12-Punkte-Aktionsplan
Der 12-Punkte-Aktionsplan zeigt Maßnahmen, mit denen das Thema "Klimaschutz durch Energiesparen" weiter voran gebracht werden kann. Die zwölf Punkte umfassen Empfehlungen für die Bereiche Privathaushalte, Unternehmen, Kommunen und Staat.
Energiesparen und Energieeffizienz sind die umweltfreundlichsten, sozialsten und wirtschaftlichsten Formen des Klimaschutzes und der Energiewende. Mit Energieeffizienz ist kein Verlust an Komfort oder Wirtschaftsleistung verbunden, sondern oft sogar deren Erhöhung, zum Beispiel durch geringere Abwärme und längere Akkulaufzeiten durch effiziente Notebook-Rechner.
Den Aktionsplan hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit mit seinen Klima-Allianz-Partnern Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz in der Arbeitsgruppe "Klimaschutz durch Energiesparen" erstellt.
Ziele zur Senkung des Energieverbrauchs bis 2050
Die Potenziale Energie zu sparen sind enorm. Eine BN-Studie von 2011 kommt zu dem Schluss, dass bis zum Jahr 2030 40 Prozent des heutigen Stromverbrauchs eingespart werden könnten. Noch höher ist das Einsparpotenzial im Gebäudebereich: Über 80 Prozent des Heizwärmeverbrauchs könnten bereits mit den heute zur Verfügung stehenden Techniken eingespart werden.
Auf dieser Datenbasis steckte die Arbeitsgruppe ehrgeizigen Ziele:
- Reduktion Stromverbrauch um 20 Prozent bis 2020,
- Reduktion Stromverbrauch um 50 Prozent bis 2050.
Haushaltsmittel zur Zielerreichung
Für die gemeinsame Umsetzung in seinem Zuständigkeitsbereich stellt das Bayerische Umweltministerium für die Haushaltsjahre 2013/2014 Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro zur Verfügung.
Zwölf Punkte zum Energiesparen für den Klimaschutz
Zur Erreichung der Ziele hat die Arbeitsgruppe einen 12-Punkte-Aktionsplan vorgelegt mit Empfehlungen für die folgenden Bereiche:
1. Energiesparberatung für Privathaushalte stärken
- Stärkung unabhängiger und vorgewerblicher Energiesparberatung vor Ort und am Objekt in allen Landkreisen Bayerns in kommunaler Trägerschaft.
- Die Förderung der Gründung von regionalen Energieagenturen durch die Staatsregierung ist fortzuführen.
2. Öffentlichkeitsarbeit für Energiesparen bei Privathaushalten ausbauen
Werbemaßnahmen für Stromsparen und Energieeffizienz, zum Beispiel:
- Kampagne Energieeffizienz für Bürger und Dialogpakete für Kommunen: Informationsmaterialien und Messestand des Landesamtes für Umwelt (LfU) (Verleih an Kommunen, Verbände etc.),
- Aktive Werbung für die Gutscheinaktion des LfU zum Einsatz von hocheffizienten Heizungsumwälzpumpen. Der Bund Naturschutz Bayern weitet seine Werbeaktion mit Gewinnspiel für hocheffiziente Heizungsumwälzpumpen auf ganz Bayern aus,
- Verbreitung des am LfU vorhandenen Informationsmaterials zum Thema Energieeffizienz,
- Ausbau der Internetpräsenz des LfU zum Thema Energieeffizienz und Strom sparen, zum Beispiel LfU-Materialien zu Strom sparendem Büro und PC,
- Aktualisierung und Erstellung prägnanter Informationsmaterialien zum Thema Energieeffizienz.
3. Steuerliche Anreize prüfen
Einführung steuerlicher Anreize für die Anschaffung energieeffizienter und Strom sparender Geräte.
4. Für Energieeffizienz und Energiesparen in Unternehmen verstärkt werben
- Informationsveranstaltungen zur Verbreitung des Wissens über Energieeffizienz im Produktionsprozess
- Unterstützung der Aktivitäten von Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Verbänden
- Werbemaßnahmen für Energieeffizienz, zum Beispiel Energieleitfäden
- Motivationsfaltblatt für Energiemanagement
- Motivationsfaltblatt für Energieeffizienznetzwerke
5. Betriebliche Ausbildung mehr auf Energieeffizienz und Energiesparen ausrichten
Erarbeitung und Bereitstellung von Lehr- und Schulungsmaterialien für die betriebliche Aus- und Weiterbildung.
6. Kommunales Energiemanagement stärken
Stärkung eines "Kommunalen Energiemanagements" in allen Kommunen Bayerns (Förderung von Managementsystemen wie dem European Energy Award durch das CO2-Minderungsprogramm)
7. Energieeffizienz in kommunalen Liegenschaften verbessern
- Fortführung und Verstetigung des CO2-Minderungsprogramms
- Stärkere Verbreitung des Bürogebäudeleitfadens von LfU und der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern
- Verteilung des Leitfadens Energieeffizienz in Schwimmbädern an Kommunen
8. Abwärme nutzen
- Leitfaden Wärmelandkarte
- Kurzbroschüre für Kommunen über das sinnvolle Vorgehen bei Projekten für eine Abwärmenutzung in Kommunen
- Abwärmeinformationsbörse im Energie Atlas Bayern
9. Vorbildfunktion wahrnehmen
- Neue Verwaltungsgebäude des Freistaats sollen regelmäßig auf der Grundlage des Passivhausstandards ausgeführt werden (Ministerratsbeschluss vom 19.07.2011).
- Berücksichtung der Anforderungen des Bürogebäudeleitfadens von OBB/LfU bei der Planung von Gebäuden
- Konsequente Berücksichtigung stromsparender Produkte bei der Beschaffung
10. Energetische Sanierung staatlicher Liegenschaften fortsetzen
Die im Klimaprogramm Bayern 2020 und im Energiekonzept verankerte energetische Sanierung staatlicher Liegenschaften sollte langfristig fortgeführt werden.
11. Finanzielle Anreize schaffen
Finanzielle Anreize (eine Milliarde in Bayern für fünf Jahre für Energiewende und Klimaschutz, Mittel auch für Energieeffizienz und Energiesparen bereit stellen)
12. Bei Bund und EU für Energieeffizienz einsetzen
- Unterstützung der Einrichtung eines Energieeffizienzfonds auf Bundesebene zur Finanzierung ehrgeiziger Maßnahmen für Verbraucher, Gewerbe, Industrie
- Einführung einer verstärkten Energieeffizienzinitiative nach dem Top-Runner-Modell
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