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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Arbeitsplatz Krankenhaus

Die bayerischen Krankenhäuser stehen bereits heute und erst recht in Zukunft vor der Herausforderung, genügend qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für eine Tätigkeit im Krankenhausbereich zu gewinnen.

Zwei Drittel aller Krankenhäuser haben bereits jetzt Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen im ärztlichen Dienst. Bis 2017 werden in Deutschland aus Altersgründen rd. 17.800 Krankenhausärzte ausscheiden. Auch bei den anderen im Krankenhaussektor tätigen Berufsgruppen zeichnet sich ein Personalmangel ab. Hinzu kommt, dass der Personalbedarf im Krankenhausbereich aufgrund der demographischen Entwicklung hin zu einer Gesellschaft mit einem sehr hohen Anteil alter Menschen weiter steigen wird. Eben diese demographische Entwicklung führt aber zwangsläufig auch zu einem Mangel an qualifizierten jüngeren Arbeitskräften. Die Altersgruppe der 19 bis 25-Jährigen wächst seit Jahren nicht mehr. Künftig wird sie eher noch schrumpfen. Das Nachwuchspotential für eine Tätigkeit im Krankenhaus bleibt also bestenfalls gleich, wesentlich wahrscheinlicher ist ein Rückgang.
Unbestritten ist die Arbeit im Krankenhaus anspruchsvoll und fordernd, aber sie ist auch sehr befriedigend und erfüllend. Die Arbeit im Krankenhaus ist mehr als ein Job, sie ist eine Aufgabe. Diese Gewissheit wird auch in Zukunft engagierte junge Menschen motivieren, sich für den Arbeitsplatz Krankenhaus zu entscheiden. Voraussetzung ist, dass die Rahmenbedingungen stimmen.

Für die Schwierigkeiten der Krankenhäuser junge Nachwuchskräfte zu gewinnen, gibt es viele Gründe. Sicher hat aber gerade für jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei der Wahl Ihres Arbeitsplatzes entscheidende Bedeutung.

Im Krankenhaussektor ist die familienfreundliche Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen deshalb so wichtig, weil hier mit einem Anteil von rd. 80 % weit überwiegend Frauen beschäftigt sind. Gerade im ärztlichen Bereich wird in den nächsten Jahren der Frauenanteil weiter steigen. So liegt der Anteil der Studentinnen im Studienfach Humanmedizin heute bei rund 60 %.

Insbesondere Frauen benötigen familienfreundliche Arbeitsplatzangebote, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können. Hintergrund ist die gesellschaftliche Realität, dass die Betreuung von Kindern, aber auch von pflegebedürftigen Angehörigen, weiterhin größtenteils von Frauen wahrgenommen wird. Damit müssen eben gerade für Frauen individuelle Lösungen gefunden werden, um den Arbeitsplatz Krankenhaus attraktiv zu gestalten.

Für die Weiterentwicklung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen im Krankenhausbereich gibt es noch erhebliches Potential. Die Arbeitswelt im Krankenhaus muss an die Bedürfnisse von Familien mit Kindern, aber auch von Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen angepasst werden. Wie so oft gibt es dafür keine allgemeingültigen Lösungen. Die Anforderungen und Bedürfnisse der einzelnen Krankenhäuser und der einzelnen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind vielfältig. Jedes Krankenhaus wird seine eigene Strategie entwickeln müssen, um seine Nachwuchskräfte zu finden und an sich zu binden.

Bei einem Runden Tisch mit Frau Staatssekretärin Melanie Huml am 12. Mai 2010 haben das Klinikum des Landkreises Deggendorf und die Kliniken Nordoberpfalz AG ihre Aktivitäten als best-practice-Beispiele vorgestellt.

Weiterführende Informationen

Best-practice Beispiele