Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

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Umwelt-Lexikon

Abfackeln

Darunter versteht man die Verbrennung überschüssiger oder nicht mehr verwendbarer Gase, wie sie bei (petro-)chemischen Anlagen oder bei Faultürmen anfallen. Je nach Montagehöhe wird zwischen Boden- oder Hochfackeln unterschieden. Um Rauchgasemissionen beim Abfackeln möglichst zu vermeiden, wird häufig Wasserdampf in den Bereich der Flamme eingeblasen.

Abfall

Allgemein: Gegenstände, Stoffe, Rückstände oder Reste, deren sich der Besitzer entledigen will. Der häufig sinnverwandte Begriff Müll wurde ursprünglich für Kehricht und trockene Abfälle verwandt. In Bayern fielen 1999 ca. 6,2 Mio t Hausmüll, Sperrmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle an. Pro Kopf der Bevölkerung waren das 512 kg. Es gibt Abfälle, die wiederverwertet werden können (Abfälle zur Verwertung) und Abfälle, die beseitigt werden müssen (Abfälle zur Beseitigung). Inzwischen wird der überwiegende Teil der Abfälle wiederverwertet. In Bayern waren das 1999 rund 69 % der Abfälle, die einer stofflichen Verwertung zugeführt wurden. Zum Schutz der Umwelt ist die Abfallentsorgung gesetzlich geregelt. UMWELTTIPP: In der freien Natur ist Abfall nicht nur häßlich, sondern gefährlich, weil er z.B. das Grundwasser verseuchen kann. Daher: Abfall immer in die Mülltonne bzw. zu den Sammelstellen (Container für Altglas, Altpapier, Metall usw.) bringen. (Radioaktiver Abfall).

Abfallablagerung

Allgemein wird darunter die gemeinwohlverträgliche Ablagerung von Abfällen auf Deponien verstanden. Es handelt sich nach den Konzepten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes dabei ausschließlich um Abfälle, die nicht weiter verwertbar sind.

Abfallbehandlung

Entsorgungstätigkeiten, bei denen die Beschaffenheit der Abfälle so verändert wird, dass sie gemeinwohlverträglich verwertet oder abgelagert werden können. Gängige Verfahren sind die mechanische A., die chemisch-physikalische A., die biologische A. und die thermische A.

Abfallberatung

Die Landkreise und Kreisfreien Städte bzw. Abfallzweckverbände sowie auch einzelne Kommunen Bayerns haben Abfallberaterinnen und Abfallberater eingestellt. Vorrangige Aufgabe der A. ist es, über Möglichkeiten der Vermeidung, Verwertung und Schadstoffminimierung von Abfällen zu informieren.

Abfallbeseitigung

Die A. umfaßt das Bereitstellen, das Überlassen, das Einsammeln, die Beförderung, die Behandlung, die Lagerung und die Ablagerung von Abfällen zur Beseitigung.

Abfallentsorgung

Nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz umfaßt die Abfallentsorgung die Verwertung und die Beseitigung von Abfällen sowie die hierzu erforderlichen Maßnahmen des Einsammelns, Beförderns, Lagerns und Behandeln sowie der Schadstoffminimierung.

Abfallratgeber Bayern

Beim A. handelt es sich um ein Internet-Informationssystem zu Fragen der Abfallwirtschaft. Es steht jedem kostenlos, rund um die Uhr mit aktuellen Informationen zur Verfügung und ist unter der Adresse http://www.abfallratgeber-bayern.de erreichbar.

Abfallvermeidung

Das Ziel sollte lauten: weniger Abfall. Wieviel Abfall entsteht, hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung und von den Produktions- und Konsumgewohnheiten ab. Fast alles, was wir kaufen, landet früher oder später beim Abfall. Damit bestimmt jeder einzelne mit seinem eigenen Verhalten, ob viel oder wenig Abfall entsteht. Einwegprodukte sind zwar für den Hersteller und den Handel bequem und billig, sie lassen aber auch die Müllberge unnötig wachsen. UMWELTTIPP: Getränke nicht in der Dose, sondern immer in der umweltfreundlichen Mehrwegflasche kaufen. Beim Einkaufen auf Verpackung weitgehend verzichten und eigene Tragetaschen mitbringen. Bananen, Orangen oder Äpfel müssen nicht verpackt werden.

Abfallverwertung

Häufig sinngleich mit Recycling verwendet.

Abgase

Sammelbegriff für gasförmige Emissionen, die aus Feuerungs- und Produktionsanlagen sowie aus Kraftfahrzeugen, aber auch aus Böden oder Deponien austreten. Abgas im Straßenverkehr wird von allen Fahrzeugen verursacht, die mit einem Verbrennungsmotor angetrieben werden - also von jedem fahrbaren Untersatz, der nicht durch Muskelkraft, Sonnenenergie oder Elektroantrieb bewegt wird. Die Abgase - pro Liter verbrauchtem Kraftstoff rund 10 m3 - enthalten Schadstoffe, wie z.B. Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide, Kohlenwasserstoffe, Ruß und Schwermetalle. Da sie umwelt- und gesundheitsschädlich sind, wurden bestimmte Abgasgrenzwerte eingeführt. Diese wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach verschärft und werden auch weiterhin abgesenkt. Für die Betriebszulassung neuer Fahrzeugtypen ist außerdem ein Abgasprüfverfahren vorgeschrieben, das wie die Abgasuntersuchung (AU) von amtlich anerkannten Sachverständigen durchgeführt wird. Zu den technischen Möglichkeiten, den Ausstoß von Schadstoffen zu verringern, zählen der geregelte Drei-Wege-Katalysator, der ungeregelte Katalysator, der Oxidations-Katalysator, der Rußfilter, die Abgasrückführung, die Änderung der Motorkonstruktionen (Mager-Mix-Motor), das Motor-Management (z.B. elektronische Kennfeldzündung) und die Änderung der Kraftstoffzusammensetzung. Umwelt-Pluspunkt: Darauf achten, daß das eigene Fahrzeug im Rahmen der technischen Möglichkeiten »sauber« fährt.

Abgasrückführung

Verfahren zur Verringerung von Stickstoffoxiden im Abgas von Dieselfahrzeugen. Ein Teil des Abgases wird dabei über das Ansaugsystem des Motors erneut dem Kraftstoff-Luftgemisch zugeführt. Dies führt zur Temperatursenkung und Verzögerung bei der Verbrennung und damit zur Reduzierung des Stickstoffoxidanteils, ist jedoch i.d.R. mit einem höheren Kraftstoffverbrauch verbunden.

Abgasuntersuchung

Seit 1. Dezember 1993 wurde die früher als Abgassonderuntersuchung (ASU) bezeichnete Maßnahme wesentlich erweitert und heißt nun Abgasuntersuchung(AU). Bei der AU wird das Abgasverhalten von Kraftfahrzeugen regelmäßig überprüft. Die AU ist bei Pkw mit Benzinmotor ohne Katalysator oder mit ungeregeltem Katalysator jährlich durchzuführen. Fahrzeuge mit geregeltem Katalysator (Privat-Pkw) und mit Dieselmotoren müssen im Abstand von drei bzw. zwei Jahren (nach Erstzulassung) untersucht werden.

Abgasluftreinigung

Auch Abgas- oder Rauchgasreinigung genannt. Sammelbegriff für (meist) nachgeschaltete Maßnahmen zur Luftreinhaltung an Verbrennungs- (Kraftwerke, Öfen) oder Produktionsanlagen (z.B. Lackiererei).

Absorption

Allgemein: Aufnahme von Gasen oder Dämpfen. In der Umwelttechnik meist Aufnahme gas- oder dampfförmiger Luftverunreinigungen aus Abgasen in einem flüssigen Medium. Die Waschflüssigkeit wird dabei als Absorbens bezeichnet, die zu absorbierende Substanz als Absorptiv, die beladene Waschflüssigkeit als Absorbat.

Abstellen des Motors

Schon bei Wartezeiten ab 10 Sekunden (an Ampeln, im Stau, an Bahnschranken usw.) lohnt es sich, den Motor abzustellen; denn ab diesem Zeitpunkt würde das Laufenlassen des Motors mehr umweltschädigende Schadstoffe freisetzen (Abgas) als ein Neustart.

AbwAG

Abk. für Abwasserabgabengesetz. Das Gesetz von 1976 wurde inzwischen viermal grundlegend überarbeitet. Industriebetriebe oder Kommunen (über die jeweiligen Kläranlagen), die Abwässer in öffentliche Gewässer einleiten, müssen diese Abgabe an die jeweiligen Bundesländer zahlen. Die Höhe der Abgabe richtet sich nach der Schädlichkeit der Abwässer.

Abwärmenutzung

Nutzung desjenigen Teils der Gesamtwärme eines Prozesses, der selbst nicht verbraucht wird und insofern eine Wärmequelle darstellt. Energetisch günstiger als die beste A. ist es allerdings, den Abwärmeanfall von vorneherein so gering wie möglich zu halten. Beispiel: Dampfnutzung in der chemischen Industrie.

Abwässer

Täglich werden große Mengen Wasser in Haushalten (zum Waschen, Baden, Kochen und zur Spülung von Toiletten), Industrie-, Handwerks- und Gewerbebetrieben verbraucht. Diese Abwässer werden durch die Kanalisation in eine Kläranlage geleitet, wo sie mechanisch (durch Rechen und Siebe), biologisch und zum Teil auch chemisch gereinigt werden. Die gereinigten Abwässer werden in die sogenannten Vorfluter (z.B. Bach, Fluß) geleitet. Ohne diese Abwasseraufbereitung wären die Flüsse und Seen völlig verschmutzt und vergiftet. Als Abwasser gilt auch das von befestigten Flächen abfließende Regenwasser.

Abwasserabgabengesetz

AbwAG.

Abwasserreinigung

Abwasserreinigung mechanisch/biologisch/weitergehend. Die Abwasserreinigung oder -behandlung stellt die Gesamtheit aller Methoden und Verfahren dar, die in Klär- oder kleineren Reinigungsanlagen zum Einsatz kommen, um Abwässer von ihren Verunreinigungen zu befreien. Ziel ist die gefahrlose Einleitung der gereinigten Abwässer in Flüsse und Seen.

Adsorption

Anlagerung von gasförmigen oder suspendierten Stoffen an der Oberfläche fester Körper (Adsorbens) durch molekulare Bindungskräfte. Das bekannteste Adsorptionsmittel ist Aktivkohle (Aktivkohlefilter).

Aerober Abbau

Abbau von Stoffen oder Abfällen durch Bakterien und andere Kleinstlebewesen unter Verbrauch von Luftsauerstoff. Gezielt eingesetzt wird dieser Prozeß z.B. bei der Kompostierung (Kompost).

Agenda 21

Agenda 21 heißt ein weltweites Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert. Das Dokument wurde auf einer Konferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro (Rio-Konferenz) von mehr als 170 Staaten verabschiedet. In 40 Kapiteln werden alle wesentlichen Politikbereiche einer sozialen, wirtschaftlichen und umweltverträglichen nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development) angesprochen. Das Aktionsprogramm enthält detaillierte Handlungsaufträge, um einer weiteren Verschlechterung der Situation auf der Erde in diesen Bereichen entgegenzuwirken, eine schrittweise Verbesserung zu erreichen und eine nachhaltige Wahrung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen.

Aktion »Die umweltbewußte Gemeinde«

Gemeinschaftsaktion (Start 1998) der Bayerischen Staatsregierung und des Bayerischen Gemeindetages, des Bayerischen Städtetages, des Bayerischen Landkreistages und des Verbandes der Bayerischen Bezirke zur Umsetzung der Agenda 21 auf lokaler Ebene. Umweltbewußte Gemeinden können eine Auszeichnung (in Gold, Silber oder Bronze) erwerben.

Aktion »Umweltbewußter Hotel-und Gaststättenbetrieb«

Gemeinschaftsaktion der Bayerischen Staatsregierung, des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, des Bayerischen Tourismusverbandes und des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, die seit 1991 durchgeführt wird. Umweltbewußt wirtschaftende Hotels und Gaststätten können dabei freiwillig das Bayerische Umweltsiegel (in Gold, Silber, Bronze) erwerben.

Aktivkohlefilter

Filter zur Reinigung von Abgasluft oder Abwasser, der mit Aktivkohle bestückt ist. Das dem A. zugrundeliegende physikalische Prinzip ist die Adsorption.

Alarm- und Gefahrenabwehrpläne

Aufzeichnungen, in denen für Betriebsbereiche oder Anlagen, die den erweiterten Pflichten der Störfall-Verordnung unterliegen, das Vorgehen im Falle eines Störfalls geplant ist, z.B. zustän-dige Personen, Maßnahmen und Vorkehrungen zur Kontrolle und Bewältigung von Betriebs-störungen und zur Begrenzung von Risiken, Vorkehrungen zur Warnung und Information der zuständigen Behörden und zur Schulung des Personals.

Algen

Algen sind für viele Wassertiere eine wichtige Nahrungsquelle. Vermehren sich die Algen aber zu stark, kann das zum Umkippen von Gewässern führen. Zu einer übermäßigen Algenbildung kommt es in der Hauptsache durch Eutrophierung, die durch die Einleitung von Phosphat in die Gewässer verursacht wird. Auch die Erwärmung der Flüsse durch Kühlwasser aus Kraftwerken und Industrie kann zur übermäßigen Algenbildung führen.

Alkoholkraftstoff

Methanol, aber auch der Trinkalkohol Ethanol bzw. eine Mischung aus beiden, eignet sich als Kraftstoff zum Antrieb von Kfz auch für gebräuchliche Verbrennungsmotoren wie Otto- oder Dieselmotor. Wie andere alternative Kraftstoffe bietet Methanol, welches überwiegend verwendet wird, emissionsmäßige Vorteile gegenüber Benzin- und insbesondere gegenüber Dieselkraftstoff.

Allianz Stiftung zum Schutz der Umwelt

Die Stiftung mit Sitz in München wurde 1990 anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Allianz-Gesellschaften eingerichtet. Mit einem Kapital von 100 Mio DM gehört sie zu den größten privaten Stiftungen Deutschlands. Die Erträge aus dem Stiftungskapital stehen für Förderaufgaben zur Verfügung. Bei den Förderprojekten wird besonderes Gewicht auf den vorsorgenden Umweltschutz gelegt. Damit soll ein Beitrag zur Schaffung, Erhaltung und Verbesserung lebensgerechter Umweltbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen geleistet werden. Folgende Projekte werden von der Allianz Stiftung in Bayern gefördert: Renaturierung eines Skigebietes in Immenstadt/Allgäu, Wiederherstellung von Hochmooren bei Bad Tölz, Schutz der Steinadler im Nationalpark Berchtesgaden, Förderung des Zentrums für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern, Modellprojekte Landwirtschaft und Naturschutz.

Alpen

Die Alpen sind das höchste Gebirge Europas und bedecken eine Fläche von 220.000 km². Sie sind einer der größten zusammenhängenden Naturräume Europas und ein durch seine spezifische und vielfältige Natur, Kultur und Geschichte ausgezeichneter Lebens-, Wirtschafts-, Kultur- und Erholungsraum im Herzen Europas, an dem zahlreiche Völker und Länder teilhaben, Lebens- und Wirtschaftsraum für die einheimische Bevölkerung, Träger bedeutender Verkehrswege sowie Rückzugs- und Lebensraum vieler gefährdeter Pflanzen und Tierarten (Auszug aus der Präambel der Alpenkonvention). Gleichzeitig sind sie größter Trinkwasserspeicher Europas und eine der am meisten besuchten Urlaubsregionen der Welt. (siehe auch Erholungslandschaft Alpen )

Alpenkonvention

Die Alpenkonvention ist ein als Rahmenvertrag konzipiertes internationales "Übereinkommen zum Schutz der Alpen". Die zwischen den Staaten mit Alpenanteil (Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Schweiz, Slowenien) und der Europäischen Union vereinbarte Alpenkonvention ist seit dem 6.3.1995 in Kraft. Der langfristige Schutz der natürlichen Ökosysteme, die nachhaltige Entwicklung in den Alpen, und der Schutz der wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der ansässigen Bevölkerung sind die wichtigsten Ziele der Alpenkonvention. In sog. »Fachlichen Protokolle« zu den in Art. 2 Abs. 2 der Alpenkonvention benannten einzelnen Fachbereichen wird festgelegt, welche konkreten Schritte zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Alpen ergriffen werden sollen. Die bisher erarbeiteten Protokolle zu Berglandwirtschaft, Bergwald, Bodenschutz, Energie, Naturschutz und Landschaftspflege, Raumplanung und nachhaltige Entwicklung, Tourismus, Verkehr sowie ein eigenes Protokoll zur Streitbeilegung sind durch Ratifizierungen Deutschlands, Österreichs und Liechtensteins seit 19.12.2002 in Kraft. Ein weiterer wesentlicher Schritt zur Umsetzung der Konvention ist die auf der 7. Alpenkonferenz 2002 entschiedene Einrichtung eines Ständigen Sekretariats in Innsbruck mit einer Außenstelle in Bozen, das inzwischen eingerichtet wurde. www.alpenkonvention.org

Altablagerungen

Altablagerungen sind stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind.

Altauto

Bei uns werden derzeit jährlich über 2,7 Millionen Personenkraftwagen stillgelegt. Mit Hilfe von Shredderanlagen können Altautos zerkleinert und die Metalle aussortiert werden. Diese Metalle können von der Industrie wiederverwendet werden. Übrig bleiben aber immer noch 25-30% Shredderrückstände. Durch einen höheren Kunststoffanteil hat man die Sicherheit moderner Autos erhöht und ihr Gewicht reduziert. Durch die Vielfalt der verwendeten Kunststoffe sind allerdings die Möglichkeiten des Recyclings erschwert worden. Mit der Altautoverordnung werden die Besitzer verpflichtet, ihr Altauto einem qualifizierten Vertreterbetrieb zuzuführen.

Altautoentsorgung

Bei uns werden derzeit jährlich ca. 3,4 Millionen Personenkraftwagen stillgelegt. Der Großteil hiervon wird der Verwertung zugeführt. Insbesondere aufgrund ihres hohen Anteils an verschiedenen Metallen sind Altautos eine wertvolle Rohstoffquelle. Gemäß Altauto-Verordnung sind Besitzer von Altautos verpflichtet, ihr Altauto einem anerkannten Verwertungsbetrieb oder einer anerkannten Annahmestelle zu überlassen (z.B. Vertragshändler eines Automobilherstellers). Er erhält dann einen Verwertungsnachweis, den er bei der Abmeldung des Wagens bei der Zulassungsstelle vorlegen muss.

Alternative Antriebskonzepte

Dieser Begriff bezieht sich auf Bemühungen, den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen durch neue Energieträger (Alternative Kraftstoffe) und neue Formen der Energieumwandlung zu verringern. Von den neuen Energieträgern wird Erdgas bereits verbreitet und erfolgreich eingesetzt, während bei den alternativen Antriebsarten die Elektrofahrzeuge vorherrschend sind. Hauptsächlich um das Reichweitenproblem zu entschärfen, das den beiden genannten Alternativen mehr oder weniger gemeinsam ist, sind bivalente (Erdgas-Benzin) und Hybridantriebe (Elektroantrieb-Benzin/Diesel) entwickelt worden. In Erprobung sind die Wasserstofftechnologie und die Brennstoffzelle.

Alternative Energien

Alternative Energien (richtig: erneuerbare Energien). Im Gegensatz zu den traditionellen Energiequellen Kohle, Gas und Öl, aber auch Uran (für die Kernkraftwerke), deren Vorkommen begrenzt sind, stehen die Alternativen Energien unbegrenzt zur Verfügung bzw. erneuern (regenerieren) sich immer wieder wie z.B. Sonnenenergie, Wind, Wasserkraft, Holz, Geothermie (Tiefenwärme), Biogas und auch die Umgebungswärme, die durch Wärmepumpen genutzt werden kann.

Alternative Kraftstoffe

Alle Energieträger, die angesichts der absehbaren Rohstoffknappheit und der zunehmenden Umweltbelastung als Ersatz für Kraftstoffe in Frage kommen. Dies sind Erdgas, Flüssiggas, Rapsöl/RME, Alkoholkraftstoffe (z.B.Methanol) und Wasserstoff. Im Vergleich zu den konventionellen Kraftstoffen Benzin und Diesel bieten sie alle mehr oder weniger Emissionsvorteile. Allerdings sind mit der Verwendung auch eine mehr oder weniger eingeschränkte Reichweite (bis auf Rapsöl/RME) und teilweise höhere Kraftstoffkosten (bei Methanol und insbesondere bei Wasserstoff, welcher als Alternative noch in Erprobung ist) verbunden.

Alternativen zum Auto

Alternativen zum Auto gibt es viele, sie sind meist jedoch mit Einbußen hinsichtlich der Flexibilität verbunden. Der umweltfreundlichste, billigste und in Ballungsräumen oft sogar schnellere fahrbare Untersatz ist das Fahrrad. Für weitere Strecken bieten sich der Öffentliche Personennahverkehr und die Bahn an, die sich zunehmend um bessere, schnellere Verbindungen und Sondertarife bemühen. Umwelt-Pluspunkt: Logisch, daß ein ausgelastetes Fahrzeug, das viele hundert Personen gleichzeitig befördert, der Umwelt weniger schadet, als Hunderte von Autos mit jeweils nur einem Insassen.

Alternativer Landbau

Eine Form der Landwirtschaft nach bestimmten Richtlinien. Dabei wird vor allem auf folgendes geachtet: maximale Nutzung des betriebseigenen Stoffkreislaufs, Verzicht auf chemisch-synthetisierte Produktionsmittel und statt dessen Verwendung bestimmter Hilfs- oder Pflegemittel für Boden, Pflanzen und Tiere, die natürlichen Ursprungs sind.

Altglas

Altglas (insbesondere Glasflaschen) kann zur Herstellung von neuem Glas verwendet werden, und zwar beliebig oft. Das spart Energie und Rohstoffe, gleichzeitig wird der Abfall reduziert. UMWELTTIPP: Alte Flaschen und Gläser nicht einfach auf den Müll werfen, sondern in Glas-Container, die mittlerweile in allen Gemeinden aufgestellt sind.

Altkunststoffe

(Kunststoffrecycling). Plastiktragetaschen, Klarsichtfolien, Joghurtbecher, Waschmittelflaschen; diese und die meisten anderen Kunststoffabfälle im Haushalt sind Verpackungen. Kunststoffe kann man grundsätzlich wiederverwerten. Wenig Probleme gibt es für sortenrein gesammelte Kunststoffe, die in werkstofflichen Verfahren z.B. zu Granulat verarbeitet werden. Für die Verwertung von Mischkunststoffen benötigt man dagegen aufwendige rohstoffliche und energetische Verfahren, die sich teilweise erst noch in der Entwicklung oder Erprobung befinden.

Altlasten

Altlasten sind Altablagerungen und Altstandorten, durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden.

Altlastenkataster

Eine DV-gestützte Datenbank, in die sämtliche von den Kreisverwaltungsbehörden anhand eines Erhebungsbogens nach Anhang 1 der Verwaltungsvorschrift zum Vollzug des Bodenschutz- und Altlastenrechts in Bayern - BayBodSchVwV - gesammelten Daten über altlastverdächtige Flächen aufzunehmen sind. Es werden hierbei auch die Ergebnisse und der Stand der weiteren Bearbeitung dokumentiert.

Altlastensanierung

Altlastensanierung sind Dekontaminationsmaßnahmen und Sicherungsmaßnahmen.

Altlastensanierungsfonds

Im Umweltpakt Bayern (Teil 1) hat sich der Freistaat Bayern u.a. verpflichtet, einen A. einzurichten. Der Fonds soll mittelständischen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft eine eigenverantwortliche Altlastensanierung eröffnen, wenn der Sanierungsaufwand die Existenz des Unternehmens gefährden würde. Die Zinserträge werden über zinsgünstige, bankübliche Darlehen im Rahmen des Bayerischen Altlastenkreditprogramms an die bayerische Wirtschaft ausgereicht. Im Umweltpakt Bayern - Nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert - hat sich der Freistaat Bayern verpflichtet, die Förderrichtlinie zu modifizieren und das Programm noch attraktiver zu gestalten.

Altlastverdächtige Flächen

Altlastverdächtige Flächen sind Ablagerungen und Altstandorte, bei denen der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen oder sonstiger Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit besteht.

Altmetalle

Altmetalle fallen im Haushalt u.a. als Verpackungen in Form von Getränke- und Konservendosen an. Die meisten Metalle, vor allem Weißblech und Aluminium, können gut wiederverwertet werden. Mit einer Verwertungsquote von derzeit weit über 60% nehmen die Metallabfälle sogar einen Spitzenplatz beim Recycling ein.

Altöl/-entsorgung und -verwertung

Jährlich werden in Deutschland ca. 1,1 Mio t Frischöl eingesetzt. Knapp die Hälfte davon geht durch Schmierung, Oxidationsprozesse und Leckagen verloren. Etwa 600.000 t fallen als Altöl an. Es enthält neben Ölanteilen auch Lösungsmittel, Schwermetall-Verbindungen und Abrieb. Altöl ist schon in geringsten Mengen wasserschädigend. Bereits ein Tropfen kann viele hundert Liter Trinkwasser unbrauchbar machen. Altöl muß beim Verkäufer (z.B. Tankstelle) oder bei Altölsammelstellen, die zur Rücknahme verpflichtet sind, abgegeben und von dort aus entsorgt werden (Altölentsorgung). Gering verunreinigte Altöle werden in Altölraffinerien wiederaufbereitet oder in Zementwerken als Ersatzbrennstoff eingesetzt (Altölverwertung). Stärker verunreinigte Öle müssen als Sondermüll entsorgt werden. Umwelt-Pluspunkt: Beim eigenen Fahrzeug besonders sorgfältig auf den Ölverbrauch achten. Ist er zu hoch, am Boden (Zeitung unterlegen!) nachsehen, ob Ölflecken auf undichte Stellen schließen lassen. Spätestens dann ist es Zeit für eine Reparatur! Auch beim Nachfüllen von frischem Öl besonders umsichtig sein. Umwelt-Pluspunkt: Frisches Öl sollte nicht nachgefüllt werden, wenn ohnehin bald ein Ölwechsel fällig ist. Dann den Ölwechsel vorziehen.

Altpapier

Verbrauchtes Verpackungsmaterial, Zeitungen, Bücher, Zeitschriften und Werbebroschüren können wieder zur Herstellung von neuem Papier verwendet werden. Das entlastet die Abfallbeseitigung (Abfall) und spart Rohstoffe und Energie. Die deutsche Papierindustrie gewinnt bereits über 60 % ihres Rohstoffbedarfs aus Altpapier. Sie nimmt damit einen Spitzenplatz in Europa ein.

Altreifenentsorgung

Bei uns fallen jährlich weit über 600 000 t Altreifen an. Sie werden zu ca. 25% runderneuert. Umwelt-Pluspunkt: Runderneuerte Reifen kaufen - sie sind mit dem Blauen Engel (Umweltzeichen) ausgezeichnet.

Altreifenverwertung

In Deutschland fallen alljährlich rund 600 000 t Altreifen an. Die Altreifenentsorgung unterliegt hierzulande keiner speziellen gesetzlichen Regelung. Etwa ein Viertel der anfallenden Altreifen werden runderneuert. Daneben werden Altreifen über Zerkleinerung und Granulierung z.B. für Sportplatzbeläge wiederaufbereitet. Der größte Teil jedoch wird bei der Zementherstellung als Ersatzbrennstoff verwertet.

Altstandorte

Altstandorte sind Grundstücke stillgelegter Anlagen und sonstigen Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist ausgenommen Anlagen, deren Stilllegung einer Genehmigung nach dem Atomgesetz bedarf.

Altwasser

Teil eines Fluß- oder Bachlaufes, der bei einer Fluß- oder Bachbegradigung vom fließenden Gewässer abgeschnitten wurde. Wichtiger Lebensraum z.B. für Wasservögel, Amphibien und Libellen.

Ammoniak

Ammoniak (NH3) ist ein farbloses Gas mit beißendem Geruch. Es ist ein wichtiger Grundstoff der organischen Chemie und wird in der Industrie auch als Lösemittel verwendet. Ammoniak wirkt in höheren Konzentrationen ätzend auf Haut und Schleimhäute und führt beim Einatmen zu Reizhusten und Brechreiz. Die Emissionen von NH3 in die Luft stammen heute zu ca. 90% aus der Tierhaltung in der Landwirtschaft (aus Stalluft, Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern). In der Luft wird es rasch zu Ammonium-Verbindungen umgewandelt, die zu einer Eutrophierung von Vegetation und Gewässern führen und indirekt als Säurebildner die Versauerung verstärken ( Waldschäden). NH3 wird auch als Reaktionsmittel bei Rauchgasreinigungsanlagen zur Entstickung eingesetzt (DENOX).

Ampelvorrangschaltung

Mit Hilfe von Leit- und Informationssystemen eingerichtete Schaltung von Ampeln, die Fahrzeugen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) den Vorrang vor den anderen Fahrzeugen geben, z.B. als Grüne Welle für Busse.

Amphibienschutzmaßnahmen

Amphibien wie Frösche und Kröten wandern zum Laichen oft in großer Zahl zu bestimmten Laichgewässern. Bei dieser Wanderung lassen sie sich durch nichts aufhalten, auch nicht durch vielbefahrene Straßen, die ihren Wanderweg kreuzen. Zum Schutz dieser Tiere werden Feuchtbiotope (Feuchtgebiete) erhalten oder neu angelegt. UMWELTTIP: In vielen Orten werden zur Laichzeit entlang der Straßen Amphibienzäune oder -tunnel angelegt, um die Wanderwege der Amphibien umzuleiten oder um sie aufsammeln zu können.

Anaerober Abbau

Im Gegensatz zum aeroben Abbau benötigen Kleinstlebewesen bei dieser Form des Stoffabbaus keinen Luftsauerstoff. Der A. findet gezielte Anwendung z.B. in der Vergärung von Bioabfall. Ziel ist die Biogaserzeugung.

Anfahren

Ein Warmlaufenlassen des Motors oder ein Kavalierstart verursachen zusätzlichen Lärm und Schadstoffausstoß, kosten unnötig Kraftstoff, führen zu übermäßigem Verschleiß und sind daher völlig sinnlos. Umwelt-Pluspunkt: Immer gleich nach dem Starten des Motors ohne Kavalierstart anfahren.

Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Selbständige und ortsfeste benutzte Funktionseinheiten zum Lagern, Abfüllen, Umschlagen, Herstellen, Behandeln oder Verwenden von wassergefährdenden Stoffen. Hierzu zählen z.B: der Abfüllplatz einer Tankstelle oder eine Lagerhalle. Die Anforderungen für diese Anlagen sind in der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (Anlagenverordnung) formuliert.

Anreicherung

Anreicherung ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit Chemikalien und auch in der Kernenergie verwendet wird. Von einer Anreicherung spricht man, wenn Schwermetalle wie Blei oder Cadmium in den tierischen oder menschlichen Körper gelangen, wo sie nicht abgebaut oder ausgeschieden werden, sondern sich in den Organen ansammeln und zu gesundheitlichen Schäden führen können.

Anrufsammeltaxi (AST)

In Zeiten und Gebieten schwacher Nachfrage ist mit der Einführung des AST eine Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) möglich: Die Taxen können telefonisch angefordert werden, sammeln verschiedene Fahrgäste einer Region ein und bringen sie zu einem festgelegten Tarif zum nächsten Linienanschluß.

Anthropogen

Vom Menschen herbeigeführt; z.B. anthropogene Belastung des Grundwassers.

Anzeigeverfahren

Gemäß Nachweisverordnung privilegiertes Nachweisverfahren für besonders überwachungsbedürftige Abfälle, das im Gegensatz zum Entsorgungsnachweis nur aus der verantwortlichen Erklärung des Abfallerzeugers, der Annahmeerklärung des Abfallentsorgers und der Anzeige bei der für den Abfallerzeuger zuständigen Behörde besteht. Das A. ist nur zugelassen, wenn es sich beim Entsorger um einen behördlich freigestellten, zuverlässigen und qualifizierten Betrieb oder um einen Entsorgungsfachbetrieb handelt.

Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp)

Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer wurde 1972 in Tirol gegründet. Sie ist ein Zusammenschluß von Ländern, Kantonen, Regionen und Provinzen des zentralen Alpenraumes. Mitglieder sind Baden-Württemberg, Bayern, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Bozen-Südtirol, Trentino, Lombardei, Graubünden, St. Gallen und Tessin. Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer dient dem grenzüberschreitenden Informationsaustausch und der Zusammenarbeit bei gemeinsamen alpenspezifischen Projekten. Grundlage der Zusammenarbeit bildet das »Gemeinsame Leitbild für die Entwicklung und Sicherung des Alpengebiets« von 1981 in der von der Arge Alp-Regierungschefs 1996 in Mailand neu angepassten Fassung.

Arbeitsgemeinschaft Donauländer (Arge Donauländer)

Die Arbeitsgemeinschaft Donauländer wurde 1990 in Niederösterreich gegründet. Sie ist ein Zusammenschluß von souveränen Staaten, Bundesländern, Regionen und anderen Gebietseinheiten längs der Donau von der Mündung bis zur Quelle. Mitglieder sind Baden-Württemberg, Bayern, die Tschechische, Slowakische, Kroatische und Serbische Republik, die an der Donau gelegenen österreichischen Bundesländer, ungarische Komitate, rumänische und bulgarische Regionen, die Moldau-Republik und die Region Odessa. Grundlage der Zusammenarbeit ist die 1990 verabschiedete »Gemeinsame Erklärung« und das von den Regierungschefs 1996 beschlossene »Leitbild für den Donauraum«.

Arbeitsgemeinschaft Ostalpenländer (Arge Alpen-Adria)

Die Arbeitsgemeinschaft wurde 1978 in Venedig gegründet. Sie ist ein Zusammenschluß von souveränen Staaten, Bundesländern, Regionen und anderen Gebietseinheiten zwischen Donau, Po und Tessin. Mitglieder sind Bayern, die Bundesländer Oberösterreich, Burgenland, Steiermark und Kärnten, ungarische Komitate, die Republiken Slowenien und Kroatien, die italienischen Regionen Venetien, Friaul Julisch-Venetien, Trient-Südtirol und Lombardei sowie der Schweizer Kanton Tessin, ferner Salzburg als »aktiver Beobachter«. Sie dient dem grenzüberschreitenden Informationsaustausch und der Zusammenarbeit bei gemeinsamen Anliegen mit den Schwerpunkten Alpen und Adria.

Arbeitskreis Umwelt, Freizeit und Tourismus

Im Zuge der Ausarbeitung der Bayern-Agenda für eine nachhaltige Entwicklung wurde das Umweltforum Bayern mit seinen sieben Arbeitskreisen gegründet. Im Arbeitskreis »Umwelt, Freizeit und Tourismus« mit seinen acht Unterarbeitskreisen (u.a. Luftsport, Wintersportarten, Wassersport, Wandern/Radfahren/Klettern, Öffentlicher Personenverkehr, umweltfreundliche Angebote des Gewerbes in Freizeit und Tourismus) werden freiwillige Selbstbeschränkungen mit den Sport- und Freizeitorganisationen erarbeitet.

Artenhilfsprogramme (AHP)

Für besonders gefährdete Arten bzw. Charakterarten von Lebensräumen wurden eigene AHP eingeführt. Beispiele sind: Weißstorch, Fledermäuse, Fischotter, endemische Pflanzenarten.

Artenschutz

Weltweit gibt es schätzungsweise zwischen 4 und 10 Mio Tier- und Pflanzenarten. Davon sind bis heute erst rund 300 000 Pflanzen- und 1,5 Mio Tierarten bekannt. Viele von ihnen gibt es schon nicht mehr, entweder aufgrund von Katastrophen und Klimaveränderungen (Saurier) oder durch die Eingriffe des Menschen wie z.B. Jagd, Einsatz chemischer Stoffe oder Zerstörung von Lebensräumen. Um seltene und in ihrem Bestand gefährdete Arten zu retten, gibt es in vielen Ländern gesetzliche Schutzmaßnahmen. Dem Artenschutz in der Bundesrepublik Deutschland dient z.B. die Ausweisung von Naturschutzgebieten, mit denen Lebensräume für wildwachsende Pflanzen und freilebende Tiere erhalten werden.

Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP)

Beim Arten- und Biotopschutzprogramm werden Arten und Biotope eines bestimmten Gebietes, z.B. eines Landkreises, erfaßt und bewertet (Bestandserfassung). Daraus wird ein Schutz- und Entwicklungskonzept des Naturschutzes und der Landschaftspflege erarbeitet (Bestandsbewertung). Danach werden die vielfältigen Schutzmaßnahmen wie die Ausweisung von Schutzgebieten, die Programme des Naturschutzes und der Landschaftspflege, der Ankauf und die Pacht ökologisch wertvoller Flächen aufeinander abgestimmt (Zielentwicklung). Damit soll eine Vernetzung von Biotopen (Biotopverbund) erreicht und so ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen geleistet werden. Die Erarbeitung dieses landesweiten, umfassenden naturschutzfachlichen Konzeptes ist abgeschlossen. Damit steht für alle 71 bayerischen Landkreise das ABSP zur Verfügung.

Arzneimittelentsorgung

In der Bundesrepublik fallen jährlich rund 11 000 t Altarzneimittel an. In Privathaushalten landen sie in der Regel in der Mülltonne. Um die Zugriffsmöglichkeit für Unbefugte und/oder Kinder zu unterbinden, sollten sie jedoch bei der Problemmüllsammlung oder beim Apotheker abgegeben und auf diesem Wege sachgerecht entsorgt werden.

Asbest

ist ein natürlich vorkommendes, aber stark krebserregendes faseriges Mineral, das in älteren Autos z.B. für Brems- und Kupplungsbeläge verwendet wurde. Feinste Asbest-Teilchen gelangen durch Abrieb und Verschleiß in die Luft. Umwelt-Pluspunkt: Asbesthaltige Bremsbeläge werden nicht mehr produziert.

Asbestsanierung

Asbest ist eine Gruppenbezeichnung für natürlich vorkommende faserförmige Silikate. Da es nicht brennbar ist, wurde es im Bau vielfach als Feuerschutzverkleidung etc. eingesetzt. Seit längerem ist bekannt, daß Asbest sowohl Krebs als auch Asbestose (Vernarbung des Lungengewebes) hervorrufen kann. Asbestprodukte in Innenräumen müssen daher nach Überschreiten bestimmter Asbestfaserkonzentrationen in der Luft entweder entfernt, verfestigt und beschichtet oder räumlich abgetrennt werden.

ASU (Abgassonderuntersuchung)

AU.

Atmosphäre

Atmosphäre nennt man die Lufthülle, die unsere Erde umgibt. Sie besteht aus Stickstoff (ca. 78%) und Sauerstoff (ca. 21%) sowie Spurengasen. Außerdem enthält sie Staub sowie Wasser, das sie aus der Verdunstung der Meere, Seen und Flüsse aufnimmt und bei Überschreitung des Sättigungsgrades als Niederschlag an die Erde zurückgibt. Bedeutsam ist auch das in der oberen Atmosphäre enthaltene Ozon als Filter gegen die harte UV-B-Strahlung der Sonne.

AU

Abk. für Abgasuntersuchung. Ab dem 1.12.93 wurde die Abgassonderuntersuchung (ASU), welche für Kfz mit Benzinmotoren verpflichtend war, von der AU abgelöst, welche nun auch Dieselfahrzeuge und Benzinfahrzeuge mit geregeltem Katalysator einschließt. Die AU soll sicherstellen, daß das Abgasverhalten der im Verkehr befindlichen Kfz über deren Nutzungszeit möglichst auf dem Niveau gehalten wird, das dem Neuzustand entspricht. Schadstoffarme und bedingt schadstoffarme PKW mit Benzinmotor ohne geregelten Katalysator sowie Dieselnutzfahrzeuge über 3,5 t müssen jährlich zur AU. Benzin-PKW mit geregeltem Katalysator, Diesel-PKW und Dieselnutzfahrzeuge unter 3,5 t erstmals 3 Jahre nach Zulassung, dann alle zwei Jahre.

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Beim Bau von Straßen, Siedlungen und Gewerbegebieten kommt es zu Eingriffen in Natur und Landschaft. Zum Ausgleich bzw. Ersatz von Beeinträchtigungen eines Biotops kann die Umweltbehörde (Regierung, Landratsamt) anordnen, daß an anderer Stelle ein neues Biotop angelegt wird. Diese Ausgleichsmaßnahmen sind ökologisch notwendig und daher nach dem Naturschutzgesetz vorgeschrieben.

Auslegungsstörfall

Auslegungsstörfälle sind bei der Planung von Kernkraftwerken zu unterstellende Ereignisse wie Leitungsbrüche und Komponentenversagen, die zu schwerwiegenden Auswirkungen führen können. Sie müssen - was im atomrechtlichen Genehmigungsverfahren eingehend überprüft wird - durch Sicherheitseinrichtungen so beherrscht werden, daß die Auswirkungen in der Umgebung unter den vorgegebenen Grenzwerten der Strahlenschutzverordnung bleiben.

Auspuff

Durch den Auspuff werden die heißen Fahrzeug-Abgase nach außen geleitet. Er dient als Schalldämpfer. Umwelt-Pluspunkt: Das Tanken von bleifreiem Benzin verdoppelt die Lebensdauer des Auspuffs. Den Auspuff sofort austauschen, wenn er durchgerostet ist und knattert.

Auspuffgeräusch

Summe aus Mündungsgeräusch und Schallabstrahlung von den Oberflächen der vibrierenden Rohre und Töpfe der Auspuffanlagen. Das A. steigt im Gegensatz zum Motorgeräusch weniger mit der Motordrehzahl als mit der Motorlast (Gaspedalstellung). Es kann durch Vergrößerung des Dämpfervolumens verringert werden.

Auto-Öl-Programm

Initiative der Europäischen Kommission, der Europäischen Automobilindustrie und Mineralölwirtschaft um anhand umfangreicher Untersuchungen auf der Grundlage von Kosten-Nutzen-Analysen die Kfz-Emissionen unter Berücksichtigung des Wartungszustands und die Kraftstoffqualität (z.B. Höchstwerte für Schwefel und Benzol im Benzin) festzulegen und in den Mitgliedsländern der Europäischen Union durch Richtlinien, die dann in nationales Recht umzusetzen sind, ab 2000 und in einer zweiten Stufe ab 2005 einheitlich und verbindlich einzuführen.

Autobahnen

Rund elftausend Kilometer lang ist unser bundesweites Autobahnnetz. Die Fahrleistung betrug 1994 154,1 Mrd. Fahrzeugkilometer. Die Autobahnen sind die mit Abstand sichersten und leistungsfähigsten Straßen. Sie ziehen in hohem Maße Verkehr vom übrigen Straßennetz und bestehenden Ortsdurchfahrten ab und verbessern dort einerseits die Sicherheit und andererseits die Lärm- und Abgassituation. Die Attraktivität der Autobahnen führt aber gleichermaßen in Teilabschnitten zunehmend zu zeitweiligen Überlastungen. Eine nachhaltige Entlastung durch Verkehrsverlagerung auf die Schiene kann jedoch trotz sehr hoher künftiger Investitionen in die Schienen kaum erwartet werden, da beispielsweise bei nur 10% Verlagerung (weniger als der zu erwartende Verkehrszuwachs) die Kapazität der Schiene verdoppelt werden müßte.

Auto-Fasten

Eine Initiative der Kirchen. Die Idee: Auf unnötige Fahrten soll verzichtet werden und das Auto wenigstens für einen Sonntag der Fastenzeit in der Garage bleiben. Außerdem wird zu rücksichtsvollem Fahrverhalten, freiwilliger Tempobeschränkung auf Autobahnen (100 km/h) und zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel aufgerufen.

Autofreie Zonen

Immer mehr Gemeinden bemühen sich, die Lebensqualität im Stadtkern durch die Errichtung autofreier Zonen (Fußgängerzonen) zu erhöhen. Eine autofreie Zone dient dem Umweltschutz und bewahrt die Anwohner vor Lärm- und Abgasbelästigungen. Im Rahmen einer bayerischen Initiative (Autofreie Kur- und Fremdenverkehrsorte) werden besonders umweltfreundliche Verkehrsmittel, nämlich Elektrobusse im Liniendienst zwischen Auffangparkplätzen und den Innerortsbereichen, eingesetzt: Diese Elektrobusse beziehen einen Teil der benötigten Energie sogar aus Solartankstellen.

Autoreisezüge

Autoreisezüge verkehren auf Strecken nach Norddeutschland, Österreich, Italien, Ungarn, Frankreich und Griechenland. Die Insel Sylt kann mit dem Pkw z.B. nur im Autoreisezug erreicht werden (rechtzeitig reservieren!).

Autowäsche

verursacht Schmutzwasser, das viele belastende Schadstoffe enthält. Das Schmutzwasser stellt Abwasser dar und muß einer Abwasserreinigung zugeführt werden. Wer sein Auto einfach an einem Fluß, See oder Bach wäscht, leitet Öl, Benzin und Schaum ungereinigt ins Wasser und ist für das Sterben von Fischen und Pflanzen mitverantwortlich.

Auwälder

wachsen entlang den Flußläufen und stehen zeitweise unter Wasser. Sie gehören zu den wenigen noch naturnahen, vom Menschen kaum veränderten Landschaftsteilen und sind für viele seltengewordene Pflanzen und Tiere zu einer letzten Zufluchtsstätte geworden. Häufigste Baumarten in den Auwäldern sind Eschen, Weiden, Ulmen, Ahorne und Eichen. Für den Menschen sind die Auwälder ein wichtiges Trinkwasserreservoir. Stark gefährdet sind die Auwälder durch Kiesabbau, Ausdehnung landwirtschaftlicher Nutzflächen und den Aufstau von Flüssen.


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