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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Umwelt-Lexikon

Fachagentur nachwachsende Rohstoffe

FNR.

Fachliche Programme und Pläne

Programme und Pläne der Landesplanung für bestimmte Fachbereiche (z.B. Waldfunktionsplan), die Ziele der Raumordnung enthalten. Sie werden von den zuständigen Fachbehörden (z.B. Forstdirektionen) im Einvernehmen mit den Landesplanungsbehörden auf der Grundlage des Landesentwickungsprogramms aufgestellt.

Fachplanung

Staatliche Planung für abgegrenzte Fachbereiche. Beispiele sind die Fachplanung für Straßen (z.B. Ausbauplan für die Staatsstraßen des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Technologie) sowie die Planung von Hochschulen (Hochschulgesamtplan des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst). Die Aufgabe der Landesentwicklung ist es, die einzelnen Fachplanungen zu koordinieren und mit den Zielen der Raumordnung abzustimmen.

FAG

Abkürzung für Finanzausgleichsgesetz. Z.B. können Landkreise und kreisfreie Gemeinden vom Freistaat Bayern für Altlastensanierungen Kostenerstattungen nach Art. 7 Abs. 4 FAG bekommen.

FESForschungs- und Entwicklungszentrum Sondermüll

Fahrerverhalten

Ob als Mofa-, Motorrad- oder Autofahrer: Das eigene Fahrerverhalten wirkt sich direkt auf die Sicherheit im Straßenverkehr, aber auch auf den Verschleiß und Kraftstoffverbrauch und somit nicht zuletzt auf die Umwelt aus. Drängeln auf der Autobahn, Geschwindigkeitsüberschreitungen, aggressiver Fahrstil gefährden alle Verkehrsteilnehmer; sie führen außerdem erfahrungsgemäß nicht dazu, daß man eher am Ziel ankommt, als wenn man vorausschauend »relaxed« und sicher im Verkehrsfluß mitschwimmt. Umwelt-Pluspunkt: Die richtige Gangwahl spart Kraftstoff und macht den fahrbaren Untersatz zum »Leisetreter«.

Fahrgemeinschaft

An jedem Arbeitstag fahren in Deutschland viele Menschen mit dem Auto zur Arbeit meist sitzen sie allein in ihrem Fahrzeug. UMWELTTIP: Man sollte sich einmal umhören, ob Nachbarn oder Arbeitskollegen denselben Arbeitsweg haben und ob man mit diesen eine Fahrgemeinschaft bilden kann. Mit Fahrgemeinschaften kann man viel Energie sparen. Im Gegensatz zu einem Pkw mit je einem Insassen kann ein Pkw mit vier Insassen etwa 70% (!) der Gesamtkosten sparen. Auch zu zweit spart man schon die Hälfte gegenüber zwei mit jeweils einer Person besetzten Pkw. Außerdem bedeuten weniger Autos weniger Lärm, weniger Abgase und weniger Staus eine schönere Umwelt.

Fahrgeräusche

Von Kraftfahrzeugen ausgehende Geräusche, die sich hauptsächlich aus Antriebsgeräuschen (Motorgeräusch sowie Ansaug- und Auspuffgeräusch) und dem Reifen-Fahrbahn-Geräusch zusammensetzen. F. sind von der Geschwindigkeit und der Gangwahl abhängig. Damit ist der auftretende Lärm nicht nur von der Technik des Fahrzeuges, sondern auch vom Verhalten des Fahrers abhängig. Für Personenkraftwagen gilt im allgemeinen, daß im ersten und zweiten Gang die Antriebsgeräusche überwiegen, im dritten Gang beide Geräuschquellen etwa gleich laut sind und im vierten Gang das Reifen-Fahrbahn-Geräusch überwiegt.

Fahrrad

Eine ganze Palette von verschiedenen Fahrradtypen, die durch ihre technische Ausstattung auf die jeweilige Benutzungsart genau zugeschnitten sind, ist auf dem Markt: City-Räder für den Stadtverkehr, Trekking- und Tourenräder für vielseitige Fahrradtouren und die Mountainbikes für Fahrten auf gefällreichen Wegen. Die bundesweit stärkste Interessenvertretung der Radler ist der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), der auch Tips zum umweltverträglichen Verhalten gibt und Vorschläge für Touren bereithält. Kein Verkehrsmittel kann konkurrenzlos so viele Umwelt-Pluspunkte auf sich vereinigen wie das Fahrrad: Es belästigt weder durch Abgase noch durch Lärm, braucht außer Muskelkraft keinen Kraftstoff, benötigt wenig Platz und ist im Stadtverkehr gegenüber Autos häufig sogar das schnellere Fahrzeug. Ganz besonders für Kurzstrecken ist es empfehlenswert (Weg zur Schule, zur Arbeit, Besorgungsfahrten), nicht zuletzt deswegen, weil es eine lange Parkplatzsuche erspart. Einige Hersteller entwerfen sogar schon ein Öko-Fahrrad, bei dem alle Teile recyclingfähig sein sollen. Auch für Fahrradfahrer gilt, daß sie auf andere Verkehrsteilnehmer und auf die Umwelt Rücksicht nehmen müssen. Deshalb sollte man auch nicht mit dem Mountain-Bike im freien Gelände fahren, um keine Erosionen zu fördern.

Fahrrad-Infrastruktur

Da sich das Fahrrad als eine der Alternativen zum Auto in Städten wieder großer Beliebtheit erfreut, stellt sich auch die Verkehrsplanung zunehmend darauf ein: In vielen europäischen Städten wird eine regelrechte Fahrrad-Infrastruktur ausgebaut; dazu gehören die ausschließlich für Fahrradfahrer geschaffenen Fahrspuren (Fahrradstreifen und Fahrradwege), separate Überbrückungsmöglichkeiten oder Untertunnelungen bei Hauptverkehrsstraßen, eigene Durchlässe, die für den Autoverkehr gesperrt sind, eigene Abbiegemöglichkeiten und Grünvorlauf an Ampeln sowie »aufgeblasene Fahrradstreifen«, bei denen sich Radler vor einer Ampel sammeln und zügig vor den Autos eine Kreuzung passieren können. Zu einer guten Fahrrad-Infrastruktur gehört insgesamt ein möglichst eigenständiges und vom übrigen Verkehr abgetrenntes Netz (Separationsprinzip), das aber auch mit anderen Verkehrswegen kombiniert werden kann, etwa als gemeinsamer Fuß- und Radweg. Ein perfektes Radwegenetz verfügt über ein eigenes Leitsystem mit Orts-, Wege- und Entfernungsangaben. Sogar eigene Fahrrad-Parkhäuser sind heute in der Planung; sie sollen in Fahrradstationen eingebettet werden, die von Abstell- über Reparaturmöglichkeiten bis hin zur Vermietung und einem Fahrradkurierdienst (Velo) praktische Serviceleistungen bieten. Im Bereich der Bundesbahn ist eine Mitnahme von Fahrrädern inzwischen in beinahe allen Zügen problemlos möglich, die Interregio-Züge haben sogar eigene Fahrradabteile.

Fahrrad-Sicherheit

Wie bei jedem anderen Verkehrsmittel ist der Sicherheitsstandard auch beim Fahrrad gestiegen: Scheinwerfer und Rücklicht, Rückstrahler und Speichenreflektoren sind genauso selbstverständlich wie funktionierende Bremsen und eine nicht eingerostete Fahrradglocke. Im Falle eines Sturzes kann man gefährliche Kopfverletzungen durch einen Fahrradhelm vermeiden.

Fahrwiderstände

Das sind alle Kräfte, die bei Fahrzeugen der (nur theoretisch denkbaren) »ungehinderten« Bewegung entgegenstehen - beim Auto vor allem der Luftwiderstand, der an der Karosserie während des Fahrens entsteht, und der Rollwiderstand durch die Reifen. In der Kraftfahrzeugentwicklung versucht man die Fahrwiderstände durch die Ausstattung möglichst gering zu halten; Beispiele sind die Konstruktion von »windschnittigen« (aerodynamischen) Formen und ein möglichst geringes Gewicht. Umwelt-Pluspunkt: Der beste Platz für den Gepäckträger - solange man ihn nicht wirklich braucht - ist in der Garage; denn er erhöht den Luftwiderstand und den Benzinverbrauch deutlich. »Mittendrin« ist eine Fernsehsendung des Bayerischen Rundfunks, die sich an alle Verkehrsteilnehmer wendet. An jedem zweiten Sonntag im Monat wird von 17.05. bis 17.30 Uhr ein aktuelles Schwerpunktthema behandelt. Außerdem gibt es Expertentips und aktuelle Berichte.

Faulschlamm

entsteht aus abgestorbenen Tier- und Pflanzenresten am Grund von stehenden Gewässern. Die Reststoffe werden von Mikroorganismen im Wasser abgebaut, die hierzu Sauerstoff benötigen. Wenn zu große Mengen Faulschlamm vorhanden sind, wird zu viel Sauerstoff verbraucht, der anderen Lebewesen im Wasser fehlt; außerdem gelangen die im Faulschlamm enthaltenen Nährstoffe wieder in das Wasser (Eutrophierung).

Faulturm/Faulbehälter

Geschlossene F. sind Bauwerke aus Beton, Spannbeton oder Stahl, die in der Regel in größeren Kläranlagen eingesetzt werden. Offene F. wurden als Erdfaulbecken errichtet. Beide Anlagen dienen zur anaeroben Stabilisierung von Klärschlamm. Unter Stabilisierung versteht man den weitestgehenden sauerstofffreien Abbau von organischen Verbindungen, die in den Bakterienzellen des Klärschlammes eingeschlossen sind.

Fauna

nennt man die gesamte Tierwelt bzw. alle Tiere, die in einem bestimmten, genau abgegrenzten Gebiet leben, z.B. Wald-, Meeresfauna usw.

FCKW

Abk. für Fluorchlorkohlenwasserstoffe. F. sind niedermolekulare Kohlenwasserstoffe, bei denen einige (teilhalogenierte H-FCKW) oder alle (FCKW) Wasserstoffatome gegen Fluor- und/oder Chloratome ausgetauscht wurden. Diese Substanzen sind sehr stabile und nicht brennbare Gase, weshalb sie als Treibmittel für Lebensmittel und Kosmetika und als Kältemittel für Klimaanlagen und Kühlschränke eingesetzt wurden. Heute weiß man, daß F. in hohem Maße für die Zerstörung der Ozonschicht verantwortlich sind, da sie in der Atmosphäre in großer Höhe vom energiereichen Sonnenlicht gespalten werden und Chlorverbindungen entstehen, die das Ozon angreifen und zerstören (Ozonloch).

FCKW-Ersatzstoff

Das sind Substanzen bzw. Substanzklassen, die an Stelle der FCKW in zahlreichen Einsatzgebieten (Reinigung, Kälte/ Klima, Kunststoffschäumung) Anwendung finden. Grob läßt sich zwischen teilhalogenierten FCKW (H-FCKW) und Fluorkohlenwasserstoffen (H-FKW) sowie halogenfreien Ersatzstoffen unterscheiden. Erstere haben zwar nur ein geringes oder kein Ozonzerstörungspotential, dafür aber ein Treibhauspotential (Treibhauseffekt), das einem Vielfachen von Kohlendioxid entspricht. Nicht zuletzt deshalb will man in Deutschland zumindest auch die Anwendung der H-FCKW stoppen. Als halogenfreie FCKW-Ersatzstoffe haben sich vor allem die Gase Propan, Butan, Pentan und Kohlendioxid durchgesetzt. Sie werden heute als Treibmittel in Spraydosen, als Schäumungsmittel für Kunststoffe, aber auch als Kühlmittel in Kühlschränken eingesetzt.

Feldgehölze

sind die Hecken, Sträucher und Bäume, die in der Kulturlandschaft wachsen. Sie gliedern die Landschaft, schützen vor Erosion und sind ebenfalls Lebens- und Schutzraum für viele Tiere. In einem Feldgehölz in Südbayern wurden rund 900 Tierarten gezählt, meist Insekten, Spinnen, Würmer, Schnecken und andere Kleintiere. Auch Vögel, Rehe und Hasen finden »Wohnung« und Nahrung in Feldgehölzen.

Fernwärmeversorgung

Die Geschichte der Kraft-Wärme-Kopplung begann bereits kurz vor der Jahrhundertwende mit der Auskopplung von Dampf aus dem Kraftwerksprozeß. Stellt man diesen Dampf oder Heißwasser Wärmeverbrauchern außerhalb des Kraftwerksgeländes über längere Rohrleitungen zur Verfügung, spricht man von F. Bei den Verteilernetzen unterscheidet man zwischen Freileitungen und erdverlegten Leitungen.

FES

Abk. für Forschungs- und Entwicklungszentrum Sondermüll. Das Zentrum ist eine Stiftung des Zweckverbands Sondermüll-Entsorgung Mittelfranken (ZVSMM) in Schwabach und bearbeitet aktuelle Probleme bei der Entsorgung von Sonderabfall.

Feste Stoffe

Stoffe, die nach dem Verfahren zur Abgrenzung brennbarer Flüssigkeiten gegen brennbare feste oder salbenförmige Stoffe in Nr. 3 der Technischen Regel für brennbare Flüssigkeiten (TRbF) 003 als fest oder salbenförmig gelten.

Feuchtgebiete

sind Lebensräume, deren Erscheinungsbild und deren Pflanzen- und Tierwelt wesentlich vom Wasser geprägt sind. Dazu gehören Quellen, Bäche, Flüsse, Auwälder, Altwasser, Tümpel, Weiher und Seen, Moore und Streuwiesen. Feuchtgebiete sind ein unentbehrlicher Teil des Naturhaushalts. Sie sind in ihrem Bestand ebenso bedroht wie die dort lebenden Tiere und Pflanzen. Feuchtgebiete regulieren auch den Wasserhaushalt, tragen zum Klimaausgleich bei und sind wichtig für die Bodenfruchtbarkeit. Wegen dieser vielfältigen Bedeutung sind sie in dem 1982 neugefaßten Bayerischen Naturschutzgesetz erstmals unter besonderen Schutz gestellt.

Feuerungsanlagen

sind Einrichtungen zur Erzeugung von Wärme durch Verbrennung von festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen. Sie dienen zur Dampferzeugung oder Erwärmung von Wasser oder sonstigen Wärmeträgermedien für Industrie, Gewerbe oder Haushalte. Für den Umweltschutz von besonderer Bedeutung sind die von den Feuerungsanlagen ausgehenden Emissionen, die durch Schalldämpfung, Entschwefelung, Entstickung und Entstaubung möglichst gering sein sollen. An Reststoffen aus F. fallen vor allem Aschen (Schlacken) und Filterstäube an. Letztere gelten als Sonderabfall. Aschen werden seit längerer Zeit erfolgreich als Beton- oder Asphaltzusatzstoff im Straßen- und Wegebau eingesetzt.

FFH-Richtlinie

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ("FFH-Richtlinie") der EU von 1992, die auf den Erhalt von aus europäischer Sicht besonders schutzwürdigen Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten abzielt. Hierbei steht die dauerhafte Sicherung von Gebieten mit bedeutsamen Vorkommen dieser Lebensräume und Arten im Mittelpunkt. www.natur.bayern.de

Filter

Der oder das F. stellt im umwelttechnischen Sinne eine Apparatur zur Entfernung von Schadstoffen aus wäßrigen oder gasförmigen Medien dar. So werden Sand-, Kies- oder Aktivkohlefilter zum Beispiel in der Wasseraufbereitung eingesetzt, Elektro-, Gewebe- und wiederum Aktivkohlefilter in der Abluftreinigung beispielsweise zur Entstaubung und Dioxinminderung.

Fische

Sie sind nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle für den Menschen, sondern sie spielen zusammen mit anderen Organismen (z.B. Algen, Muscheln, Schnecken) eine wichtige Rolle bei der Selbstreinigung der Gewässer. In Bayern sind von 64 Fischarten 51 gefährdet und in der Roten Liste.

Fischtoxizität

heißt wörtlich übersetzt Fischgiftigkeit. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für die Beurteilung der Gewässergüte bzw. -gefährdung durch Chemikalien. Die Ermittlung der F. wird vom Gesetzgeber durch standardisierte Prüfverfahren im Labor vorgeschrieben. Einzelregelungen hierfür finden sich beispielsweise im Pflanzenschutz, im Abwasserabgaben- (AbwAG) bzw. im Wasserhaushaltsgesetz.

Flächenrecycling

ist die nutzungsbezogene Wiedereingliederung belasteter Grundstücke in den Wirtschafts- und Naturkreislauf. Durch die Kopplung der Sanierung von Altlasten mit der Eindämmung des Neuflächenverbrauchs ist die "doppelte Dividende" erzielbar.

Flächeninanspruchnahme

Hierunter versteht man die Umwandlung von freier Fläche in Siedlungs- und Verkehrsfläche. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen liegt in Bayern mit 10,4 % an der Gesamtfläche noch deutlich unter dem Durchschnitt der alten Bundesländer (13,8 %) und Deutschlands insgesamt (12,3 %). Der tägliche Flächenverbrauch in Bayern liegt derzeit bei 28,4 ha (Stand: 2001). Ziel des Bodenschutzes ist eine Verringerung der Flächeninanspruchnahme, um auch künftigen Generationen Entwicklungsmöglichkeiten zu gewährleisten.

Flächenressourcen-Management

F. ist ein wirksames Instrument zum schonenden und nachhaltigen Umgang mit Boden. Mit Hilfe eines optimierten Flächenressourcen-Managements können Lösungsansätze für einen nachhaltigen Umgang mit Boden und Flächen entwickelt und Handlungsansätze für eine Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und der Bodenversiegelung bereit gestellt werden.

Flockung

Wasser- und abwassertechnische Bezeichnung für den Vorgang, bei dem feinstverteilte (kolloidale) Substanzen durch Zugabe eines Mittels in größere Zusammenballungen (Agglomerate) überführt werden, somit ausflocken und aufgrund der geänderten physikalischen Bedingungen auf den Boden des Abwasserbehandlungsbehälters sinken. Als Flockungsmittel werden häufig Calciumhydroxid, Eisen(II)- und Aluminiumsalze verwendet. Mit ihrer Hilfe werden u.a. je nach Bedarfsfall Mineralien, Pflanzenreste, Fette, Eiweißstoffe, Mineralstoffe, Tenside oder Phosphate (Phosphatelimination) aus dem Wasser / Abwasser entfernt.

Flora

nennt man die gesamte Pflanzenwelt bzw. alle Pflanzen eines bestimmten, genau eingegrenzten Gebietes, z.B. Wald-, Wiesenflora usw.

Flotation

Verfahren, bei dem sich unter Einwirkung von zugeführter Luft (Blasenbildung) feinkörnige Gemische in Art einer Suspension trennen (Feststoff-Flüssigkeitstrennung). In der Abwasserreinigung wird die F. häufig als eine von zahlreichen anderen Aufbereitungsstufen eingesetzt. Ein Anwendungsbeispiel der F. ist die Entfernung von Silberbestandteilen aus dem Abwasser. Anders als im industriellen Bereich wird die auch als Entspannungsf. bezeichnete Technik in kommunalen Kläranlagen erst seit Anfang der 70er Jahre angewandt. Anwendungsmöglichkeiten sind hier die Regenwasserbehandlung, die Vorklärung u.ä.

Flüssiggas

gehört zu den alternativen Kraftstoffen. Es hat den Vorteil, daß es als Nebenprodukt verschiedener Prozesse (bei Förderung von Erdgas und Mineralöl sowie der Verarbeitung von Mineralöl) anfällt und nicht speziell hergestellt wird. Dies ist ein Plus in der Emissionsbilanz, wobei noch hinzukommt, daß bei seiner Verbrennung nahezu keine Partikel und Schwefelverbindungen sowie weniger polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (Vorläufersubstanz für Ozon) emittiert werden. F.-Fahrzeuge verfügen gegenüber Erdgasfahrzeugen über eine größere Reichweite, da der Energiegehalt pro Volumeneinheit des flüssigen Kraftstoffes wesentlich höher ist als der des gasförmig im Fahrzeug gespeicherten Erdgases.

Flüsterasphalt (Drainasphalt)

Mit Hohlräumen aufgebaute, lärmmindernde Fahrbahndecken, die vor allem die Reifen-Fahrbahngeräusche leiser machen.

Fluor

ist ein gasförmiges chemisches Element. Als Fluoridsalz schützt es in kleinen Mengen vor Zahnfäule (Karies). In einigen Ländern wird es daher in geringen Mengen dem Trinkwasser zugesetzt. Fluor wird bei Produktionsprozessen in Aluminiumhütten, Ziegeleien, Keramik- und Emaillbetrieben freigesetzt und trägt damit zur Luftverschmutzung bei. In höheren Konzentrationen schädigt Fluor die Vegetation und kann bei Ablagerung auf Futterpflanzen die Gesundheit von Tieren gefährden.

Fluorchlorkohlenwasserstoff

FCKW.

Flußbegradigung

Fluß- und Bachläufe sind durch viele Schleifen gekennzeichnet. Bei Hochwasser entstehen oft ganz neue Fluß- und Bachläufe. Um dies zu verhindern und um die Täler und Siedlungen vor Überschwemmungen zu schützen, werden Flüsse und Bäche begradigt. Mancher Fluß wird erst durch die Begradigung schiffbar. Allerdings senkt sich dadurch ohne gleichzeitige Stauregelung der Grundwasserspiegel, vor allem aber wird der Lebensraum von vielen, zum Teil seltenen Tieren und Pflanzen zerstört

FNR

Abk. für Fachagentur nachwachsende Rohstoffe. Aufgaben der FNR sind Projektträgerschaft, Information und Öffentlichkeitsarbeit in Sachen nachwachsende Rohstoffe. Die Geschäftsstelle der FNR ist in Gülzow.

Förderfibel Umweltschutz

Mit der Förderfibel Umweltschutz informiert das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen über die aktuellen Förderprogramme, die Betriebe der gewerblichen Wirtschaft bei der Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen in Anspruch nehmen können. Erfaßt sind Finanzierungshilfen des Freistaates Bayern, des Bundes und der Europäischen Union. Die Förderfibel beinhaltet eine Zusammenfassung der einzelnen Fördervorschriften, beschreibt das Antragsverfahren und nennt die jeweils zuständigen Stellen.

Formaldehyd

Formaldehyd (HCHO) ist ein stechend riechendes, chemisch sehr reaktives, gut in Wasser lösliches Gas. Formaldehyd, einer der wichtigsten organischen Grundstoffe der chemischen Industrie (z.B. in Klebern und Kunstharzen), ist ein Naturstoff und wird auch im menschlichen Körper als Stoffwechselzwischenprodukt gebildet. Symptome einer sehr hohen Formaldehydbelastung sind Augen- und Schleimhautreizungen. Formaldehyd kann auch Allergien auslösen, insbesondere bei Hautkontakt mit der als Desinfektionsmittel »Formol« verwendeten wäßrigen Lösung. Gemäß der Chemikalien-Verbotsverordnung dürfen beschichtete und unbeschichtete Holzwerkstoffe (z.B. Spanplatten) nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn die durch den Holzwerkstoff verursachte Ausgleichskonzentration in der Luft eines Prüfraums 0,1 ppm überschreitet. Das ehemalige Bundesgesundheitsamt hat im Hinblick auf den vorbeugenden Gesundheitsschutz einen Richtwert von 1,2 mg/m3 Raumluft (0,1 ppm) empfohlen. Diese Konzentration kann in einem normal großen Zimmer schon erreicht werden, wenn dort zwei Zigaretten geraucht werden. Der Verdacht einer krebserzeugenden Wirkung betrifft nur hohe Konzentrationen im Tierversuch. GESUNDHEITSTIP: Nicht rauchen.

Forschungs- und Entwicklungszentrum Sondermüll

(Abk. FES.) Das Forschungs- und Entwicklungszentrum Sondermüll in Schwabach ist ein Forschungsdienstleister, der gleichermaßen mit Industrie und Hochschulen kooperiert. Das FES entwickelt und adaptiert umwelt- und abfallwirtschaftlich relevante Verfahrenstechniken für die Abfall- und Sonderabfallbehandlung. Das FES ist eine 1989 gegründete Stiftung. Der Standort ist in unmittelbarer Nachbarschaft zu Entsorgungsanlagen der GSB (www.fes-schwabach.de).

Forschungsreaktor

Reaktor zur Spaltung von Kernbrennstoffen, der Strahlung (vor allem Neutronenstrahlung) für wissenschaftliche Anwendungen erzeugt.

FORSOL

Diese sechs Buchstaben stehen stellvertretend für den Bayerischen Forschungsverbund Solarenergie, ein Zusammenschluß des Freistaates Bayern, wissenschaftlicher Institutionen sowie der Industrie zur Forschung und Entwicklung im Bereich der Nutzung von Solarenergie

Fossile Energie

ist der Sammelbegriff für Energierohstoffe, die in der Erde lagern und sich vor vielen Millionen Jahren aus tierischen und pflanzlichen Resten gebildet haben (z.B. Torf, Kohle, Erdöl und Erdgas). Sie kommt nur in begrenzten Mengen vor und kann nicht erneuert werden.

Freie Natur

sind zunächst alle Flächen, die außerhalb von bebauten Ortsteilen liegen. Aber auch größere Freiflächen innerhalb von Stadtgebieten gelten als freie Natur. Nach der Bayerischen Verfassung hat jeder das Recht auf Erholung und sportliche Betätigung in der freien Natur; mit Natur und Landschaft muß aber pfleglich umgegangen werden. Landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Flächen dürfen zwischen Aussaat und Ernte nur auf den vorhandenen Wegen betreten werden.

Freiwilliges ökologisches Jahr (FöJ)

Das FöJ ist ein Angebot an junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren, ihr Engagement für Umwelt und Natur unter fachlicher Anleitung in freiwilliges, praktisches Handeln umzusetzen. Das FöJ vermittelt vertiefte ökologische Kenntnisse, es verbindet die Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung und der Berufsorientierung mit freiwilligem Engagement für die Gemeinschaft. Es besteht aus der praktischen Tätigkeit an einer Einsatzstelle und fünf einwöchigen Seminaren. Die Teilnehmer verpflichten sich in der Regel für ein Jahr. Sie erhalten Taschengeld, freie Unterkunft und Verpflegung oder entsprechenden Kostenersatz, Sozialversicherungsschutz und Urlaub. Kindergeld oder Waisenrente wird in der Regel weitergezahlt. In Bayern wird das FöJ von folgenden Trägern durchgeführt: Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Evangelische Jugend in Bayern (EJB) und Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN).

Freizeit

Durch die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit und die Verlängerung des Urlaubs haben immer mehr Bundesbürger mehr Freizeit, die sie besonders auch an Wochenenden zur Erholung in der freien Natur nutzen. Damit ist aber auch eine zunehmende Belastung der Umwelt verbunden: Mehr Freizeitverkehr bedeutet mehr Energieverbrauch, mehr Abgase und mehr Lärm. Zudem werden Wildtiere gestört und die Vegetation beschädigt. Außerdem ergeben sich Probleme mit dem Freizeitmüll, weil viele Menschen ihre Abfälle einfach liegenlassen. Schließlich werden die Badegewässer verschmutzt.

Freizeitanlage

Einrichtung zur Freizeitgestaltung und Erholung entweder innerörtlich (z.B. Freibad) oder in der freien Natur (z.B. Badesee).

Frisieren

Schätzungen besagen, daß etwa 50% aller Mofas, Mopeds und Mokicks »frisiert«, d.h. meist zur Geschwindigkeitssteigerung verändert (manipuliert) werden. So werden diese Fahrzeuge Geschwindigkeiten ausgesetzt, mit denen sie nicht mehr sicher gefahren werden können. Zur Begrenzung und Verhinderung dieser Manipulationen ist in Zusammenarbeit mit der Industrie ein »Antimanipulationskatalog« erarbeitet worden. Auch sollen besondere Bauvorschriften für Kraftfahrzeuge die Möglichkeiten des Frisierens beschränken. Umwelt-Pluspunkt: Niemals frisieren, denn es ist gesetzlich verboten und gefährdert den Versicherungsschutz. Da ein frisiertes Zweirad viel mehr Krach macht als ein unverändertes, wird man ziemlich leicht »erwischt« und muß eine saftige Strafe zahlen.

Fueldumping

Ablassen von Kraftstoff bei Flugzeugen in seltenen Notsituationen. Es kann deshalb nötig werden, weil ein Flugzeug bei einer unvorhergesehenen Landung kurz nach dem Start (Notlandung) mit dem geladenen Kraftstoff das vorgeschriebene Landegewicht übersteigen würde. Fueldumping wird in Mindesthöhen von 1500 m über Grund, meistens jedoch höher, durchgeführt. Am Boden bleibt das abgelassene Kerosin unter der Nachweisgrenze von Meßanlagen.

Fungizide

sind chemische Stoffe zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten bei Pflanzen.

Fußgängerzone

In vielen Innenstädten sind diese Zonen, die nur zum Beliefern und in bestimmten dringenden Fällen befahren werden dürfen, eingerichtet worden. Eine autofreie Zone erhöht die Lebensqualität der Bewohner, es läßt sich aber auch der Einkaufsbummel entspannter gestalten. Umwelt-Pluspunkt: Fußgängerzonen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen. Fahrräder dürfen die Fußgängerzonen grundsätzlich nicht befahren. (Ausnahmen sind jedoch durch Beschilderung möglich).