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Umwelt-Lexikon
Mager- und Trockenstandorte
Nährstoffarme (»magere«) und trockene Lebensräume sind ein unentbehrlicher Bestandteil der Natur. Sie sind Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten und prägen den Charakter ganzer Landschaftsräume, z.B. mit ausgedehnten Wacholderheiden. Auf diesen Trockenbiotopen sind beispielsweise 38% der in der Roten Liste Bayern stehenden Farn- und Blütenpflanzen anzutreffen, während der Anteil der Trockenrasen an der Landschaftsfläche nur noch 0,26% beträgt. Aufgrund ihrer Gefährdung sind in Bayern seit dem 1.8.1986 die »Mager- und Trockenstandorte« gesetzlich geschützt.
Maßnahmenwerte
Werte für Einwirkungen und Belastungen, bei deren Überschreiten unter Berücksichtigung der jeweiligen Bodennutzung in der Regel von einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast aus-zugehen ist und Maßnahmen erforderlich sind.
Massentierhaltung
Erst mit der Veränderung der wirtschaftlichen Bedingungen in der Landwirtschaft (Agrarpolitik) haben sich viele Bauern auf die Haltung nur einer Tierart spezialisiert. Bekanntestes Beispiel für Massentierhaltung sind die Hühnerfarmen, wo viele tausend Hühner in Einzelkäfigen (»Legebatterien«) gehalten werden unter lebensunwürdigen Bedingungen. Diese Tiere sehen z.B. nie richtiges Tageslicht.
Meere (Ozeane)
Der größte Teil der Weltoberfläche besteht aus Wasser. Über die verschmutzten Ströme, die ins Meer münden, werden auch die Meere zunehmend verschmutzt, aber auch durch die Abwässer, die von den Küstenstädten, Badeorten und Tourismuszentren direkt ins Meer geleitet werden. Auf diese Weise sind das Mittelmeer und die Ostsee schon sehr stark verschmutzt. In einzelnen Bereichen mußten zeitweise schon Badeverbote ausgesprochen werden. Zusätzlich verpestet werden die Meere durch Öltanker und durch das Versenken und Verklappen von chemischen und radioaktiven Abfällen.
Mehrwegverpackung
Verpackungen, die vom Verbraucher über den Handel wieder an den Hersteller zurückgegeben und von den Herstellern nach der Reinigung wieder eingesetzt werden.
Meßnetze
stellen die Verknüpfung einzelner regelmäßig betriebener Meßstellen (Meßpunkte) zu einem Gesamterfassungssystem dar, das eine Aussage über die Gesamtimmissionssituation (Immission) innerhalb des Meßgebietes sowie flächenhafte Überwachungsmaßnahmen erlaubt (LÜüB). Die TA Luft geht hinsichtlich der Meßstellendichte in der Regel von einem Meßstellenabstand von 1 km aus. Bei einer systematischen Anordnung der Meßstellen in Form eines quadratischen Rasters ergibt sich damit eine Dichte von einer Meßstelle pro Quadratkilometer. Für kontinuierliche Messungen wird meist ein Meßstellenabstand von 4 oder 8 km gewählt. Somit ergibt sich eine Dichte von einer Meßstelle pro 16 bzw. 64 Quadratkilometern (MSR).
Meß-, Steuer- und Regeltechnik
Abk. MSR. Elektrotechnischer Wissenschafts- und technischer Anwendungszweig, der sich u.a. mit Entwicklung, Bau, Optimierung und Überprüfung von Meß-, Steuer- und Regelgeräten aller Art befaßt. Sie ist für den Umweltschutz von zentraler Bedeutung. Auf Mikroelektronik basierte Systeme ermöglichen z.B. die präzise Einhaltung vieler Einzelwerte in Produktionsanlagen, Maschinen und Fahrzeugen. Hochentwickelte Geräte erlauben den Nachweis zum Teil kleinster Schadstoffmengen noch im Spurenbereich. Schließlich lassen sich Bereiche (Beispiel Klima), für die konkrete Meßergebnisse ganz oder teilweise fehlen, mit Hilfe der Computersimulation und mathematischer Modelle erschließen.
Meßwagen
Die Umweltbehörden der Länder haben Autos, die mit speziellen Meßanlagen ausgerüstet sind. Damit können die Verschmutzung der Luft und des Wassers und Lärmbelästigung ständig gemessen werden. Durch die Sammlung und Auswertung der Meß- und Beobachtungsdaten können Umweltbelastungen erkannt und erfasst, geschützte und schützenswerte Gebiete beurteilt und Grenzwerte für zulässige Schadstoff- oder Lärmbelastungen festgelegt werden.
Metabolite
Produkte, die in einem biologischen Stoffwechsel (z.B. beim biologischen Abbau von Pflanzenschutzmitteln) entstehen.
Mikroorganismen
Bei Mikroorganismen - auch Mikroben genannt - handelt es sich um Kleinstlebewesen, die aufgrund ihrer geringen Größe (Bruchteile eines Millimeters) nur mit Hilfe eines Mikroskops zu sehen sind. Alle M. haben durch ihre Fähigkeit, Biomasse zu mineralisieren, einen hohen Stellenwert bei der Aufrechterhaltung des Stoffwechselgleichgewichtes der Natur. Dies geschieht dadurch, daß M. groß und kompliziert gebaute organische Moleküle, aber auch kleine anorganische Moleküle als Nährstoffquelle nutzen, wodurch die chemischen Verbindungen in immer kleinere, einfach gebaute Strukturen zerlegt werden, wie sie letztlich natürlicherweise z.B. im Boden vorkommen. Häufig leben die verschiedensten M. vergesellschaftet zu festen Lebensgemeinschaften.
Militärische Altlasten
Altlasten, die auf eine nach dem 2. Weltkrieg erfolgte militärische Nutzung zurückzuführen sind. Insbesondere handelt es sich dabei um Liegenschaften der Bundeswehr, der ehem. Nationalen Volksarmee (NVA), der NATO oder von ausländischen Streitkräften genutzte Liegenschaften. Ausgenommen sind solche Altlasten, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf Anordnung der Siegermächte durch Demontage militärischer Einrichtungen oder Delaborierung von Kampfmitteln entstanden sind. Letztere zählen als unmittelbare Kriegsfolgen zu den Rüstungsaltlasten.
Mineralfaser, künstliche
Abk. KMF. Glas- und Steinwolle für Isolierungs- und Wärmedämmzwecke sowie textile Glasfasern für die Verstärkung von Werkstoffen sind die bekanntesten Vertreter der KMF. Glasfasern und Steinwolle, deren Durchmesser kleiner als 3 µm und deren Länge größer als 5 µm ist (µm = ein tausendstel Millimeter), wurden 1993 von der MAK-Werte-Kommission in eine Stoffgruppe eingestuft (III A2), deren Vertreter sich im Tierversuch als krebserregend erweisen (zu MAK siehe Formaldehyd). KMF-Produkte zur Wärmedämmung (z.B. im Dachbereich) stellen allerdings in eingebautem Zustand bei korrekter Bauausführung keine Belastung für die Bewohner dar.
Mischkulturen
nennt man den gemischten Anbau miteinander verträglicher Pflanzensorten. Die Vorteile liegen vor allem in einer ausgewogenen Beanspruchung von Boden und Nährstoffen und in einer im Vergleich zu Monokulturen geringeren Gefährdung der Pflanzen durch Schädlinge und Krankheiten. Daher braucht man in Mischkulturen weniger Pflanzenschutzmittel und auch weniger Dünger. Die Vorteile der Mischkulturen werden ergänzt durch Hecken und Feldgehölze.
Mischwald
ist der Lebensraum für eine unvergleichliche biologische Vielfalt. Er bietet Nahrung und Unterschlupf für sehr viele verschiedene Arten, und mit seiner wechselvollen Bepflanzung von Laub- und Nadelbäumen ist er weniger krankheits- und schädlingsanfällig als z.B. ein reiner Nadelwald. Das ökologische Gleichgewicht ist im Mischwald wesentlich stabiler, auch gegenüber negativen Umwelteinflüssen (z.B. saurer Regen) ist der Mischwald weniger empfindlich.
Mittelbereich
Die Mittelbereiche stellen die mittelzentralen Verflechtungsbereiche um alle Mittelzentren, mögliche Oberzentren und Oberzentren dar. Mittelbereiche umfassen über den eigenen Nahbereich hinaus in der Regel weitere Nahbereiche umliegender zentraler Orte niedrigerer Stufen. Die Abgrenzung der Mittelbereiche erfolgt über Pendlerverflechtungen und nach Infrastrukturausstattung. Jeder Mittelbereich soll in Bayern ein Gebiet von mindestens 30.000 Einwohnern umfassen.
Mittelzentrum
Die Mittelzentren versorgen die Bevölkerung ihres Einzugsbereichs (Mittelbereiche) mit Gütern und Dienstleistungen des gehobenen Bedarfs. Sie sollen deshalb über bestimmte spezielle Einrichtungen verfügen. Dazu gehören zum Beispiel ein Gymnasium, ein Krankenhaus der Versorgungsstufe 2, Kreisverwaltungsbehörden, Einkaufsmöglichkeiten mit differenziertem Angebot (Kaufhäuser, Einkaufszentrum), Gerichte und Einrichtungen für größere kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen.
MKW
Mineralölkohlenwasserstoffe werden als Grundstoffe der Petrochemie oder als Lösungsmittel eingesetzt. Sie sind daher Bestandteile von Mineral-, Heiz- und Schmieröl sowie von Benzin- und Dieselkraftstoff. MKW sind im Boden unter geeigneten Milieubedingungen relativ leicht abbaubar. Bei Eintritt in das Grundwasser werden sie bis zur Sättigung gelöst und bilden dann als Phase eine Kohlenwasserstoffschicht auf der Grundwasseroberfläche.
Mobilfunk
Mit Mobilfunk kann Information drahtlos mit Hilfe hochfrequenter elektromagnetischer Felder übertagen werden. Die Nutzung von C-, D- und E-Netz aber auch verschiedener Funkrufdienste oder von mobilen Satellitenfunk ist für jedermann möglich.
Hochfrequente Felder können, abhängig von ihrer Frequenz, in den Körper eindringen. Die Grenzwertempfehlungen der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung ICNIRP schützen vor der dabei möglichen Wärmewirkung. Diese Empfehlungen sind Grundlage der Hochfrequenz-Grenzwerte der 26. Verordnung zum Bundes-Immissionschutzgesetz.
Die sogenannten athermischen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder sind Gegenstand der aktuellen Forschung. Die Bewertung der bisher dazu vorliegenden Ergebnisse durch die ICNIRP hat ergeben, daß zur Zeit kein Grund für eine Änderung der bestehenden Grenzwerte vorliegt.
Weitere Hinweise beim Bundesamt für Strahlenschutz oder auf unserer Themenseite Elektrosmog
Monitoring
Der Begriff kommt aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum und bedeutet soviel wie Umweltbeobachtung oder Umweltüberwachung und wird meist in Zusammenhang mit der längerdauernden Registrierung verschiedener Umweltkenngrößen durch Meßgeräte oder Beobachtung von Tieren und Pflanzen (Biomonitoring) verwendet.
Monokulturen
sind, wirtschaftlich gesehen, rentabler als Mischkulturen: Riesige Felder mit nur einer Pflanzensorte (z.B. Weizen) lassen sich rationeller bearbeiten, man braucht weniger Maschinen usw. Die Anlage von Monokulturen bedeutet jedoch einen radikalen Eingriff des Menschen in das Gleichgewicht der Natur: Monokulturen sind biologisch arm (keine Artenvielfalt), sie entziehen dem Boden einseitig Nährstoffe und laugen ihn aus (es muß also mehr Kunstdünger eingesetzt werden), sie sind anfälliger für Schädlinge und Krankheiten (Folge: verstärkter Einsatz von Pestiziden).
Moore
Je nach der Höhe des aus abgestorbenen Pflanzen entwickelten Moorbodens (Torf) und des Standorts unterscheidet man zwischen vom Grundwasser beeinflußten Niedermooren und artenarmen, von hohem Niederschlag abhängigen Hochmooren. M. verlangsamen den Wasserabfluß aus der Landschaft durch die Aufnahme großer Wassermengen (Schwammwirkung). Sie sind »Archive«, die unersetzliche Dokumente der Natur-, insbesondere der Vegetationsgeschichte beherbergen. M. sind Rückzugsgebiete für Pflanzen- und Tierarten aus der Eiszeit. 10% der in Bayern gefährdeten Pflanzenarten haben ihren Verbreitungsschwerpunkt in M. Gefährdet sind M. durch Trockenlegung, Torfabbau und Erholungsverkehr.
Motor
Kraftfahrzeuge wie Autos oder Motorräder, aber auch Motorboote, wie sie derzeit in Betrieb sind, werden i.d.R. von Verbrennungsmotoren angetrieben. Die Motorleistung hängt von der Drehzahl ab, wurde früher in PS (Pferdestärken) und wird heute in kW (Kilowatt) angegeben. Regelmäßige Wartung der M. ist sehr wichtig, da sich der Schadstoffausstoß stark erhöhen kann. Jeder M. ist außerdem die Quelle zahlreicher Geräusche. Jeder Fahrer kann deshalb durch seine Fahrweise einen wichtigen Beitrag zur Lärm- und Abgasminderung beitragen. Im Zuge der Entwicklung alternativer Antriebstechnologien werden auch Elektromotoren und auf alternative Kraftstoffe optimierte Verbrennungsmotoren (Erdgas-, Wasserstoffmotor) eingesetzt.
MSR
Abk. für Meß-, Steuer- und Regeltechnik.
Müllverbrennungsanlage
Abk. MVA. Anlagen zur thermischen Abfallbehandlung. MVAs, die den strengen gesetzlichen Bestimmungen entsprechen müssen, stellen für organische und anorganische Schadstoffe Senken dar (insbesondere für Dioxin, Quecksilber, Cadmium etc.), da dort diese im Abfall enthaltenen Schadstoffe zerstört oder zurückgehalten und somit der Biosphäre entzogen werden. Eine MVA besteht prinzipiell aus einem Anliefer- und Zwischenlagerbereich (»Müllbunker«), einem Verbrennungsteil mit Energierückgewinnung (»Müllkessel«) und einer Rauchgasreinigung. Die Verbrennungsrückstände wie Schlacke und Rauchgasreinigungsprodukte können weitgehend verwertet werden.
Muttermilch
ist heute auch ein »Indikator« für Umweltgifte: So hat man darin z.B. DDT festgestellt. In den letzten Jahren haben sich die Rückstände an organischen Schadstoffen wie z.B. Dioxinen laufend verringert.
