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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Umwelt-Lexikon

GAB

ist die Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH. Sie wurde 1989 gegründet und wird paritätisch von Staat und Wirtschaft getragen. Die Gesellschafter leisten jährlich einen Beitrag von jeweils 3 Millionen DM. Die GAB kann satzungsgemäß die Erkundung und Sanierung von Altlasten übernehmen, wenn kein leistungsfähiger Verpflichteter greifbar ist.

Gangwahl

Alle mit einer Gangschaltung ausgestatteten Fahrzeuge, ganz besonders aber Motorräder, können durch die richtige Gangwahl nicht nur weniger laut, sondern auch energiesparend gefahren werden und somit auch weniger Abgas produzieren. Umwelt-Pluspunkt: Bei 50 km/h erzeugen zehn Pkw im vierten Gang gerade soviel Lärm wie ein einziger, der im zweiten Gang gefahren wird. Daher: Rechtzeitig in den nächsthöheren Gang schalten, Drehzahlen beachten.

Garten

Der Garten kann eine wahre Oase für Tiere und Pflanzen sein, allerdings nur dann, wenn wir der Natur im Garten weniger ins Handwerk pfuschen. So ist z.B. ein ständig kurzgeschorener Rasen für Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Vögel ausgesprochen lebensfeindlich. Andere Tiere werden aus dem Garten vertrieben, weil ihnen fremdländische Pflanzen weder Nahrung noch Unterschlupf bieten. Umwelttip: Im Garten der Natur freien Raum lassen durch Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. Ein umweltbewußter Gärtner legt einen Komposthaufen an. Durch weniger Gartenputz können wir den Tieren Verstecke zum Schlafen und Überwintern anbieten.

Gartenschau

In Bayern finden jährlich abwechselnd Landesgartenschauen und Regionalgartenschauen (Veranstaltung »Natur in der Stadt/Gemeinde«) statt.

Gasanalysator

Meßeinrichtungen zur Bestimmung von Art und Menge eines Gases. Überwiegend findet die Bezeichnung für kontinuierlich arbeitende Gasmeßgeräte Verwendung. Sie gibt es für Schwefeldioxid, Stickstoffoxide, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Ozon sowie einige ausgewählte organische Verbindungen.

Gasförmige Stoffe

Stoffe, deren kritische Temperatur unter 50 °C liegt oder die bei 50 °C einen Dampfdruck größer als 3 bar haben.

Gasmotor

Verbrennungsmotoren, die auf den Betrieb mit Erdgas, Flüssiggas oder Wasserstoff optimiert sind. Wasserstoffmotoren sind jedoch noch nicht serienreif.

Gaspendelverfahren

G. haben in jüngster Zeit einen hohen Stellenwert durch die Einführung an öffentlichen Tankstellen erfahren. Mit Hilfe einer zweiten Leitung innerhalb des Befüllventiles an Zapfsäulen wird das bei der Befüllung des Tanks verdrängte Gas (Benzindämpfe) aufgefangen (gependelt) und in den Speichertank zurückgeführt. Die Umrüstung auf G. ist noch nicht an allen Tankstellen erfolgt. G. werden bei Umfüllvorgängen und beim Betanken mit Ottokraftstoffen eingesetzt. Bei der Befüllung von Kraftstofflagertanks werden die verdrängten Kraftstoffdämpfe erfaßt und der abfüllenden Anlage, z.B. Kesselwagen, zugeleitet. Beim Betanken von Fahrzeugen mit Ottokraftstoff werden die bei der Befüllung des Tanks verdrängten Benzindämpfe mit Hilfe einer zweiten Leitung innerhalb des Zapfventils aufgefangen und in den Speichertank der Tankstelle zurückgeführt (gependelt). Tankstellen sind, soweit nicht Sonderegelungen greifen, spätestens seit 1.1.98 auf Gaspendelverfahren umgerüstet.

GAU

Abk. für Größter anzunehmender Unfall. Begriff aus der Reaktorsicherheit, heute ersetzt durch den umfassenderen Begriff des Auslegungsstörfalls.

Gebietskategorien

Teilräume Bayerns mit ähnlichen raum,- siedlungs- und wirtschaftsstrukturellen Voraussetzungen und Entwicklungsproblemen, für deren Bewältigung die Landesplanung jeweils einheitliche Ziele aufstellt und verfolgt. Das Landesentwicklungsprogramm unterscheidet dabei zwischen Verdichtungsräumen und dem ländlichen Raum. Verdichtungsräume untergliedern sich in Stadt- und Umlandgebiete in Verdichtungsräumen sowie die äußeren Verdichtungszonen. Der ländliche Raum unterteilt sich weiter in die "Stadt- und Umlandbereiche im ländlichen Raum", in "ländliche Teilräume im Umfeld der großen Verdichtungsräume", in "ländliche Teilräume, deren Entwicklung in besonderem Maße gestärkt werden soll" und in das "Alpengebiet". Die Abgrenzung der Gebiete erfolgt mit Hilfe einschlägiger Kriterien wie Bevölkerungsdichte, Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung sowie Pendlerverflechtungen.

Gefährdungsabschätzung

Gesamtheit der Untersuchungen, Auswertungen und Beurteilungen, die notwendig sind, um die Gefahrenlage bei einer altlastverdächtigen Fläche zu klären.

Gefährdungspotential

Maß für den möglichen Eintritt einer Gefahr. Das G. von altlastverdächtigen Flächen/Altlasten wird abgeleitet aus einer Betrachtung von Schadstoffarten und -mengen (Emissionspotential), der Ausbreitungsmöglichkeiten (Transmissionspotential) und der Einschätzung der Auswirkungen auf Mensch und Umwelt (Immissionspotential). Das G. von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wird vom Volumen und der Wassergefährdungsklasse der in der Anlage vorhandenen wassergefährdenden Stoffe sowie der hydrogeologischen Beschaffenheit und Schutzbedürftigkeit des Aufstellungsortes bestimmt.

Gefahrenabwehr

Als G. wird die Aufgabe von Polizei und Ordnungsbehörden bezeichnet, nach den hierfür erlassenen Gesetzen und Verordnungen in ihrem Zuständigkeitsbereich nach pflichtgemäßem Ermessen Gefahren abzuwehren, durch die die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedroht wird.

Gefahrenverdacht

Im rechtlichen Sinne ist ein G. gegeben, wenn das Vorliegen bestimmter Tatsachen den Schluß auf eine mögliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuläßt. Er berechtigt die zuständige Behörde insbesondere zur weiteren Sachverhaltsermittlung und, soweit verhältnismäßig und erforderlich, auch zu einer (vorläufigen) Unterbrechung eines Geschehensablaufs.

Gefahrgut

ist im Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter begrifflich erläutert. Danach sind als G. Stoffe und Gegenstände anzusehen, von denen aufgrund ihrer Natur, ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren ausgehen können. Da sich dieses Gesetz auf den Transport von G. beschränkt, ist dieser Begriff deutlich von der Bedeutung des Gefahrstoffes abgehoben. Die Einteilung der G. erfolgt in insgesamt 9 Klassen (u.a. explosive Stoffe, entzündbare Stoffe, radioaktive sowie ätzende Stoffe). Firmen, die G. versenden, befördern, zur Beförderung verpacken oder zur Beförderung übergeben, müssen grundsätzlich einen Gefahrgutbeauftragten beschäftigen, der speziell geschult sein muß und insbesondere die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen hat.

Gefahrguttransport

Transport von Gütern (Güterverkehr), der wegen deren Giftigkeit, leichten Entzündbarkeit oder anderer möglicher Gefahren bestimmten Regelungen und Einschränkungen unterliegt. Dazu gehören z.B. Kennzeichnungspflicht, Spezialbehältnisse zum Transport, Fahrverbot auf einigen Strecken (z.B. in Wasserschutzgebieten) und zu bestimmten Zeiten. Zur sicheren Beförderung gefährlicher Güter werden an die Unternehmer hohe Anforderungen gestellt. Umwelt-Tip: Im Bereich solcher besonders gekennzeichneter Fahrzeuge ganz besonders umsichtig fahren, z.B. nicht leichtsinnig überholen.

Gefahrstoffe

Gefahrstoffe sind im Chemikaliengesetz (ChemG) erläutert und definiert. Es handelt sich hierbei um gefährliche Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse, die gefährliche Stoffe enthalten. Das ChemG nennt insgesamt 15 Eigenschaften von G.: explosionsgefährlich, brandfördernd, hochentzündlich, leichtentzündlich, entzündlich, sehr giftig, giftig, gesundheitsschädlich, ätzend, reizend, sensibilisierend, krebserzeugend, fortpflanzungsgefährdend, erbgutgefährdend und umweltgefährlich. Ausdrücklich ausgenommen sind gefährliche Eigenschaften, die durch ionisierende Strahlung hervorgerufen werden können. Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) regelt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von G. ebenso den Umgang und die Verwendung, die Chemikalien-Verbotsordnung (ChemVerbotsV) das Inverkehrbringen von G

Gegenstromprinzip

Grundprinzip der Landesplanung, das durch die wechselseitige Beeinflussung von örtlicher und überörtlicher bzw. regionaler und überregionaler Planung gekennzeichnet ist. Der Einfluß der höheren, überregionalen Planungsträger auf die regionalen, untergeordneten Planungsträger wird als "Top down" (Planung von oben nach unten) bezeichnet, der Gegenstrom dazu wird "Bottom up"-Planung (Planung von unten nach oben) genannt. Die Ordnung der Einzelräume soll sich in die Ordnung des Gesamtraumes einfügen und im Gegenzug soll die Ordnung des Gesamtraumes die Gegebenheiten und Erfordernisse seiner Einzelräume berücksichtigen.

Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz

Gesetz des Bundes, das die Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV, ÖPNV-Gesetz) und des kommunalen Straßenbaus regelt.

Genehmigungsverfahren

Für die Errichtung und den Betrieb bestimmter Anlagen, die eine Gefährdung für den Menschen und die Umwelt darstellen können, ist eine Genehmigung der zuständigen Behörden erforderlich. Es wird geprüft, ob das beantragte Vorhaben allen gesetzlichen Vorschriften zum Schutz von Menschen, Sachgütern und Umwelt entspricht. Die wichtigsten Vorschriften dazu enthalten das Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) bzw. das Atomgesetz mit ihren Verordnungen.

Generatives Verhalten

Summe der für die heutige und künftige Geburtenentwicklung maßgebenden sozialen, ökonomischen, weltanschaulich-religiösen, psychologischen und kulturellen Einflüsse auf Heiratsalter, Heiratshäufigkeit, die Geburtenzahlen, die Haushaltsgrößen und die Familienstrukturen.

Genreserven

In den Genen (Erbanlagen) von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen sind zahlreiche Eigenschaften enthalten, die der Mensch für sich nutzen kann, wenn er sie kennt (z.B. Heilwirkung einer Pflanze). Von den Millionen Tier- und Pflanzenarten sowie Mikroorganismen auf der Erde ist aber erst ein Bruchteil erforscht. Die auf ihre Eigenschaften noch nicht untersuchten Organismen stellen zusammen mit den bereits bekannten und nicht genutzten Genen die Genreserve dar. Je mehr Arten aussterben, desto mehr Genreserven gehen verloren. Das Verschwinden von Arten ist deshalb ein unwiederbringlicher Verlust.

Gentechnik

Sammelbegriff für verschiedene molekularbiologische Techniken. Sie ermöglicht, DNA-Stücke (Erbsubstanz) unterschiedlicher Herkunft artübergreifend neu zu kombinieren und in geeigneten Wirtszellen zu vermehren und zu exprimieren (z.B. Einbau des Humaninsulingens in das Bakterium Escherichia coli K 12). Die wichtigsten Anwendungsgebiete liegen in der molekularbiologischen Grundlagenforschung, im Gesundheitswesen (Diagnose und Therapie von Krankheiten), in der Landwirtschaft (Verbesserung von Qualitätskriterien, Erhöhung der Schädlingsresistenz, Verringerung des Einsatzes von Agrochemikalien) und im Umweltschutz (Schadstoffabbau, Umweltanalytik, Ressourceneinsparung bei der Produktion).

Geogen

Von den natürlichen erdgeschichtlichen Bedingungen oder von der Gesteinszusammensetzung verursacht; z.B. geogene Grundwasserbelastung.

Geographisches Informationssystem (GIS)

Ein Geoinformationssystem ist ein rechnergestütztes System, das aus Hard- und Software, Daten und Anwendungen besteht. Mit ihm können raumbezogene Daten digital erfaßt, redigiert, gespeichert und analysiert sowie graphisch und alphanumerisch präsentiert werden. Vorteil von GIS ist die räumliche Zuordnung bestimmter Sachverhalte auf die Flächen im Raum. Mit einem GIS sind z.B. auch Flächenberechnungen möglich. In der Raum- und Umweltplanung sind GIS-Systeme inzwischen weit verbreitet. Ein Beispiel für eine GIS-Anwendung ist das Raumordnungskataster (ROK) der Bayerischen Landes- und Regionalplanung, das über das Bayerische Behördennetz zugänglich ist.

Geologische Barriere

Schwer durchlässige Bodenschicht, die das Eindringen von Schadstoffen an der Erdoberfläche in das Grundwasser verhindert oder stark verzögert.

Geologische Karten

G. stellen eine umfassende Inventur der am Aufbau des Untergrundes beteiligten Gesteine, ihrer Eigenschaften und Lagerung dar. Sie sind Voraussetzung für darauf aufbauende spezielle Auswertungen und Anwendungen im Zusammenhang mit Planungsvorhaben, der Nutzung und des Schutzes des Naturraumes, des Schutzes des Menschen vor natürlichen Risiken und der geowissenschaftlichen Forschung.

Geologisches Landesamt (GLA)

Das GLA ist die zentrale geowissenschaftliche Fachbehörde Bayerns. Es erfasst Informationen über den Boden und den Untergrund einschließlich des Grundwassers mit wissenschaftlichen Methoden, beurteilt und verarbeitet sie und stellt sie im Bodeninformationssystem dem Staat, der Wirtschaft und dem Bürger für Zwecke der Nutzung, des Umwelt- und Naturschutzes und der Gefahrenabwehr zur Verfügung.

Georisiken

Durch Naturgefahren auf Grund von Massenbewegungen wie Rutschungen, Fels- und Bergstürze entsteht im Bergland eine Bedrohung für Leib und Leben sowie für Hab und Gut. Um diese Gefährdung zu vermindern, ist eine möglichst umfassende Kenntnis über solche Vorgänge und über ihre Mechanismen notwendig. Das Geologische Landesamt untersucht diese Georisiken, wertet die gesammelten Informationen unter geowissenschaftlichem Blickwinkel mit Hilfe moderner Computertechnik aus und leitet sie rasch an Interessierte weiter.

Geotope

G. sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur. Sie umfassen Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsformen sowie künstlich geschaffene Aufschlüsse von Böden und Gesteinen. Erhaltenswerte Geotope zeichnen durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Schönheit, Eigenart, Form oder Seltenheit aus. Das Geologische Landesamt erfasst und bewertet Geotope und schlägt Maßnahmen für deren Erhaltung vor.

Geothermie

Geothermie ist die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Erdoberfläche (Synonym: Erdwärme). Wird in einer beliebigen Tiefe dem Untergrund Wärme z.B. zu Heizzwecken entzogen, fließt dieser Stelle wieder Wärme von allen Seiten zu, nahe genug an der Oberfläche ist darin natürlich auch ein mehr oder weniger großer Anteil aus der Einstrahlung der Sonne enthalten. Zur technischen Nutzung der G. wird gegenwärtig eine maximale Tiefe von rund 3 000 m als wirtschaftlich vertretbar angesehen. Man unterteilt die geothermischen Lagerstätten in Hochtemperaturl. mit Temperaturen von mehr als 150 °C, mittelthermale L. mit Temperaturen von 100 bis 150 °C und in niedrigthermale L. mit Temperaturen unter 100 °C. Je nach Temperatur der geothermischen Flüssigkeiten ist Elektroenergie- oder Heizenergieerzeugung durch Nutzung der G. möglich. Die aus vulkanischen Quellen gewonnene Hochtemperaturenergie wird vorwiegend zur Elektroenergieerzeugung mittels Dampfkraftprozeß verwendet. Heizenergiebereitstellung kann mit der Warmwasserförderung aus niederthermalen Lagerstätten erfolgen. Weltweit sind geothermische Kraftwerke mit einer Gesamtleitung von 6500 MW (1990) am Netz. Das entspricht etwa der Leistung von vier bis fünf großen KKW. Die meisten Anlagen befinden sich an der Westküste Nordamerikas, auf den Philippinen, in Italien, Japan und Neuseeland. Bekannte Anlagen in Deutschland findet man in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern (Niederthermal, Warmwasser).

Geowissenschaftliche Landesaufnahme

Das Geologische Landesamt führt gemäß GLA-Gesetz die geowissenschaftliche Landesaufnahme durch. Diese umfasst alle wesentlichen Informationen über Verbreitung, Eigenschaften, Lagerung der Gesteine und Böden, das Vorkommen von Grundwasser und von Speichergesteinen sowie Informationen über die erdgeschichtliche Entwicklung.

Geruchsbelästigung

ist eine Form der Umweltbelastung, weil sie je nach Intensität das Wohlbefinden des Menschen beeinträchtigen kann.

Gesamtverkehrsplan

Verkehrsplan, der sich auf alle Verkehrsträger erstreckt, wie z.B. der Bundesverkehrswegeplan oder der Gesamtverkehrsplan Bayern.

Gesamtverkehrssystem

Die Verknüfpung aller »Verkehrsträger« (Straße, Schiene, Schiff- und Luftfahrt) zu einem möglichst effektiven, d.h. gut funktionierenden System. Wenn also jemand mit einem Bus zur nächsten U-Bahn-Station fährt, dann mit der U-Bahn zur S-Bahn gelangt und hiermit direkt zum Flughafen kommt, dann nutzt er das Gesamtverkehrssystem seiner Stadt optimal. Je besser die Verknüpfung der Verkehrsmittel, desto geringer ist im allgemeinen die Umweltbelastung. Umwelt-Pluspunkt: Stadtplan kaufen und sich mit dem Gesamtverkehrssystem vertraut machen; abchecken, welche Alternativen zum Auto geboten werden.

Geschützte Pflanzen

Selten gewordene oder vom Aussterben bedrohte Pflanzen stehen unter gesetzlichem Schutz und dürfen weder gepflückt noch ausgegraben oder beschädigt werden. Angaben über geschützte Pflanzen bekommt man bei den Umweltschutzbehörden und -verbänden.

Geschwindigkeitsbegrenzer

Da Lkw und Busse auf Autobahnen oft schneller als zulässig fahren, ist ab 1.1.1994 die Verwendung eines Geschwindigkeits- oder Tempobegrenzers gesetzlich vorgeschrieben. Künftig gilt dies auch für Zugmaschinen, die seit 1.1.98 erstmalig zugelassen sind. Ein Sensor mißt dabei am Tachometer oder an der Hinterachse die gefahrene Geschwindigkeit und gibt diese an einen elektronischen Regler weiter; dieser begrenzt die Einspritzmenge des Kraftstoffs so, daß die zulässige Geschwindigkeit (Busse bis 105 km/h, Lkw und Zugmaschinen 90 km/h) nicht überschritten werden kann.

Geschwindigkeitsbeschränkung

Bisher sind Höchstgeschwindigkeiten in der Bundesrepublik vorwiegend aus Sicherheits-, weniger aber aus Umweltschutzgründen festgesetzt worden. Es gelten generell folgende Begrenzungen: innerhalb von geschlossenen Ortschaften 50 km/h, außerhalb, z.B. auf Landstraßen, 60-100 km/h (je nach Fahrzeugtyp). Viele Städte haben mittlerweile, meist in Wohngebieten zum Schutz der Anwohner, verkehrsberuhigte Bereiche und 30 km-Zonen eingerichtet: In verkehrsberuhigten Bereichen ist nur Schrittempo - vier bis sieben Stundenkilometer - erlaubt. In 30km-Zonen darf man höchstens 30 Stundenkilometer fahren. Aus Sicherheitsgründen sind Mofas, Mopeds und Leichtkrafträder in ihrer Höchstgeschwindigkeit begrenzt. Die Bundesrepublik ist das einzige europäische Land ohne generelle G. auf den Autobahnen für Pkw und Krafträder. So darf man etwa in Dänemark, Holland, Griechenland und Ungarn höchstens 100 km/h fahren, in Schweden 110, in England 112, in Spanien, Portugal und der Schweiz bis zu 120 km/h. Ein Tempolimit für die Autobahnen in Deutschland ist zwar immer wieder im Gespräch, hat sich bisher aber nicht durchsetzen können. Kontrollmessungen haben ergeben, daß rund 60% der Autobahnbenutzer die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h nicht überschreiten; 13% fahren schneller als 150 km/h.

GSB - Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH

Eigentümer der G. sind der Freistaat Bayern, Industrieunternehmen und die kommunalen Spitzenverbände. Die GSB ist gesetzlicher Träger der Sonderabfallbeseitigung in Bayern. Bayerische Abfallerzeuger sind verpflichtet, ihre zu beseitigenden Sonderabfälle der G. zu überlassen. Die GSB betreibt bayernweit in drei zentralen Entsorgungsbetrieben und sechs Sammelstellen insgesamt drei chemisch-physikalische Behandlungsanlagen, fünf Emulsionsspaltanlagen, eine Eindampfanlage, drei Sonderabfall-Verbrennungseinheiten sowie zwei Sonderabfalldeponien.

Getriebe

Ein Getriebe übersetzt die Motorleistung mit Hilfe von Zahnrädern auf die Achse und verwandelt sie in Bewegung. Es wird, wenn das Fahrzeug kein Automatikgetriebe hat, durch Gangschaltung und Kupplung geschaltet.

Gewässer

Oberirdisches Gewässer.

Gewässer

Die G. sind wichtige Bestandteile des Naturhaushalts und Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Sie werden aber auch von den Menschen schon immer genutzt - zur Trinkwassergewinnung, als Transportweg, zur Energieerzeugung, zur Abwasserentsorgung, zur Freizeitgestaltung u.v.m.. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Bundes und die Wassergesetze der Länder sorgen dafür, daß Schutz und Nutzung der Gewässer in Einklang miteinander gebracht werden. Als Gewässer im Sinne des WHG gelten alle Bäche, Flüsse und Seen, das Grundwasser und die Küstengewässer (das Meer zwischen der Küstenlinie und der international festgelegten seewärtigen Begrenzung).

Gewässergüte

Die Beschaffenheit von Fließgewässern wird im Ergebnis analytischer Untersuchungen und biologisch-ökologischer Bestandsaufnahmen mit dem sogenannten Saprobiensystem nach fünf Güte- und drei Zwischenklassen eingestuft. (Das Saprobiensystem gibt den Zustand des biologischen Besiedlungsbildes wieder). Die Güteklassen lauten: I für unbelastet bis sehr gering belastet; I-II gering belastet; II mäßig belastet; II-III kritisch belastet; III stark verschmutzt; III-IV sehr stark verschmutzt; IV übermäßig verschmutzt; V ökologisch zerstört. Die G. wird von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) in Form einer Gewässergütekarte dargestellt.

Gewässerpflegeplan

Der G. ist ein wasserwirtschaftlicher Fachplan für ein bestimmtes Gewässer oder einen Gewässerabschnitt. In ihm wird dargestellt, wie das Gewässer gepflegt und entwickelt werden soll, damit es einen möglichst naturnahen Zustand erreicht. Er ist Grundlage für die zielgerichtete Unterhaltung des Gewässers und seiner Ufer.

Gewässerschutz

Der G. ist ein wichtiger Teilbereich des Umweltschutzes. Nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Bundes ist jedermann verpflichtet, bei Maßnahmen, die sich auf ein Gewässer auswirken können, alles zu tun, um eine Verunreinigung oder sonstige nachteilige Veränderung des Wassers zu vermeiden.

Gewerbeaufsichtsamt

ist eine staatliche Behörde, die im Interesse des Arbeitnehmers u. a. auch darüber wacht, daß Betriebe und einzelne Maschinen nicht zu laut sind oder zuviel Schadstoffe abgeben.

Gewebefilter

Auch Oberflächenfilter genannt. Es handelt sich dabei um filternde Abscheider, die neben Elektrofiltern zur Entstaubung eingesetzt werden. Beim G. sollen möglichst wenig Staubpartikel aus dem Abgasstrom in das Filtermedium eindringen. So entsteht auf der Filteroberfläche mit der Zeit ein Staubkuchen; er stellt das eigentliche, hochwirksame Filtermedium dar. Durch das allmähliche Anwachsen der Filterschicht entsteht ein Druckverlust im Abgasstrom. Deshalb muß der Staubkuchen von Zeit zu Zeit vom Filtermedium entfernt werden, was z.B. durch automatische Druckimpulse geschieht. Als Filtermaterial kommen Faserschichten oder Körner zum Einsatz; sie sind entweder lose aufgeschüttet oder fest miteinander verbunden

Gezeitenenergie

Die unterschiedlichen Wasserhöhen bei Ebbe und Flut an den Küsten und die dabei bestehende starke Strömung lassen sich zum Antrieb von Turbinen nutzen, um elektrischen Strom zu produzieren. Gezeitenkraftwerke gibt es an der Atlantikküste in Frankreich, wo der Unterschied zwischen Ebbe und Flut besonders groß ist. Die Gezeitenenergie zählt zu den alternativen Energien.

Gift

Gifte sind chemische Stoffe, die im Körper schädliche Wirkungen hervorrufen. Giftwirkungen sind aber nicht nur an chemische Stoffe und deren Molekülstrukturen gebunden, sondern sie sind auch von der aufgenommenen Menge (Dosis), von Einwirkungsart (Kontaktort bzw. Aufnahmeweg), Einwirkungshäufigkeit und Einwirkungs(gesamt)zeit abhängig. Für eine rasche Information bei Vergiftungsfällen wurden Giftnotrufzentralen eingerichtet: München: 089/19240, Nürnberg 0911/398-2451.

Giftmüll

Umgangssprachliche Bezeichnung für Sonderabfall.

Gletscher

Der größte Teil der auf der Erde vorhandenen Süßwasserreserven ist in den riesigen Eisfeldern der Gletscher im Gebirge und vor allem in der Antarktis gespeichert. Ihr Schmelzwasser speist nicht nur die Meere, sondern auch Flüsse und Seen (vor allem in Nordamerika). Würden die Polkappen vollständig abschmelzen wie schon einmal in der Frühgeschichte der Erde, so würde der Meeresspiegel über 60 m ansteigen, große Teile der Kontinente würden überflutet. In jüngster Zeit haben Forscher festgestellt, daß die bei uns produzierten Schadstoffe mit dem Wind bis in die Antarktis und dort in das Gletschereis gelangen.

Global 2000

heißt eine Umweltstudie, die im Auftrag des amerikanischen Präsidenten von amerikanischen Wissenschaftlern und Regierungsbehörden zusammengestellt und 1980 veröffentlicht wurde. Untersucht wurden die voraussichtlichen weltweiten Veränderungen der Bevölkerung, der natürlichen Ressourcen und der Umwelt bis zum Jahr 2000. ähnlich wie schon andere, frühere Untersuchungen (Club of Rome) gibt auch ,»Global 2000« ein eindringliches Bild von der stark wachsenden Belastung und dem gleichzeitigen Rückgang der Belastbarkeit der Erde und ruft die Regierungen zu verstärkten Anstrengungen in der Umweltpolitik auf.

Glühkerzen

Beim Starten von Diesel-Fahrzeugen sorgen Glühkerzen in dem noch kalten Verbrennungsraum des Motors für die zur Selbstzündung des Diesel-Luft-Gemischs nötige Temperatur. Anschließend schalten sie sich automatisch wieder ab. Die Glühkerzen gehören zur sogenannten Vorglühanlage von Dieselfahrzeugen, die man bei modernen Kfz - im Gegensatz zum früher oft längeren Vorglühen (»Dieselgedenkminute«) - nur noch wenige Sekunden betätigen muß.

Greenpeace

ist der Name für eine 1971 in Kanada gegründete internationale Umweltschutzorganisation. Greenpeace gibt es heute in vielen Ländern der Welt, auch in der Bundesrepublik Deutschland. Ihr Ziel ist es, durch gewaltfreie Aktionen auf die Bedrohung der Umwelt aufmerksam zu machen und die Regierungen zu entsprechenden Maßnahmen zu veranlassen. So haben Greenpeace-Gruppen mit Schlauchbootbarrikaden gegen die Versenkung von chemischen und radioaktiven Abfällen ins Meer, gegen Atombombenversuche und gegen das Abschlachten von jungen Robben in Kanada protestiert. In den letzten Jahren hat G. auch durch rechtswidrige Aktionen gegen Kernkraftwerke und Nukleartransporte auf sich aufmerksam gemacht.

Grenzwerte

Gesetzlich verankerte Werte, die nicht überschritten werden dürfen, z.B. für Fremdstoffe in Trinkwasser, für krebserzeugende Stoffe in Lebensmitteln. Im Unterschied dazu sind Richtlinien, Orientierungs- oder Leitwerte nicht rechtsverbindlich.

Grenzen des Wachstums

heißt der 1972 vom Club of Rome veröffentlichte Bericht über die Umweltsituation. Damit wurden der Weltöffentlichkeit erstmals die Folgen eines weiteren, ungezügelten wirtschaftlichen Wachstums vor Augen geführt. Die Wissenschaftler prophezeiten die Erschöpfung der wichtigsten Rohstoffe und Energiequellen innerhalb einer Generation sowie die Zerstörung der Umwelt und große Hungerkatastrophen in einer übervölkerten Welt, wenn sich Umweltbewußtsein und Verhalten der Menschen nicht ändern.

Größter anzunehmender Unfall

GAU

Grün und Erholung in Stadt und Gemeinde (Landeswettbewerb)

Das Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen schreibt alle drei Jahre den Wettbewerb »Grün und Erholung in Stadt und Gemeinde« aus. Mit dem Wettbewerb sollen wohnungsnahe Grünanlagen ausgezeichnet werden, die einen hohen Erholungs- und Freizeitwert haben, vorbildliche Lösungen für die naturnahe Gestaltung und Pflege aufzeigen und in denen beispielhaft gartenkünstlerische, ökologische, soziale und umweltpädagogische Zielsetzungen verwirklicht werden. Die Grünanlagen müssen öffentlich zugänglich sein. Der nächste Wettbewerb wird im Jahre 1999 ausgeschrieben werden. An diesem Wettbewerb können Städte und Gemeinden mit mehr als 3 000 Einwohnern teilnehmen.

Grundwasser

Allgemein: Wasser, das aufgrund der Versickerung von Niederschlägen die im Boden und Gestein vorhandenen Hohlräume zusammenhängend erfüllt. Die chemische Zusammensetzung tiefer G. ist in den verschiedenen geologischen Formationen im Typ sehr ähnlich hinsichtlich der Hauptbestandteile an Natrium- und Magnesiumionen sowie anderer wichtiger Salze. Das durch Brunnen oder Sickerleitungen im Ufergelände von Flüssen und Seen gewonnene uferfiltrierte G. (Uferfiltrat) steht gütemäßig zwischen Oberflächenwasser und G. Letzteres wird über vertikale (Bohrbrunnen) oder horizontale Fassungen (Horizontalfilterbrunnen) sowie Quellfassungen aus dem Boden entnommen und vorzugsweise als Trink-, aber auch als Betriebswasser genutzt. Konsequenter G.-Schutz sowie die regelmäßige G.-Beobachtung sind unabdingbar. Dies schließt die Kontrolle von möglichen Vergiftungsquellen und die Analyse eingetretener Schadensfälle mit ein. In Gebieten, in denen Grundwasser zur Nutzung als Trinkwasser gefördert wird, werden Wasserschutzgebiete ausgewiesen.

Grundwasserhemmer

Gesteinskörper, der im Vergleich zu einem angrenzenden Gesteinskörper gering wasserdurchlässig ist.

Grundwasserleiter

Gesteinskörper, der geeignet ist, Grundwasser weiterzuleiten.

Grundwasserschutz

Zum Schutz des Grundwassers ist jedermann aufgerufen. Folgende Leitlinien werden verfolgt:

  • Die Beschaffenheit des nicht verunreinigten Grundwassers erhalten.
  • Eine weitere Schädigung verunreinigten Grundwassers verhindern und Schäden soweit möglich sanieren.
  • Nur in dem Maße Grundwasser entnehmen, in dem es sich neu bildet.

Grüne Lunge

Mit ihren Blättern und Nadeln wirken die Bäume der Wälder und Parks wie riesige Filter. 1 ha Buchenwald kann jährlich rund 70 t, 1 ha Fichtenwald etwa 30 t Staub aus der Luft herausfiltern. Außerdem produzieren Bäume wie alle grünen Pflanzen Sauerstoff. Die Funktion von Wäldern und Parks als »Grüne Lunge« ist besonders in der Nähe von Städten und Ballungsgebieten (lebens)wichtig.

Grüne Welle

Durch Geschwindigkeitsanzeigen auf eigenen Ampeln kann das stetige, flüssige Passieren über viele Kreuzungen hintereinander geregelt und gesteuert werden. Hält man die angezeigte Geschwindigkeit ein, so wird man an der nächsten Ampel »Grün« haben. Öffentliche Verkehrsmittel (Bus) erhalten auf diese Weise im Stadtverkehr häufig einen eigenen Grünvorlauf.

Grüner Punkt

Immer mehr Verpackungen tragen inzwischen den G. Dieser ist kein Zeichen für ein besonders umweltfreundliches Produkt. Er besagt lediglich, daß so gekennzeichnete Einwegverpackungen von der Wirtschaft zurückgenommen und verwertet werden. Die Rücknahme geschieht meist über die vorhandenen kommunalen Sammelsysteme wie Wertstoffcontainer oder Wertstoffhöfe oder über den »Gelben Sack« bzw. die »Gelbe Tonne« (Duales System Deutschland). UMWELTTIP: Grundsätzlich sollte man beim Einkaufen immer daran denken, daß beim Grünen Punkt Recycling im Vordergrund steht, und nicht zu allererst Vermeidung von Müll oder gar Mehrweg. Man sollte sich daher vom Grünen Punkt nicht irreführen lassen, sondern man sollte soweit wie möglich Mehrwegverpackungen kaufen oder noch besser, wo möglich, auf unverpackte Ware zurückgreifen.

Grünflächen

sind unbebaute Wiesen, Rasenflächen und Parkanlagen in Städten und Siedlungen. Sie tragen zur Lufterneuerung und Klimaverbesserung bei. Auch bilden sie inmitten von dicht bebauten Städten den Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Zudem spielen sie eine wichtige Rolle für die Erholung des Menschen. Es gilt die Faustregel, daß jeder Mensch einen Freiflächenbedarf von 50 m2 braucht. In vielen Städten wird diese Zahl allerdings nicht erreicht. Abhilfe könnte die Hinterhofbegrünung schaffen.

Grünordnung

Städte und Gemeinden dürfen nicht bis zum letzten Quadratmeter zugebaut und zubetoniert werden; Gebäude, Straßen und Grünflächen müssen miteinander abwechseln. In Grünordnungsplänen wird festgelegt, wo und in welcher Form Frei- und Grünflächen notwendig sind, damit der Naturhaushalt auch innerhalb der Städte und Gemeinden gesichert und die Ansprüche der Menschen an Freizeit und Erholung erfüllt werden können.

Grundsätze der Umweltpolitik

Wichtige Grundsätze der Umweltpolitik sind: Verursacherprinzip, Vorsorgeprinzip, Kooperationsprinzip, Integrationsprinzip und Nachhaltige Entwicklung.

GSB

Abk. für Gesellschaft zur Entsorgung von Sondermüll in Bayern (Ebenhausen). Eigentümer der GSB sind der Freistaat Bayern, Industrieunternehmen und die kommunalen Spitzenverbände. Die GSB ist gesetzlicher Träger der Sonderabfallbeseitigung in Bayern. Bayerische Abfallerzeuger sind verpflichtet, ihre zu beseitigenden Sonderabfälle einem gesetzlichen Träger (GSB oder SEF) zu überlassen. Die GSB betreibt zur Sonderabfallentsorgung u.a. regionale Sammelstellen in Aschaffenburg, Schweinfurt, Mitterteich (Landkreis Tirschenreuth), Neu-Ulm, Augsburg, München und Sandbach (Landkreis Passau), Anlagen zur chemisch-physikalischen Abfallbehandlung in München und Ebenhausen (Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm), Anlagen zur thermischen Abfallbehandlung in Ebenhausen und eine Sonderabfalldeponie in Gallenbach (Landkreis Aichach-Friedberg).

Zentrale Entsorgungsstelle und -organisation für die Entsorgung von Sonderabfall in Bayern. Hier werden die kritischen Abfälle entweder verbrannt, phys.-chem. behandelt und/oder ordnungsgemäß deponiert (Sonderabfalldeponie). Vergleichbare Einrichtungen gibt es auch in anderen Bundesländern.

Gülle

wird auch als Flüssigmist bezeichnet. Es stellt ein Gemisch aus Kot, Harn, Wasser, Einstreuresten und Futterbestandteilen aus der Viehhaltung dar. Im Gegensatz dazu besteht Jauche zum einen Teil aus Harn, zum anderen aus Sickersaft des Festmiststapels, Wasser verschiedener Herkunft. Sie kann Kot- und Streubestandteile enthalten. Häufig wird G. als wirtschaftseigener Dünger verwandt. Einzelheiten regelt eine erst vor kurzem erlassene Düngeverordnung der Bundesregierung. Danach darf ein Düngemittel zeitlich und mengenmäßig nur so eingesetzt werden, daß die darin enthaltenen Nährstoffe, insbesondere Nitrat, von den Pflanzen weitestgehend ausgenutzt werden und Einträge in Gewässer (Grundwasser, Oberflächengewässer) vermieden werden. Auch bei unsachgemäßer Handhabung und Lagerung der G. können Umweltschäden an Boden, Wasser und Luft auftreten. Das Bauordnungsrecht verlangt deshalb beim Bau von Güllegruben oder -behältern Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Einzelne Hersteller bieten auch Gülleverwertungsanlagen an, die das in der G. vorhandene Wasser einleitfähig machen, die Nährstoffbestandteile zu gezielt einsetzbaren Düngern aufbereiten und das anfallende Biogas zur Energieerzeugung nutzen.

Güterverkehr

Jeglicher Verkehr, der nicht der Beförderung von Personen, sondern dem Warentransport dient. Als Verkehrsmittel werden die Bahn, Lkw, Schiffe (Binnenschiffahrt) oder Flugzeuge eingesetzt. Seit langem ist die Verlagerung des G. von der Schiene auf die Straße zu beobachten. Seit der Vereinigung Deutschlands hat sich dieser Trend noch beschleunigt. Mittlerweile werden über 60% der Güter mit LKW transportiert, während es per Bahn nur knapp 20% sind. Diese Entwicklung geht stark zu Lasten der Umwelt (Abgas, Lärm). Deshalb versucht man, den Güterverkehr wieder auf umweltverträglichere Verkehrsmittel »umzuleiten«: Mischformen wie das »Huckepackverfahren« (Lkw auf der Schiene) oder der »Ro-Ro-Verkehr« (Lkw auf Binnenschiffen) kommen dem entgegen. Durch Güterverkehrszentren soll dieser kombinierte Güterverkehr noch attraktiver gemacht werden: Hier treffen unterschiedlicheVerkehrswege (Straße, Schiene und Schiffahrtsweg) zusammen; die Güter können zentral angeliefert und von dort mit dem bestmöglichen Verkehrsmittel weiterverteilt werden. Darüber hinaus sind auch Bemühungen einzelner Unternehmer oder Kommunen zu verzeichnen, den Straßengüter-, sprich Lieferverkehr, durch bessere Koordinierung auf ein Mindestmaß zu beschränken.