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Umwelt-Lexikon
Halbwertszeit
Vor allem in der Atomphysik verwendeter Begriff. Er bezeichnet diejenige Zeitspanne, nach der die Hälfte einer bestimmten Zahl radioaktiver Atomkerne zerfallen ist und die Strahlung entsprechend abnimmt. Allgemeiner auch: Zeitspanne, innerhalb derer sich eine Stoffkonzentration um die Hälfte vermindert. Man unterscheidet drei Hauptkategorien: Die physikalische (Radioaktivität eines Stoffes geht zurück), die chemische (Konzentration eines Schadstoffes nimmt ab) und die biologische H. Sie gibt an, in welchem Zeitraum nach Verabreichung eines Stoffes die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Menge eliminiert, d.h. abgebaut oder ausgeschieden ist (wichtig für die Bestimmung der Verweildauer eines Stoffes im Organismus).
Halone
FCKW, die neben Chlor und Fluor auch Bromatome im Molekülgerüst aufweisen. H. zerstören die Ozonschicht (Ozonloch) stärker als FCKW, und zwar um den Faktor drei bis zehn. Sie waren als Löschmittel, z.B. in Feuerlöschern, weit verbreitet. Die Produktion wurde bereits Anfang der 90er Jahre in Deutschland eingestellt. Die Verwendung von H. ist seit 1992 verboten.
Handlungsstörer
Derjenige, der aufgrund seines Verhaltens oder des Verhaltens von Personen, die seiner Obhut unterliegen, für eine Gefährdung oder Schädigung von Mensch und Umwelt verantwortlich ist.
Hausmüll
Abfälle hauptsächlich aus privaten Haushalten, die von den entsorgungspflichtigen Kommunen selbst oder beauftragten Dritten in genormten Behältern regelmäßig gesammelt, transportiert und der weiteren Entsorgung zugeführt werden.
HC
Abk. für Kohlenwasserstoffe.
Hecken
sind ein wichtiger Bestandteil der Natur: Sie bieten vielen Tieren Schutz und Nahrung und sind lebenswichtig als Brut- und Nistplätze für die Vögel. Sie gliedern die landwirtschaftlichen Nutzflächen und schützen sie vor Erosion und Austrocknung. Die Anlage von Hecken wird vom Staat finanziell gefördert Vertragsnaturschutz.
Herbizide
Sammelbezeichnung für die meistverwandten chemischen Pflanzenbehandlungsmittel, die der Bekämpfung unerwünschter Pflanzen (» Unkraut«) besonders in der Landwirtschaft dienen. Zusammen mit anderen tiefgreifenden Einflußnahmen des Menschen auf Natur und Landschaft haben Herbizide dazu beigetragen, daß die Artenvielfalt der Pflanzen großen Schaden genommen hat und damit die Nahrungsgrundlage von Wildtieren beeinträchtigt wurde. Durch übertriebene Vorstellungen von »Rasenpflege« wurden mit Herbiziden auch im privaten Bereich viele Kleinstlebensräume zerstört.
Hintergrundgehalt
Schadstoffgehalt eines Bodens, der sich aus dem geogenen (natürlichen) Grundgehalt eines Bodens und der ubiquitären Stoffverteilung als Folge diffuser Einträge in den Boden zusammensetzt.
Hintergrundwerte
Hintergrundwerte geben den Ist-Zustand der Böden an und beinhalten den geogenen Grundgehalt, das ist der Stoffbestand des Bodens, der sich aus dem Ausgangsgestein und der durch pedologische Prozesse beeinflussten Umverteilung von Stoffen im Boden ergibt und die ubiquitäre Stoffverteilung als Folge diffuser Einträge in den Boden.
Hinterhofbegrünung
Die meisten Hinterhöfe in den Städten sind triste, zubetonierte Abstellplätze für Fahrzeuge, Mülltonnen und Gerümpel. Ein phantasievoll begrünter Hinterhof aber ist ein lebendiger Raum für Erholung, Sport und Spiel und für nachbarliche Kontakte. Das Grün bringt Farbe ins Stadtleben und erhöht den Wohnwert eines Hauses. Umwelttip: Mieter und Vermieter, junge und alte Leute, alle Bewohner eines Hauses sollten ihren Hinterhof gemeinsam mit viel Grün gestalten. Manche Städte verteilen sogar Preise für die schönsten Hinterhöfe. Mitmachen lohnt sich.
Historische Erkundung
Standortbezogene Sammlung, Aufbereitung und Auswertung der über eine altlastverdächtige Fläche in schriftlichen Quellen, Karten und Luftbildern sowie aus Befragungen vorliegenden Daten, Tatsachen und Erkenntnisse insbesondere auch über die frühere und gegenwärtige Nutzung der Fläche.
Hochgeschwindigkeitsnetz
Das Hochgeschwindigkeitsnetz einer Bahngesellschaft soll die wichtigsten Verkehrsknotenpunkte eines Landes sowie Europas auf den Hauptstrecken miteinander verbinden. In Frankreich geschieht dies bereits in hohem Ausmaß durch den Hochgeschwindigkeitszug TGV, der von Paris aus auf zwei Strecken nach Lyon und Rennes führt. Auch Japan verfügt über ein ausgebautes Hochgeschwindigkeitsnetz mit über 3 000 Kilometern Gesamtstrecken. In Deutschland ist seit 1991 der ICE der Bundesbahn im Einsatz, der bis jetzt allerdings nur die Nord-Süd-Achse des Landes versorgt. Das Streckennetz soll weiter ausgebaut werden und zur Jahrtausendwende etwa 2 000 Kilometer lang sein. Seit dem Sommer 1993 wurde erstmalig auch eine »touristische« ICE-Linie eingerichtet: Sie führt von Hamburg nach Garmisch-Partenkirchen.
Hochgeschwindigkeitszug
Ein Bahnfahrzeug, das hohe Geschwindigkeiten (ab ca. 200 km/h) fahren kann. Beispiele hierfür sind der französische TGV (Train à Grande Vitesse), der im fahrplanmäßigen Betrieb eine Geschwindigkeit bis 300 km/h erreicht, oder der deutsche ICE (Inter-City-Express) mit bis 250 km/h. Hochgeschwindigkeitszüge werden immer elektrisch angetrieben. Der spezifische Energieverbrauch (Energie pro Personenkilometer) liegt beim Hochgeschwindigkeitszug nicht mehr sehr viel niedriger als bei neueren Flugzeuggenerationen.
Hochtemperaturvergasung
Abfallstoffe wie Altreifen (Altreifenverwertung), Kunststoffe oder Shredderabfälle (Shredder) werden hiermit bei Temperaturen zwischen 1 200 und 1 400 °C unter Sauerstoffmangel zu einem Primärgas umgesetzt. Hauptprodukte sind Kohlenmonoxid und H2 (Synthesegas) sowie Kohlendioxid und Methan. Nach der Gasreinigung kann das Synthesegas entweder thermisch (z.B. in Gasmotoren) oder stofflich (z.B. zur Erzeugung von Methan) genutzt werden.
Hochwasser
In Bayern wird der Hochwassernachrichtendienst vom Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft koordiniert. Die Pegelstände an den großen Flüssen und aktuelle Informationen zum Hochwasser können im Internet abgerufen werden.
Huckepackverkehr
ist eine Form des Kombinierten Verkehrs. Last- und Sattelzüge mit oder ohne Zugmaschine werden auf Güterzüge verladen (»Rollende Landstraße«).
Humus
besteht aus allen organischen Stoffen in und auf dem Boden, die sich aus dem Zersetzungsprozeß abgestorbener Pflanzen bilden. An der Humusbildung sind vor allem Regenwürmer, Milben und Bakterien beteiligt, die die Pflanzenreste mikroskopisch klein zersetzen. Der Humus enthält somit einen hohen Anteil von Stoffen, die von der Pflanzenwurzel aufgenommen werden können und wesentliche Voraussetzung für das Gedeihen der Pflanzen sind.
Hybridantrieb
kombiniert zwei verschiedene Typen von Motoren und Energiespeichern in einem Fahrzeug, nämlich einen Elektroantrieb und einen herkömmlichen Verbrennungsmotor (Diesel-, Benzin- oder auch Gasmotor). Man unterscheidet zwei Arten von H.: Den Serien-H. und den Parallel-H. (dualer Antrieb). Beim Serien-H. wird das Fahrzeug immer durch den Elektromotor angetrieben, während beim Parallel-H. der Antrieb wechselweise durch Verbrennungs- oder Elektromotor erfolgen kann. Die Reichweite eines elektrobetriebenen Fahrzeugs wird damit ausgedehnt
Hybridbus
Kraftomnibus, der alternativ oder parallel mit zwei verschiedenen Techniken angetrieben wird. In Bayern werden serielle Erdgas- bzw. Diesel-elektrische Hybridbusse im Liniendienst eingesetzt. Durch diese Technik werden die Schadstoffe minimiert.
Hydrogeologische Karten
H. beinhalten Daten über das Vorkommen von Grundwasser in den verschiedenen Landesteilen und über unterschiedlich durchlässige Speichergesteine, sowie über Richtung und Geschwindigkeit der Grundwasserbewegung, Tiefenlage, Ergiebigkeit und chemi-sche Zusammensetzung. Die Daten dienen als wichtige Beurteilungsgrundlage für die Trinkwassererschließung, für die Abgrenzung von Trinkwassereinzugsgebieten, für den vorbeugenden Gewässerschutz, für den Rohstoffabbau und für zahlreiche Planungsaufgaben.
