Projekt: Helpline – Telefonische Raucherberatung bayernweit
Im Rahmen des Projektes Helpline Bayern werden Raucherinnen und Raucher am Telefon fachkundig beraten und über wohnortnahe Hilfsangebote und Möglichkeiten der Raucherentwöhnung informiert. Entwöhnungswilligen Raucherinnen und Rauchern soll der Ausstieg erleichtert werden.
In der Praxis der Tabakentwöhnung haben sich insbesondere niedrigschwellige Angebote bewährt. Der Grund hierfür liegt in der hohen Anzahl von Raucherinnen und Rauchern, die zwar eine Entwöhnung anstreben, hinsichtlich eines Gelingens ihres Vorhabens aber Zweifel und Ängste hegen. Die erste Kontaktaufnahme zu einem Entwöhnungsberater wird dadurch erschwert. In besonderer Weise tragen telefonische Raucherberatungszentren diesem Problem Rechnung.
Ziele
In Deutschland gibt es mehrere Ansätze zur Raucherberatung am Telefon. Das vorliegende Projekt berücksichtigt bisherige Erfahrungen und hat nach US-amerikanischem Vorbild ein bayernweit tätiges telefonisches Raucherberatungszentrum eingerichtet, das
- täglich vier Stunden unter der Nummer 0800 / 14 18 141 persönlich erreichbar ist
- auch abends und an den Wochenenden telefonische Beratung anbiete
- über die Möglichkeit verfügt, entwöhnungswilligen Raucherinnen und Rauchern in ihrer Wohnnähe bei Bedarf weitere Beratungsangebote und vor allem Hilfestellungen bei der Entwöhnung zu vermitteln
Entwöhnungswillige Raucherinnen und Raucher werden auf ihrem Weg in ein rauchfreies Leben mit auf ihre Wirksamkeit geprüften Methoden individuell unterstützt. Das Institut für Raucherberatung und Tabakentwöhnung (IRT) Bayern, das auf eine fast 20-jährige Erfahrung im Bereich der Tabakentwöhnung zurückblickt, arbeitet kontinuierlich daran, das Beratungskonzept entsprechend neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse regelmäßig zu optimieren. Es ist ein Beratungskonzept entstanden, das eine professionelle Beratung gewährleistet, die an aktuellen Leitlinien orientierte Ansätze zur Tabakentwöhnung aufzeigt, und Raucher während der Entwöhnungsphase kompetent begleitet.
Insbesondere denjenigen Raucherinnen und Raucher will die Helpline Bayern beratend zur Seite stehen, die nur noch eingeschränkt mobil sind, keine Möglichkeit haben, zu festgelegten Terminen zu Einzel- oder Gruppensitzungen zu erscheinen, in Wohnortnähe keine andere Möglichkeit haben oder anonym bleiben wollen.
Es besteht eine Zusammenarbeit mit anderen seriösen Therapieanbietern und Gesundheitseinrichtungen auf regionaler und überregionaler Ebene, um ein Netzwerk zu schaffen, das den Interessen und Bedürfnissen entwöhnungswilliger Raucherinnen und Raucher bestmöglich gerecht wird. Dazu werden durch das IRT Bayern auch Ärztinnen und Ärzte und andere im Gesundheitswesen Tätige in der Tabakentwöhnung ausgebildet, um damit wohnortnah kompetente Ansprechpartner vermitteln zu können.
Zur Qualitätssicherung wird dieses Projekt außerdem einer wissenschaftlichen Wirksamkeitsüberprüfung mit Hilfe des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig Maximilian Universität München unterzogen.
Talk – don’t smoke: Kompetenz in der Raucherberatung von Jugendlichen
Ein besonderes Augenmerk richtet die Helpline Bayern auf die Raucherberatung und Tabakentwöhnung bei Jugendlichen. Dies hat mehrere Gründe:
- Unter Jugendlichen ist die Bereitschaft groß, das Rauchen aufzugeben.
- Jugendliche leiden, wenn sie aufhören, genauso unter Entzugssymptomen wie Erwachsene.
- Jugendliche können von professioneller Unterstützung beim Aufhören profitieren, da das Aufhören "auf eigene Faust", wie bei Erwachsenen, seltener zum Erfolg führt.
- Es gibt bislang nur wenige spezifische Beratungs- und Entwöhnungsangebote, die sich an Jugendliche richten und auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind.
- Dementsprechend sind Jugendliche ungenügend darüber informiert, welche Hilfsmittel ihnen zur Verfügung stehen, wenn sie sich entscheiden, mit dem Rauchen aufzuhören.
Um die Schulen mit attraktiven, zielgruppenspezifischen und effektiven Ausstiegshilfen für rauchende Jugendliche zu unterstützen, bietet das Institut für Raucherberatung & Tabakentwöhnung (IRT Bayern) einen speziell für Jugendliche entwickelten Raucherentwöhnungskurs für Gruppen mit sechs bis acht Teilnehmern an.
Ein zusätzliches Seminarangebot des IRT vermittelt Lehrerinnen und Lehrern Wissen über das Rauchen, Tabakabhängigkeit und Möglichkeiten der Raucherberatung und Tabakentwöhnung. Die Seminare bieten auch die Gelegenheit, Gespräche mit rauchenden Jugendlichen und Reaktionsmöglichkeiten der Lehrerschaft "durchzuspielen".
Projektträger und Partner
Träger des Projektes ist das Münchner Institut für Raucherberatung und Tabakentwöhnung (IRT) Bayern, unter wissenschaftlicher Leitung von Univ.-Doz. Dr. med. Pál L. Bölcskei.
Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) gefördert. Die Gesundheitsbehörde der Stadt Nürnberg hat Interesse an einer Kooperation bekundet. Im weiteren Verlauf sollen auch die Krankenkassen als Partner gewonnen werden.