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Umwelt-Lexikon
Oberirdisches Gewässer
Auf der Landoberfläche ständig oder zeitweise fließendes oder stehendes oder aus Quellen abfließendes Wasser einschließlich Gewässerbett. Gewässer und ihre Ufer sind ein wichtiger Bestandteil der Landschaft, der dem Menschen zur Erholung dient, aber auch zahlreichen gefährdeten Pflanzen- und Tierarten wertvollen Lebensraum bietet. Die empfindlichen Biotope im Uferbereich (z.B. Röhricht) werden durch den zunehmenden Erholungsverkehr gefährdet. Als Grundlage für erforderliche Schutzmaßnahmen wurden seit 1979 in der »Seeuferuntersuchung Bayern« die Ufer von 160 Seen und Weihern untersucht und ökologisch bewertet.
Oberzentrum
Die Oberzentren sollen als Schwerpunkte von überregionaler Bedeutung die Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen des spezialisierten höheren Bedarfs versorgen. Dazu gehören z.B. Universitäten, Spezialkliniken, Sportstadien, Theater oder Kongreßhallen. Oberzentren sind in der Regel Sitz wirtschaftlicher Organisationen und höherer Verwaltungseinrichtungen sowie eines vielfältigen und spezialisierten Arbeitplatzangebots und umfassender Einkaufsmöglichkeiten.
Ödland
Land, dessen landwirtschaftliche Nutzung sich nicht lohnt und das deshalb vom Menschen nicht genutzt wird. Ödland bietet zahlreichen seltenen Pflanzen- und Tierarten, die aus den intensiv genutzten Flächen längst verdrängt sind, eine letzte Überlebensmöglichkeit und kann somit ein wertvolles Reservat für die Erhaltung der heimischen Artenvielfalt sein.
Öffentlicher Personennahverkehr
ÖPNV.
Öko-Audit
ist ein Verfahren, bei dem ein Betrieb freiwillig sein Umweltverhalten überprüft, verbessert und offenlegt. Kernpunkt ist der Aufbau eines Umweltinformationssystems (Umweltmanagement), das auf eine kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes abzielt.
Als erstes Ministerium in Deutschland hat das Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen in den Jahren 1996 und 1997 die wesentlichen Schritte eines EG-Öko-Audits nach der Verordnung (EWG) Nr.1836/93 durchgeführt und die Ergebnisse in einer Umwelterklärung dargestellt.
Ökobilanz
Eine Ökobilanz analysiert möglichst umfassend den gesamten Produktlebensweg und die zugehörigen ökologischen Auswirkungen und bewertet die während des Lebenswegs auftretenden Stoff- und Energieumsätze und die daraus resultierenden Umweltbelastungen.
Öko-Computer
werden elektronische Rechner genannt, bei deren Produktion, Betrieb und Entsorgung besondere Kriterien der Umweltverträglichkeit erfüllt sind. So wird etwa bei der Herstellung darauf geachtet, daß möglichst einheitliche Materialen verwendet und Kunststoffe gekennzeichnet werden, um bei der Entsorgung das Recycling von Altgeräten zu ermöglichen. Eine modulare Bauweise erleichtert Reparaturen, Energiespar-Funktionen sorgen für eine Minimierung des Stromverbrauchs. Hersteller achten zunehmend darauf, daß ihre Computer derartigen Kriterien genügen und können so für die Produkte den Blauen Engel erwerben. Entsprechendes gilt für strahlungsarme und energiesparend konstruierte Computer-Bildschirme und Drucker mit geringem Materialverbrauch, geringer Lärmentwicklung etc.
Öko-Freak
Begeisterter Anhänger einer umweltbewußten Lebensweise.
Ökologie
(griechisch: oikos = Haus und logos = Lehre) ist die Lehre von den Wechselbeziehungen zwischen belebter und unbelebter Umwelt, also zwischen der Gesamtheit der Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere und Menschen und den unbelebten Bestandteilen wie Klima, Boden, Wasser und Luft. Die einzelnen Elemente der Ö. heißen Ökofaktoren. Belebte und unbelebte Gemeinschaften bilden zusammen das sogenannte Ökosystem. Umgangssprachlich wird der Begriff ökologisch oder öko häufig verwendet, ohne diese weitreichenden wissenschaftlichen Zusammenhänge zu meinen. Ökologisch bedeutet dann soviel wie umweltschonend oder -freundlich.
Ökologischer Landbau
So nennt man alternative Formen der Landwirtschaft, die Nahrungsmittel möglichst umweltschonend und energiesparend herstellen und den Naturhaushalt so wenig wie möglich belasten wollen. Schädlinge werden von Hand oder mit natürlichen Mitteln bekämpft; zum Düngen verwendet man Stallmist und andere Naturprodukte. Je nach Anbaumethode unterscheidet man zwischen biologisch-dynamischem, organisch-biologischem oder naturgemäßem Landbau. Die Ernteerträge sind bis zu 20% niedriger als bei der konventionellen Landwirtschaft, aber dafür gelten die beim biologischen Anbau gewonnenen Erzeugnisse als natürlicher und gesünder.
Ökologisches Gleichgewicht
Die in einem räumlich abgegrenzten Gebiet vorkommenden Lebensgemeinschaften aus Pflanzen und Tieren sind normalerweise in der Lage, bestimmte Veränderungen selbständig auszugleichen. So wird das vermehrte Auftreten eines Schädlings »natürlich« zur Folge haben, daß sich auch die Feinde dieses Schädlings verstärkt vermehren (z.B. Blattlaus, Marienkäfer), bis das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Der Mensch greift jedoch ständig in ehemals intakte Ökosysteme (Einheit von Lebensraum und Lebensgemeinschaft) ein, die Folgen sind u. a. Artenrückgang, Klimaverschiebung oder das Absterben von Gewässern, die ihre Selbstreinigungskraft verloren haben. Heute bemüht man sich, wenigstens kleine ökologische Zellen (Biotope) zu erhalten, in denen sich die Natur noch selbst überlassen bleibt. Die über das ganze Land verteilten Biotope sollen aus diesem Grund zu einem Biotopverbund zusammengefaßt werden.
Öko-Sponsoring
Unterstützung von umweltbedeutsamen Aktionen, Verbänden oder Projekten durch Geld- und/oder Sachmittel, die in der Regel von Firmen zur Verfügung gestellt werden. Unternehmen, die sich auf diesem Feld engagieren, versprechen sich davon positive Auswirkungen auf ihre Unternehmenskultur und -kommunikation (Werbewirksamkeit, Imagepflege).
Ökosystem
Damit ist eine räumliche Einheit gemeint, in der es ein Beziehungsgefüge unterschiedlicher Organismen und Abläufe gibt. Die Alpen gelten beispielsweise als ein Groß-Ökosystem. Streng naturwissenschaftlich gesehen gibt es diese Einheit allerdings nicht.
Öl
ist ein in der Technik und der chemischen Industrie vielfach verwendeter Stoff, der mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein kann. Umweltprobleme entstehen besonders bei der Gewinnung, dem Transport, der Lagerung, der Verarbeitung und der Verbrennung von Öl (Heizöl, Dieselkraftstoffe, Motorenöl u.a.), aber auch bei der Beseitigung (Ölwechsel beim Auto). Schon 1 l Öl kann 1 Mio l Wasser für den menschlichen Gebrauch ungenießbar machen.
Off-Site
Mit O.-Verfahren kann verunreinigter Boden, z.B. aus Altlasten, in einer i.d.R. stationären Anlage an einem anderen Ort behandelt werden.
On-Site
Begriff aus dem Bereich der Altlastensanierung und Verfahren zur Behandlung von verunreinigtem Boden in einer vor Ort vorhandenen Anlage. Bei On-site-Verfahren wird i.d.R. mit mobilen Anlagen gearbeitet, die jeweils an einem Einsatzort abgebaut und zu einem anderen transportiert werden können, z.B. wird verseuchtes Erdreich hierzu ausgegraben und zu Mieten (Beeten) aufgeworfen. In diesen Mieten erfolgt der Schadstoffabbau mit Hilfe von Mikroorganismen. Wird der Boden ausgekoffert und zu einer Bodenbehandlungsanlage transportiert, spricht man von einer Sanierung »Off-Site«.
ÖPNV
Abk. für Öffentlicher Personennahverkehr. Der Ö. ist ein für jedermann zugänglicher, von Verkehrsunternehmen betriebener Personenverkehr über eine maximale Entfernung von 50 km bzw. mit einer maximalen Fahrtdauer von einer Stunde. Als Beförderungsmittel werden vorwiegend Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen eingesetzt. Ihre Benutzung ist in jedem Fall umweltschonender als die Fortbewegung im Pkw, speziell wenn man alleine fährt. Das bayerische ÖPNV-Gesetz legt fest, daß Landkreise und kreisfreie Gemeinden den Ö. in ihrem Bereich selbst planen, durchführen und finanzieren können. Sie erhalten dazu gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz eine finanzielle Unterstützung vom Freistaat.
Off-Site
Mit O.-Verfahren kann verunreinigter Boden, z.B. aus Altlasten, in einer idR. stationären Anlage an einem anderen Ort behandelt werden.
Organoleptische Prüfung
Bezeichnung für die sonsorische Wahrnehmung von z.B. Geruch, Färbung oder Trübung durch die menschlichen Sinnesorgane bei der Altlastenuntersuchung.
Orientierende Untersuchung
Unter O. versteht man örtliche Untersuchungen, insbesondere Messungen, auf der Grundlage der Ergebnisse der Erfassung altlastverdächtiger Flächen zum Zweck der Feststellung, ob der Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast ausgeräumt ist oder aufgrund konkreter Anhaltspunkte ein hinreichender Gefahrenverdacht gegeben ist.
Oxidation
Chemischer Vorgang der Verbindung von Elementen mit Sauerstoff, wobei Energie freigesetzt wird und sogenannte Oxide entstehen. Alle Verbrennungen sind Oxidationsvorgänge. Weniger heftig ablaufende Prozesse wie Verbrennungen oder Explosionen sind z.B. Korrosionen (Rostbildung) an Metallen. Genaugenommen versteht man unter O. die Abgabe von Elektronen (von einem Reaktionspartner zum anderen). Der gegenteilige Vorgang (Elektronenaufnahme) wird als Reduktion bezeichnet.
Ozon
Ozon stellt mit einem Anteil von 70-80% die Hauptkomponente des als »Sommersmog« bezeichneten Photooxidantiengemisches dar. Während Ozon in der Stratosphäre durch energiereiche UV-Strahlung direkt aus Sauerstoff (O2) entsteht, erfolgt seine Bildung in der unteren Troposphäre unter dem Einfluß elektromagnetischer Strahlung bei Anwesenheit von Stickstoffoxiden (NOx) und flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen. Sommersmog kann je nach Konzentration, Einwirkungsdauer und körperlicher Anstrengung zu verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, die sich auf zwei Bereiche verteilen:
- Reizwirkungen auf Augen und Nasen-Rachen-Raum (bedingt durch die gut wasserlöslichen Begleitstoffe des Ozons), wie Augenbrennen, Reizungen von Rachen und Hals, Hustenreiz,
- Wirkungen auf die peripheren Bereiche der Lunge (bedingt durch das schwer wasserlösliche Ozon), wie Beeinträchtigungen der Lungenfunktion und der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Die Empfindlichkeit gegenüber Ozon ist nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Ca. 10% der Bevölkerung (sog. Responder) weisen gegenüber Ozon eine erhöhte Empfindlichkeit auf. Responder sind in allen Altersgruppen und bei Gesunden wie Kranken zu finden. Chronisch Lungenkranke (z.B. Asthmatiker) reagieren nicht grundsätzlich empfindlicher auf Ozon als Gesunde.
Wirkungsstudien belegen, daß sich die genannten Ozonwirkungen bei den in Bayern auftretenden Ozonkonzentrationen vollständig zurückbilden. Nach der EG-Richtlinie »Ozon« ist eine Information der Öffentlichkeit bei Stundenmittelwerten ab 180 µg/m3, die Auslösung einer Warnung ab 360 µg/m3 vorgesehen. Der Schwellenwert für die Information wird im Sommer regelmäßig überschritten, der Warnwert wurde in Bayern bislang nicht erreicht.
Seit Sommer 1995 sieht das Bundes-Immissionsschutzgesetz die Verhängung von Verkehrsverboten für nicht-schadstoffarme Kraftfahrzeuge dann vor, wenn großräumig eine Ozonkonzentration von 240 µg/m3 überschritten wird. Dabei sollen bei meteorologischen Extremsituationen einzelne Spitzenbelastungen durch Ozon vermieden werden.
Ozonloch
Während das Ozon im unteren atmosphärischen Bereich häufig belastend wirkt (Ozon), übernimmt es als Filter in der Stratosphäre (Atmosphäre), in einer Höhe zwischen 10 und 50 km über dem Erdboden, eine elementare Schutzfunktion. Die Ozonschicht mindert das Durchdringen der im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlung, die für Pflanzen, Tiere und Menschen schädlich wirkt (Hautkrebs). Das O. ist eine Folge des Ozonabbaus in der Stratosphäre, ausgelöst durch FCKW bzw. seine Spaltprodukte (speziell Chlor). Zunächst wurde das O. nur über dem Südpol festgestellt und in seinem Größenwachstum verfolgt. Inzwischen hat aber auch die Ausdünnung der Ozonschicht über dem Nordpol bedenkliche Ausmaße angenommen. Fördernden Einfluß auf die Ozonbildung in der Stratosphäre kann man gegenwärtig ebensowenig ausüben wie die weitere Wanderung der bereits emittierten FCKW, die zum Teil erst nach Jahren in der Stratosphäre ankommen, unterbinden. Deshalb bleibt nur die Möglichkeit, sich vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen.
