Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung in Bayern
Das Ministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) ruft seit 2007 jährlich in einem konzertierten Aktionsprogramm zur Bekämpfung der aus Nordamerika eingewanderten Beifuß-Ambrosie auf. Deren Pollen gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern. Bereits ab ein bis drei Pollen pro Kubikmeter Luft reagieren stark empfindliche Personen allergisch, ab zehn Pollen je Kubikmeter reagiert die Mehrzahl der Ambrosia-sensibilisierten Personen symptomatisch (zum Vergleich: bei Birken- oder Gräserpollen wird eine Konzentration von mehr als 50 Pollen pro Kubikmeter als starke Belastung bezeichnet).
Da die Pflanze später als alle heimischen Arten (einschließlich Birke und anderer) blüht, besteht die Gefahr, dass sich die Leidenszeit der Allergiker um mehrere Wochen pro Jahr verlängert mit entsprechenden Folgekosten für das Gesundheitswesen. In dem stark betroffenen Kanada werden die Kosten pro Jahr mit 50 Millionen Dollar veranschlagt.
Ein vom StMUG gefördertes Forschungsvorhaben der Ludwig-Maximilian-Universität München hat gezeigt, dass auch hier bereits ca. 30 % der Allergiker auch gegen die Beifuß-Ambrosie sensibilisiert sind. Die Hälfte davon zeigt bereits auch klinische Symptome (Heuschnupfen, Bindhautentzündungen) bei ausreichendem Kontakt mit dem Allergen. Im schlimmsten Fall kann eine Ambrosiaallergie zu Asthma führen.
Meldungen von größeren Ambrosiabeständen
Meldungen von größeren Ambrosiabeständen (mehr als ca. 100 Pflanzen) sollen möglichst mit aussagekräftigen beschrifteten Photos (Abzüge, Ausdrucke oder CD’s) bei der örtlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörde (Landratsamt, Stadtverwaltung) erfolgen. Die Bekämpfung größerer Bestände sollte erst nach Bestätigung und Beratung durch die Kreisverwaltungsbehörden erfolgen. Die Kreisverwaltungsbehörden melden bestätigte Bestände der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) (siehe "Weiterführende Informationen"). Ab 2009 werden die Kreisverwaltungsbehörden außerdem gebeten, zur Verlaufsdokumentation das Meldeformular "Standort-/Bekämpfungsmeldung" auszufüllen und ebenfalls an die LfL zu senden.
Meldungen von kleineren Ambrosiabeständen
Einzelpflanzen und Nester mit weniger als 100 Pflanzen reißt jeder Finder selbst aus. Kleinere Bestände (unter ca. 100 Pflanzen) - außerhalb von Hausgärten - sollen im Rahmen eines vom Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) geförderten Forschungsprojekts bitte an folgende Adresse gemeldet werden (Internetformular und E-Mail Adresse befinden sich unten unter "Weiterführende Informationen"):
- Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie
- Hinter’m Alten Ort 9,
- 61169 Friedberg
- Tel: (06031) 160 92 64
Weiterführende Informationen
- Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung 2009 (
2.1 MB) - Merkblatt zur Verringerung der Verunreinigung von bestimmten Futtermitteln mit Ambrosiasamen
- Bürger fragen - wir antworten zum Thema Ambrosia
- Faltblatt: Allergien vorbeugen - Zum richtigen Umgang mit der Beifuß-Ambrosie
- Poster Allergien vorbeugen - Zum richtigen Umgang mit der Beifuß-Ambrosie
Berichte
- Forschungsvorhaben "Ragweedpollen" (Ambrosia artemisiifolia,syn. beifußblättriges Traubenkraut) - ein bedeutsames neues Allergen? - Abschlussbericht (PDF, 1,4 MB)
- Erfahrungsbericht zum Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung 2008 (
342 KB) - Erfahrungsbericht zum Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung 2007 (
1,1 MB) - Untersuchung von Einschleppungs- und Ausbreitungswegen (
2,6 MB) - Evaluierung von Maßnahmen der Eradikation der Beifuß-Ambrosie in Bayern (
1,7 MB)
Meldung der Bestände
- Bestände über ca. 100 Pflanzen:
Meldeformular PDF-Dokument und Word-Dokument zum Ausfüllen am PC - Bestände unter 100 Pflanzen:
Meldeformular oder per E-Mail meldung@ambrosiainfo.de
Botanische Informationen
- Ambrosiaerkennung - Verwechslungsmöglichkeiten (LfL)
- Ambrosia - Bekämpfungsempfehlungen (LfL)
- Ambrosia-Übersicht und Aktivitäten der Biologischen Bundesanstalt
- Pollenflugkalender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst
Gesundheitliche Informationen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL):
- Ambrosia artemisiifolia als Inhalationsallergen (Krankheitsbild, Häufigkeit, Auslöser, Maßnahmen)
- Thema Inhalationsallergien