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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Umwelt-Lexikon

Cadmium (Cd)

ist ein metallisches Element, das in geringen Konzentrationen in der Umwelt weit verbreitet vorkommt. Der Eingang von Cd in die Umwelt und die Aufnahme durch den Menschen zeigen seit Ende der 70er Jahre eine rückläufige Tendenz. Die wichtigste Belastungsquelle für die nichtrauchende Bevölkerung ist die Nahrung. Tabakrauchen führt zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung mit Cd. Die im Tabakrauch enthaltenen Cd-Verbindungen haben wahrscheinlich einen bedeutsamen Anteil an der krebserregenden Wirkung des Rauchens. Wegen der langen Halbwertszeit reichert sich Cd im menschlichen und tierischen Organismus an, vor allem in der Leber und in den Nieren. Cd und seine Verbindungen sind als »eindeutig als krebserzeugend ausgewiesene Arbeitsstoffe« klassifiziert. UMWELT- und GESUNDHEITSTIP: Nicht rauchen!

CARMEN

ist die Abkürzung für die zentrale Beratungseinrichtung Bayerns zum Themenbereich nachwachsende Rohstoffe (Central-Agrar-Rohstoff-Marketing und -Entwicklungs-Netzwerk). Sitz ist Straubing, Schulgasse 18.

Car-Sharing

Eine pfiffige »Erfindung« von Leuten, die es mit dem Schutz der Umwelt ernst meinen und die rechnen können: Ein Fahrzeug gehört einer Gemeinschaft und wird von vielen Mitgliedern abwechselnd genutzt. Jeder Benutzer erhält gegen eine relativ geringe Gebühr einen eigenen Autoschlüssel; die Benutzung des Wagens wird dann telefonisch abgesprochen und über eine Zentrale koordiniert (geregelt). Zum Ende jedes Monats wird nach gefahrenen Kilometern und Stunden der Nutzung abgerechnet. Umwelt-Pluspunkt: Genossenschaftsautos entlasten noch mehr als normale Fahrgemeinschaften die Umwelt. Denn ihre Benutzer setzen das Fahrzeug kritischer und bewußter ein; außerdem fallen - von der Herstellung bis zur Entsorgung (Altauto) - weniger Umweltbelastungen an, der schon begrenzte Parkraum der Städte wird entlastet.

Cetanzahl

Abk. CT. Diese Zahl bezeichnet die Zündfähigkeit von Dieselkraftstoffen. Eine zu niedrige CT belastet die Umwelt, besonders durch Rußbildung. In der Bundesrepublik Deutschland liegt die CT zwischen 50 und 55.

Chemie

Naturwissenschaftliche Lehre von den Eigenschaften, Reaktionen und Verbindungen der einzelnen Elemente des Periodensystems. Die organische C. behandelt den Kohlenstoff und seine Verbindungen, die anorganische C. alle anderen Elemente und ihre Verbindungen. Etwa seit den 50er Jahren gibt es das Sondergebiet der ökologischen oder Umweltchemie. Sie untersucht diejenigen Verbindungen oder Elemente, die durch menschliches Zutun in die Umwelt gelangen und dort unerwünschte Veränderungen hinterlassen.

Chemikaliengesetz

Neu hergestellte Stoffe, die erstmals auf den Markt kommen sollen, müssen noch vor ihrem Verkauf auf mögliche gefährliche Eigenschaften geprüft werden. Aufgrund des Gesetzes müssen bestimmte Anforderungen bei der Kennzeichnung und Verpackung erfüllt werden. Gefährliche Stoffe können bestimmten Beschränkungen unterworfen oder auch ganz verboten werden.

Chemische Schädlingsbekämpfung

Allein in der Bundesrepublik werden pro Jahr Lebensmittel im Wert von bis zu 4 Mrd. DM von verschiedenen Schädlingen wie z.B. Viren, Bakterien, Pilzen, Würmern, Insekten und Mäusen vernichtet. Besonders Monokulturen begünstigen die massenhafte Vermehrung dieser Schädlinge. Wo biologische Schädlingsbekämpfung nicht mehr möglich ist, werden chemische Giftstoffe eingesetzt, die sich allerdings im nachhinein oft erst nach vielen Jahren als gesundheitsschädlich herausstellen können (z.B. DDT) oder die auch nützlichen Tieren schaden. Umwelttip: Im eigenen Garten kann der Bau von Nisthilfen für Singvögel mehr zur Schädlingsbekämpfung beitragen als der Einsatz von Chemikalien. Eine Kohlmeisenfamilie vertilgt innerhalb einer Woche mehrere tausend Schädlinge (Raupen u. a.). Auch Insekten wie Schlupfwespen, Florfliegen und Marienkäfer helfen dem Gärtner, daß sich andere Insekten nicht massenhaft vermehren.

Chemische Reinigungsanlage

Hier werden Textilien, Pelze, Leder etc. in einem Lösungsmittel behandelt, das der Schmutzentfernung dient. Die heute in der C. verwendeten Lösemittel sind gesundheitlich und ökologisch als kritisch zu bewerten. In zunehmenden Maße werden als Ersatzstoff aromatische Kohlenwasserstoffe (Paraffine) eingesetzt, die im obigen Sinne als weniger kritisch beurteilt werden.

Chemischer Index

Eine Möglichkeit, die Wasserbeschaffenheit zu bewerten, bietet der Chemische Index. Er ist ein Maß für eine allgemeine Wassergüte. Zu seiner Berechnung werden acht Kenngrößen der Wasserbeschaffenheit (Temperatur, pH-Wert, Sauerstoffkonzentration, Nitratstickstoff, Ammoniumstickstoff, Orthophosphat, Biochemischer Sauerstoffbedarf und Leitfähigkeit) miteinander zu einer dimensionslosen Zahl zwischen 0 und 100 verknüpft. Eine hohe Bewertungszahl weist auf einen guten chemischen Gütezustand hin.

Chemisch-physikalische Abfallbehandlung

dient z.B. der Abtrennung von Wasser aus Öl-Wasser-Gemischen, so daß die nachfolgende energetische Verwertung oder thermische Abfallbehandlung der Ölphase möglichst energiegünstig erfolgt, oder der Abtrennung von Schwermetallen z.B. aus metallsalzhaltigen Konzentraten, so daß die entstehenden Schlämme nach mechanischer Entwässerung umweltverträglich abgelagert und das Abwasser ggf. nach weiterer Reinigung in einer Kläranlage in einen Vorfluter abgeleitet werden kann.

Chlorophyll

heißt der grüne Farbstoff in den Pflanzen. Er dient der Photosynthese, bei der aus Sonnenenergie, Kohlendioxid und Wasser energiereiche Kohlenwasserstoffe aufgebaut werden.

Choke

Starthilfe bei vielen Autos und Motorrädern. Zieht man den Choke heraus, so wird dem Motor ein relativ »fettes« Kraftstoffgemisch zugeführt, d.h. ein Gemisch von Luft und (z.B.) Benzin, bei dem der Benzinanteil höher ist als normalerweise. Umwelt-Pluspunkt: Den Choke nicht zu lange ziehen, sonst hat man unnötig hohen Benzinverbrauch.

CIPRA

ist die Abkürzung für »Commission internationale pour la Protection des Alps« (Internationale Alpenschutz-Kommission). Die CIPRA wurde 1952 gegründet und hat ihren Sitz in Schaan, Liechtenstein. Sie ist der Zusammenschluß von Verbänden und Organisationen aus allen Alpenstaaten. Ziel der CIPRA ist laut ihrer Satzung die »Erhaltung und Förderung der natürlichen und kulturellen Werte des Alpenraumes (Alpen) und eine räumlich differenzierte Nutzung der Alpenregion nach ökologischen Grundsätzen«. Die CIPRA war Wegbereiterin der Alpenkonvention.

CIR (Computer-Integrated Railing)

Ein System der Verkehrssteuerung im Eisenbahnbereich. Es ermöglicht über die Vernetzung von Daten mit einer speziellen EDV-Anlage eine kürzere Aufeinanderfolge der Züge und besser aufeinander abgestimmte Anschlußzeiten als bisher. Durch die verbesserte Betriebsführung kann auch der Energieverbrauch verringert werden.

CKW

Sammelbezeichnung für Chlorierte Kohlenwasserstoffe. Man unterscheidet zwischen leichtflüchtigen (LCKW) und schwerflüchtigen Chlorkohlenwasserstoffen. Da LCKW überwiegend unbrennbar und gute Lösungsmittel für Fette sind, findet man sie in einer Vielzahl von Gewerben. Vertreter dieser Stoffgruppe sind Tetrachlorethen (Per), Trichlorethen (Tri), Vinylchlorid und Chloroform. Einige LCKW sind karzinogen bzw. krebsfördernd. Zu den schwerflüchtigen Chlorkohlenwasserstoffen zählen beispielsweise die Polychlorierten Biphenyle (PCB), die Chlorphenole sowie viele Pestizide.

Club of Rome

i

ist eine 1968 in Rom gegründete internationale Vereinigung von rund 70 Wissenschaftlern. Sie haben die Bevölkerungsentwicklung, die Rohstoffvorkommen, die Landwirtschaft, die Industrialisierung und die Umweltverschmutzung untersucht und erstmals in einen Zusammenhang zueinander gestellt. In ihrem Bericht Die »Grenzen des Wachstums« sind sie zu dem Ergebnis gekommen, daß ein weiteres ungezügeltes Wachstum in den obengenannten Bereichen die Welt in eine Katastrophe führt.

CO2

Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid.

Containerverkehr

Container sind genormte Transportbehälter bestimmter Größen, die für den Gütertransport eingesetzt werden. Der Containerverkehr ist besonders im Rahmen des kombinierten Verkehrs von Bedeutung.

CRT (continuously regenerating trap)

Rußfiltersystem für Nutzfahrzeuge, für das schwefelfreier Dieselkraftstoff benötigt wird. Derzeit ist diese Bedingung noch eine Hürde, da schwefelfreier Dieselkraftstoff in der BRD noch nicht allgemein angeboten wird.

CSB

Abk. für Chemischer Sauerstoffbedarf.

CVT-Antrieb

Darunter versteht man eine neu entwickelte Form des Getriebes, das stufenlos regelbar (englisch: continuously variable transmission) ist. Mit Hilfe des CVT wird unter anderem ein sparsamerer Kraftstoffverbrauch möglich.

cw-Wert

Abk. für Luftwiderstandsbeiwert. Je kleiner der cw-Wert, desto strömungsgünstiger ist ein Fahrzeug gebaut; der Gesamt-Luftwiderstand errechnet sich als Produkt aus dem cw-Wert und der Stirnfläche.