am häufigsten verwendet werden Insektizide, Herbizide und Fungizide. Viele Pestizide haben unerwünschte Nebenwirkungen. Sie konnten sich in der Vergangenheit in den Nahrungsketten anreichern und Menschen und Tiere beeinträchtigen. Durch gesetzliche Maßnahmen ist inzwischen erreicht worden, daß die Pestizidrückstände in den Nahrungsketten deutlich zurückgegangen sind.

Pflanzengesellschaften

werden von unterschiedlichen Pflanzenarten gebildet, die gemeinsam die gleichen Standortbedingungen bevorzugen (z.B. feuchte oder trockene Standorte) und die in Wechselbeziehungen zueinander stehen (große Pflanzen spenden z.B. kleineren Pflanzen Schatten).

Pflanzenkläranlage

Hierbei werden Abwässer ausgewählten Sumpfpflanzen zum Zwecke der biologischen Reinigung zugeführt. Der mit den Pflanzen besetzte Boden- oder Wasserkörper wird vertikal oder horizontal durchströmt. Die P. eignen sich aufgrund ihrer Abbauleistungen vorzugsweise für die Reinigung wenig belasteter häuslicher Abwässer. Die Pflanzenkläranlage ist ein naturnahes Verfahren zur Abwasserreinigung.

Pflanzenschutz

Das sind alle Maßnahmen, die Pflanzen vor Krankheiten, Schädlingen und sonstigen schädlichen Einwirkungen schützen. Das geschieht meist durch chemische Pflanzenschutzmittel (Herbizide, Pestizide, Fungizide).

Pflanzenschutzmittel (PSM)

Wären besser unter der Bezeichnung Schädlingsbekämpfungsmittel zu führen. Gebräuchlich in Fachkreisen ist auch der Ausdruck Pestizid. Sie dienen zum Schutz von Kulturpflanzen. Man unterscheidet: Insektizide (gegen Insekten), Fungizide (gegen Pilze) und Herbizide (gegen Wildkräuter) u.v.m. Diese Einteilung täuscht eine gezielte Giftwirkung auf die genannten Organismen vor, die aber selten gegeben ist, da P. in grundlegende Stoffwechselvorgänge eingreifen. Für den Umweltschutz von besonderer Bedeutung: Bei der Anwendung erreicht nur ein Teil der P. sein Ziel, der andere dringt in den Boden ein und gelangt durch Auswaschung ins Grundwasser. Viele der in P. enthaltenen Giftstoffe wie chlorierte Kohlenwasserstoffe haben die Eigenschaft, sich in der Nahrungskette anzureichern. Das Inverkehrbringen von P. regelt eine EG-Richtlinie aus dem Jahr 1991. Die Verwendung von P. außerhalb einer land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung bedarf einer Ausnahmegenehmigung (z.B. Sportanlagen).

pH-Wert

Maß für den Säuregrad von Flüssigkeiten. Flüssigkeiten mit pH = 7 gelten als neutral. Bei einem pH > 7 bis 14 spricht man von Basen oder Laugen, pH-Werte < 7 bis 0 sind Säuren zu eigen. Der pH-Wert ist somit ein wichtiger Indikator für die Gewässergüte. Reines, unbelastetes Wasser hat einen pH von 7.

Phosphate

(Salze der Phosphorsäure) sind als Naturprodukte weit verbreitet. Sie werden in der Hauptsache als Düngemittel und in Wasch- und Reinigungsmitteln verwendet. Gelangen Phosphate in größeren Mengen auf dem Umweg über das Abwasser oder durch Regenauswaschungen der Düngemittel in Gewässer, führen sie zur Eutrophierung.

Phosphatelimination

Spielt eine wichtige Rolle als Maßnahme gegen die Eutrophierung der Gewässer. Im Rahmen der sogenannten weitergehenden Abwasserreinigung in kommunalen Kläranlagen werden die Nährstoffe (Nitrat und Phosphat) aus dem Abwasser entfernt. Die P. erfolgt meist mittels Flockungsfiltration. Dabei wird das Phosphat durch Zugabe eines Mittels in größere Zusammenballungen (Agglomerate) überführt. Es kommt zur Ausflockung und aufgrund der geänderten physikalischen Bedingungen zur Ausfällung. Als Flockungsmittel werden Calciumhydroxid, Eisen(II)- oder Aluminiumsalze verwendet. Dies führt zwangsläufig zu einer Aufsalzung der Gewässer und stellt außerdem eine relativ teure, wenn auch effektive Maßnahme dar. In manchen Anlagen werden deshalb schon Verfahren der biologischen P. erfolgreich angewandt.

Photooxidantien

sind die Hauptbestandteile des Sommersmogs (Smog). Als Leitsubstanz gilt das Ozon. Im weitesten Sinne kann man die unter Sonneneinstrahlung gebildeten Reaktionsprodukte der Spurengase Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe darunter verstehen. Hier sind neben Ozon die Radikale OH, OH2 und RO2 (R steht für organischen Rest) zu nennen, ebenso NO2, NO3, N2O5, HNO3 und Aldehyde. P. führen zu Atemwegsreizungen, Augentränen und Kopfschmerz. Chronische Nachwirkungen müssen aber nach heutigem medizinischem Kenntnisstand nicht befürchtet werden.

Photosynthese

Der für das Leben auf der Erde wichtigste biologische Vorgang ist die Photosynthese der grünen Pflanzen. Erst durch die Photosynthese entsteht die gesamte organische Substanz. Stark vereinfacht läuft die Photosynthese folgendermaßen ab: Das von den Blättern der Pflanzen aus der Luft aufgenommene Kohlendioxid wird zusammen mit dem Wasser, das über die Wurzeln aufgenommen wird, mit Hilfe des Sonnenlichts und des Blattgrüns (Chlorophyll) in Traubenzucker umgewandelt. Bei dieser biochemischen Reaktion entsteht auch Sauerstoff, der von der Pflanze an die Umwelt abgegeben wird und das Leben von Mensch und Tier erst ermöglicht.

Photovoltaik (PV)

Die PV ist eine Technik, die Lichtenergie mit Hilfe von Solarzellen direkt in elektrische Energie (Gleichstrom) umwandelt. Ein PV-Projekt besonderer Art wurde 1992 im bayerischen Flanitzhütte verwirklicht. Dort wurden ein Gasthof, eine Ferienpension sowie drei Wohnhäuser vom öffentlichen Stromnetz abgekoppelt. Die Stromversorgung erfolgt über mehr als 30 000 monokristalline Solarzellen. Das Inselsystem ist mit Batterien von 18 t Masse und einer Speicherkapazität für drei Schlechtwettertage ausgerüstet.

Pilze

spielen in der Natur eine große, wenn auch kaum sichtbare Rolle. Vor allem zersetzen sie tote Pflanzen und führen sie damit in den Kreislauf der Natur zurück. Viele Pilze stehen in enger Lebensgemeinschaft mit Waldbäumen und tragen entscheidend zu einem gesunden Wachstum des Waldes bei. Viele Pilzarten sind auch eine Bereicherung für den Speisezettel. Es gibt aber auch giftige Pilze, deren Verzehr zum Tod führen kann. Umwelttip: Keine unbekannten Pilze sammeln. Im Zweifelsfall bei einer Pilzberatungsstelle fragen.

Planfeststellungsverfahren

Wenn ein größeres Projekt verwirklicht werden soll (Autobahn, Flughafen, u. ä.), werden die Pläne vorher verschiedenen Fachbehörden (Wasserwirtschaftsamt, Landwirtschaftsamt, Landesamt für Umweltschutz u. a.) zur Stellungnahme vorgelegt. Außerdem können die von der Planung betroffenen Bürger Einsicht in die Pläne nehmen und dagegen Einwände erheben. Ziel eines solchen Verfahrens ist es herauszufinden, ob bei dem geplanten Projekt die gesetzlichen Bestimmungen, z.B. des Natur- und Umweltschutzes, erfüllt werden und ob es sachlich gerechtfertigt ist. Wenn nicht, verfügt die Planfeststellungsbehörde (Regierung) entsprechende Auflagen oder lehnt die beauftragte Planfeststellung, d. h. die Genehmigung des Vorhabens, ab.

Platin

P. wird als Katalysator (z.B. in Ottomotoren) verwendet sowie zu Tiegeln, Elektroden und Schmuckgegenständen verarbeitet. In die Umwelt gelangt P. u.a. über die natürliche Abnutzung der Abgaskatalysatoren in Autos. Man schätzt die jährlich mit Automobilabgasen emittierte Menge für die Bundesrepublik Deutschland auf ca. 200-250 kg.

Plutonium

Radioaktives Element, chemische Bezeichnung Pu, das bei der Kernspaltung im KKW aus Uran durch Neutroneneinfang entsteht und gleichzeitig als Brennstoff in (Kernbrennstoff, Radioaktive Stoffe) dient. Chemisch ist es dem Uran verwandt. Für die Kernenergie sind vorwiegend die künstlichen Pu-Isotope Pu-239 und Pu-241 von Bedeutung. Natürlich kommt dieses Isotop nur in verschwindend geringer Menge in Mineralien wie z.B. der Pechblende vor. Beim Umgang mit diesem Element müssen unbedingt die Vorschriften der Strahlenschutzverordnung eingehalten werden.

Polychlorierte Biphenyle

PCB.

Polyvinylchlorid

PVC.

Population

Dieser Begriff wird zunächst für »Bevölkerung« verwendet (lateinisch:«populus« = Volk). In der Biologie bedeutet er die Summe aller in einem begrenzten Gebiet vorkommenden Exemplare einer bestimmten Pflanzen- oder Tierart (die »Bevölkerung«).

Primärenergieträger

sind Energieträger, die keiner Umwandlung unterworfen wurden, wie z.B. Steinkohle, Rohbraunkohle, Erdöl und Erdgas. Wasserkraft, Kernenergie, Müll, Sonnenstrahlung und Wind werden ebenfalls als Primärenergieträger bezeichnet, wenn sie zur Energieerzeugung verwendet werden.

Problemabfall

Bestandteile des Hausmülls, die organische oder anorganische Schadstoffe enthalten. P. im Haushalt sind z.B. Lacke und Farben, Pflanzenschutzmittel, Reinigungs- und Putzmittel sowie sonstige Chemikalien. Bitte nicht mit dem normalen Hausmüll entsorgen!

Produktlebensweg

Der P. kennzeichnet die Zeitspanne eines Produkts von der Gewinnung der Rohstoffe über verschiedene Stufen der Veredelung, den Ge- bzw. Verbrauch des Produkts, ggf. seine Verwertung bis zu seiner Beseitigung.

Produktionsintegrierter Umweltschutz

Teil des vorsorgenden Umweltschutzes. Im Gegensatz zum nachsorgenden Umweltschutz, der sich sogenannter »end-of-the-pipe«-Techniken (Filter, nachgeschaltete Abluftreinigung etc.) bedient, bemüht sich der vorsorgende Umweltschutz darum, Umweltbelastungen soweit wie möglich gar nicht erst entstehen zu lassen. Der P. bemüht sich insbesondere um die Entwicklung umweltverträglicher Herstellungsverfahren im Sinne der Abfall- und Abwasserminimierung, der Verminderung von Luftschadstoffen sowie der Energieeinsparung bei gleicher oder sogar verbesserter Produktqualität. Die Bedeutung des vorsorgenden Umweltschutzes im allgemeinen wie des P. im besonderen wird ersichtlich, wenn man sich klarmacht, daß der nachsorgende Umweltschutz, zu dem auch weite Teile der Verwertungstechniken zu rechnen sind, seinerseits Umweltbelastungen in nicht geringem Ausmaß verursacht. Allgemein geht man deshalb davon aus, daß dem P. die Zukunft gehört.

Prüfwerte

Werte, bei deren Überschreiten unter Berücksichtigung der Bodennutzung eine einzelfallbezogene Prüfung durchzuführen und festzustellen ist, ob eine schädliche Bodenveränderung oder Altlast vorliegt.

Pseudo-Krupp

Eine meist nachts akut einsetzende Schwellung der Kehlkopfschleimhaut unterhalb der Stimmbänder aufgrund von Entzündungen durch Viren, gelegentlich auch Bakterien. Anzeichen: bellender Husten, Atemnot. Am häufigsten betroffen sind männliche ältere Säuglinge und Kleinkinder. Bis vor kurzem wurde in der Wissenschaft nicht ausgeschlossen, daß es zwischen der hohen Schadstoffbelastung der Luft und dem Auftreten von Pseudo-Krupp einen Zusammenhang gibt. Dieser Zusammenhang wird heute ausgeschlossen.

PVC

Abk. für Polyvinylchlorid. Durch Polymerisation (Kettenbildung) von Vinylchloridmolekülen gewonnener Kunststoff. In Deutschland werden jährlich etwa 1,2 Mio t PVC hergestellt, darunter allein 65% der Produkte für den Baubereich und etwa 10% für die Verpackungsindustrie. Laut gewordener Kritik an der mangelnden Umweltverträglichkeit des Stoffes, seiner Herstellung und Entsorgung begegnen die PVC-Produzenten mit dem Aufbau eines inzwischen sehr weitentwickelten Recyclingsystems. Empfehlungen von kommunaler Seite, auf PVC im Bau zu verzichten, wurden teilweise wieder zurückgenommen.

Pyrolyse

Prozeß, der auch als Entgasung bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um die thermische Zersetzung kohlenstoffhaltiger Abfälle unter Ausschluß von Sauerstoff bei Temperaturen um 500 °C (Niedertemperaturp.) bzw. 700 bis 900 °C (Hochtemperaturp.). Abfälle wie Kunststoffe, Gummi oder Altreifen werden in pyrolytischen Verfahren verwertet. Als Rückstandsprodukt erhält man abhängig von den Reaktionsbedingungen Pyrolysekokse, -öle und -gase. Gegenüber der Müllverbrennung weist die P. eine Reihe von Vorteilen auf wie geringere Abgas- und Abwassermengen sowie die Möglichkeit zur Wiedergewinnung von Metallen.

Quecksilber

(Hg). Das einzige bei Zimmertemperatur flüssige Metall. Seine Dämpfe und organischen Verbindungen, die insbesondere das zentrale Nervensystem schädigen können, sind giftig.