Die Diagnose Krebs ist für die Betroffenen und deren Familie häufig ein Schicksalsschlag. Viele Fragen tauchen auf, die die Betroffenen ihrem Arzt nicht stellen wollten oder konnten, bzw. deren Beantwortung für sie nicht befriedigend war.
Nachfolgender, in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung in Bayern erstellte Frage-Antwort-Katalog gibt Ihnen Auskunft.
Unser Körper besteht aus vielen Millionen lebenden Zellen, die organisiert in Gewebsverbänden spezifische Aufgaben übernehmen (z.B. Nervenzellen, Muskelzellen). Im Rahmen ihrer Funktion (z.B. als Abwehrzelle des Immunsystems) verbrauchen sich die Zellen und sterben nach einem bestimmten Lebenszyklus (z.T. nur wenige Tage) ab. Es ist daher für den Gesamtorganismus von entscheidender Bedeutung, dass die verbrauchten Zellen ersetzt werden. Dies geschieht durch Zellteilung, bei der die Erbinformationen auf die Tochterzellen weitergegeben werden. Bei der Weitergabe dieser sehr umfangreichen und komplexen Informationen kommt es gelegentlich zu Fehlern. Häufen sich diese Fehler im Kern, der Befehlszentrale einer Zelle, so kann dies dazu führen, dass die Zelle beginnt sich unkontrolliert zu vermehren und auszubreiten. Die Ausgangssituation für eine bösartige Krebserkrankung liegt damit vor.
Es gibt über 100 verschiedene Krebsarten, deren Prognose und Heilungschancen ganz unterschiedlich sind. So leben z.B. 90 Prozent der Patienten mit Haut- oder Hodenkrebs noch nach fünf Jahren, während nur 10 Prozent der von Speiseröhren- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs Betroffenen eine vergleichbare Lebenserwartung zeigen.
Für die meisten Krebsarten ist die operative Tumorentfernung entscheidende Therapiemaßnahme. Für Leukämien, Lymphknoten- und Knochenmarkkrebs hat die Operation keine Bedeutung. Diese Erkrankungen behandelt man primär mit Medikamenten (medikamentöse Tumortherapie).
Etwa 60 Prozent der Krebserkrankungen lassen sich durch diese Maßnahmen auch langfristig heilen.
Ob sich eine Krebserkrankung entwickelt ist nicht grundsätzlich vorbestimmt.
Es gibt familiäre Veranlagungen und bestimmte, meist mit dem Lebensstil (z.B. Rauchen, Alkoholkonsum) zusammenhängende externe Faktoren, die das individuelle Risiko eine Krebserkrankung zu erleiden erhöhen oder verringern können.
Nur sehr wenige (ca. fünf Prozent) aller Krebserkrankungen werden vererbt. Den vererbten Krebserkrankungen liegen bestimmte Fehler (Mutationen) der Erbinformation (Gene) zugrunde, die von den Eltern auf die Kinder weitergegeben werden. Bekannt sind die Mutationen bestimmter Gene, die mit einem erhöhten Risiko für Brust- und Eierstockkrebs sowie Darmkrebs einhergehen.
Testen Sie Ihr familiäres Darmkrebsrisiko
Krebskrankheiten können nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Gerade für die von einer Krebserkrankung Betroffenen und ihre Familien ist es wesentlich, dass sie nicht von ihrem bisherigen Freundes- und Bekanntenkreis isoliert werden. Die Diagnose "Krebs" ist in unserer Gesellschaft nach wie vor mit einer durch nichts gerechtfertigten Stigmatisierung verbunden.
In der Tat hat in Deutschland die Neuerkrankungsrate für Krebs während der letzten Jahre deutlich zugenommen. Seit 1980 hat die Zahl der Krebserkrankten bei Frauen um 35 Prozent und bei Männern um 80 Prozent zugenommen. Erfreulicherweise ist die Sterblichkeit aber nicht weiter angestiegen, sondern hat abgenommen. Krebs ist eine "Alterserkrankung". Die Zunahme der Krebserkrankungen ist durch den demographischen Wandel (immer älter werdende Bevölkerung) erklärt.
Je älter wir werden, desto höher ist unser Risiko an einem Krebsleiden zu erkranken. Im jüngeren Alter sind Krebserkrankungen deutlich seltener. Die in dieser Altersgruppe typischerweise auftretenden Krebsarten (z.B. Leukämien, Lymphknotenkrebs, Hodenkrebs) verlaufen aggressiver als andere Krebsarten, lassen sich aber auch besser medikamentös behandeln. Das Erkrankungsalter ist hinsichtlich der Aggressivität nicht der entscheidende Faktor. Entscheidend, ob ein Krebs langsamer oder schneller wächst, ist die Art und der Typ der Erkrankung. So haben z.B. Prostatakarzinome in der Regel ein langsameres Wachstumsverhalten als Pankreaskarzinome. Das Verhalten einer Krebserkrankung wird darüber hinaus von der Differenzierung ("Entartungsgrad" der Zellen) und dem Vorliegen bestimmter Mutationen bestimmt.
Bevölkerungsbezogene Untersuchungen zeigen, das Männer ein deutlich höheres Risiko haben an Krebs zu erkranken und daran zu sterben. Wesentlicher Grund hierfür ist allerdings nicht der genetische Unterschied zwischen Männern und Frauen, sondern in erster Linie die unterschiedlichen Lebensstile (z.B. höhere Raucherquote, höhere Rate an Alkoholgebrauch u.ä.). Auch die unterschiedliche Bewertung und Akzeptanz von Vorsorgeempfehlungen, z.B. zur Prostata- und Darmkrebsfrüherkennung hat Auswirkungen auf die Sterblichkeit bei diesen Erkrankungen. 2004 nutzen nur 18,3 Prozent aller Männer die angebotenen Vorsorgeprogramme, bei den Frauen lag der Anteil bei 46,8 Prozent.
Die Rolle von Umweltfaktoren bei der Krebsentstehung wird überschätzt. Nachgewiesen sind nur wenige Einzelstoffe, wie Asbest, bestimmte Schwermetalle und organische Verbindungen, die in höheren Konzentrationen Krebserkrankungen auslösen können. In Deutschland existieren hierzu gesetzlich vorgegebene Grenzwerte. Eine viel größere Bedeutung für die Krebsentstehung hat der individuelle Lebensstil. Ganz im Vordergrund steht dabei das Rauchen, das ein wesentlicher Risikofaktor für eine Vielzahl von Krebserkrankungen ist. Andere mit dem Lebensstil zusammenhängende ungünstige Faktoren sind u.a. Übergewicht, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkoholkonsum und Stress.
Für Alkohol (v.a. Rotwein) finden sich immer wieder Pressemeldungen, die eine positive Einwirkung auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschreiben. Letztendlich gesichert sind diese Annahmen nicht. Zweifelsfrei gesichert ist dagegen die schädigende Wirkung von Alkohol bei regelmäßigen Konsum und in höheren "Dosen". Bezüglich einer Minderung des Krebsrisikos ist Alkohol (auch in vertretbaren Mengen) ohne Bedeutung. Im Gegenteil: Bei bestimmten Krebserkrankungen, wie z.B. Mund- und Rachenkarzinome, Speiseröhren-, Magen- und Bauchspeichedrüsenkarzinome ist regelmäßiger Alkoholkonsum ein eindeutiger Risikofaktor.
Weibliche Geschlechtshormone (Östrogene, Gestagene) beeinflussen die Entstehung und den Verlauf einer Brustkrebserkrankung. Aus großen bevölkerungsbezogenen Studien ist bekannt, dass kinderlose Frauen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben. Auch das Stillen und die Dauer der Stillperiode scheint für das individuelle Risiko von Bedeutung zu sein. Die Auswertung von Daten weltweiter Untersuchungen (Lancet 360, 2002, siehe auch Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) zeigte, dass Frauen mit Brustkrebs durchschnittlich weniger Geburten hatten als Frauen ohne Brustkrebs (2,2 gegenüber 2,6). Der Anteil der Mütter, die gestillt hatten, unabhängig von der Stilldauer, war in der Brustkrebs-Gruppe durchschnittlich niedriger als in der Gruppe ohne Brustkrebs (71 Prozent gegenüber 79 Prozent).
In der Presse finden sich immer wieder Meldungen – von unterschiedlicher Seriosität –, die über spezielle Krebsrisiken berichten. In aller Regel sind diese Schlagzeilen auf unbewiesene Einzelmeinungen zurückzuführen und halten selbst einer oberflächlich durchgeführten wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. So ist es auch im o.g. Fall. Die "Studie", die zu dieser Pressemeldung führte, wies so viele methodische Mängel und unbewiesene Annahmen auf, dass ihre Aussagekraft erheblich anzuzweifeln ist. Gesicherte Hinweise für den ursächlichen Zusammenhang von engen BHs und Brustkrebs sind nicht vorhanden.
Krebs ist nicht "psychisch" bedingt. Allerdings scheinen seelische Faktoren, z.B. über die Beeinflussung des Immunsystems, einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Zeitpunkt einer Krebsmanifestation und auch auf den Verlauf der Erkrankung zu haben.
Krebs ist eine Erkrankung des ganzen Organismus – nicht nur des rein "körperlichen" Teils.
Die Art der individuellen Auseinandersetzung mit der Krebsdiagnose und die Art der individuellen Krankheitsbewältigung haben Einfluss auf die Krebssymptome, die Ausprägung von Therapie assoziierten Nebenwirkungen, die Lebensqualität und nicht zuletzt auch auf den Krankheitsverlauf. Durch speziell ausgebildete Psychoonkologen (Ärzte und/oder Psychologen) werden die Patienten dabei unterstützt.
Für die häufigsten Krebsarten (z.B. Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs) ist die radikale Tumorentfernung durch eine Operation die entscheidende Therapie. Ein hoher Anteil der Krebserkrankungen lässt sich damit heilen. Krebserkrankungen des Blutes (Leukämien), des Knochenmarkes und des Abwehsystems (Lymphknotenkrebs) können durch Operationen nicht geheilt werden, da die kranken Zellen im ganzen Körper verteilt sind. Durch Chemotherapie, häufig in Kombination mit Immuntherapien lassen sich allerdings auch bei diesen Erkrankungen hohe Heilungsraten erreichen.
Ausgehend von einer zunächst lokalen Krebserkrankung (z.B. im Darm) dringen einzelne Krebszellen in die dortigen Lymph- und Blutgefäße ein und werden so über den Blut- oder Lymphstrom in andere Körperregionen verschleppt. In Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren bilden sie dort u.U. neue Absiedelungen des primären Tumors, sog. Metastasen (z.B. Lebermetastasen bei Darmkrebs).
Aus dem biologisch medizinischen Verständnis heraus handelt es sich aber weiterhin um die gleiche Erkrankung. Man spricht daher z.B. bei Lebermetastasen nicht von "Leberkrebs" sondern von Metastasen des Darmkrebs. Gleiches gilt auch für die Therapie. So werden z.B. Lymphknotenmetastasen bei Brustkrebs nicht wie ein primärer „Lymphknotenkrebs", sondern nach den Prinzipien der Brustkrebsbehandlung therapiert.
Große bevölkerungsbezogene Untersuchungen haben gezeigt, dass der individuelle Lebensstil wesentliche Auswirkungen auf das Risiko an Krebs zu erkranken hat. Faktoren, die dazu beitragen das Krebsrisiko zu vermindern, sind:
- Nicht rauchen
- Regelmäßig Sport und Bewegung
- Kein Übergewicht
- Wenig Alkohol
- Ausgewogene Ernährung (reich an Gemüse, Obst und Ballaststoffen)
- Reduktion des Fleischverzehrs (v.a. Schweine- und Rindfleisch)
Durch relativ einfache Formen der Selbstuntersuchung ist es möglich Brust- und Hautkrebs bereits im Frühstadium zu erkennen:
- Brustkrebs: Eine monatliche Abtastung beider Brüste und der Achseln auf Knoten und Verhärtungen (nach Anleitung durch den Hausarzt oder Frauenarzt)
- Hautkrebs: Eine monatliche Inspektion der Haut und sichtbaren Schleimhäute auf auffällige Hautveränderungen.
Fragen zur Selbstuntersuchung beantwortet Ihnen auch Ihr Hausarzt.
In Deutschland werden folgende Krebsvorsorgemaßnahmen von den gesetzlich Krankenkassen übernommen:
- Früherkennung Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
- Früherkennung Hautkrebs
- Früherkennung Prostatakrebs
- Früherkennung Darmkrebs
- Früherkennung Brustkrebs (Mammographie-Screening)
Jede Untersuchung zur Krebsfrüherkennung kann neben Nutzen (z.B. Senkung der Sterblichkeit, der Krankheitshäufigkeit oder der Krankheitsbeschwerden) auch Risiken (z.B. falsche Diagnose, unnötige Untersuchungen, Unsicherheit und Ängste) mit sich bringen. Nutzen und Risiken von Vorsorgemaßnahmen zur Krebsfrüherkennung werden daher von Wissenschaftlern, aber auch in der Gesellschaft, kontrovers diskutiert. Für die im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung angebotenen Früherkennungsmaßnahmen überwiegt allerdings der Nutzen die möglichen Risiken. Die individuelle Entscheidung an einer Screening-Maßnahme teilzunehmen oder diese abzulehnen, sollte auf jedem Fall erst nach einem ausführliches Gespräch mit einem in der Krebsfrüherkennung erfahrenen Arzt erfolgen.
Für Männer ist die Krebsvorsorge ebenso sinnvoll wie für Frauen. Aus diesem Grund sollten auch Männer die im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zur Verfügung stehenden Screening-Angebote in regelmäßigen Abständen in Anspruch nehmen. Gerade beim Prostatakarzinom, der häufigsten Krebsart bei Männern, sind die Heilungschancen im frühen Stadium besonders hoch. Viele Männer gehen allerdings erst dann zum Arzt, wenn sie Krankheitssymptome bemerken und die Heilungschancen bereits wesentlich geringer sind.
Im Internet finden sich sehr viele Informationen zu Krebs. Es ist jedoch nur bei einem geringen Teil der Webseiten sichergestellt, dass das Informationsangebot verständlich, medizinisch aktuell, frei von Fehlern und unseriöser Produktwerbung ist. Zum Teil werden auch gezielt Desinformationen zu Krebserkrankungen und neuen Therapiemethoden verbreitet, die Hilfesuchenden unseriöse Heilsversprechungen für viel Geld machen – die Erwartungen aber nie erfüllen. Einige verlässliche Online-Informationsquellen finden Sie unter "Weiterführende Informationen" am Ende der Seite.
Krebserkrankungen kann man nicht durch einfache Blutuntersuchungen (sog. Tumormarker) sicher erkennen. Wurde eine Krebserkrankung bereits durch Gewebsuntersuchungen diagnostiziert und behandelt, können Blutuntersuchungen unter Umständen nützlich sein, um einen Rückfall frühzeitig festzustellen und weitere Maßnahmen einzuleiten. Der Stellenwert einer Blutuntersuchung zur Früherkennung des Prostatakarzinoms bei Männern (Prostataspezifisches Antigen / PSA) ist weiterhin in der wissenschaftlichen Diskussion. Derzeit ist allerdings nicht eindeutig belegbar, dass die Durchführung eines PSA-gestützten Screenings zu einer Lebensverlängerung führt. Nutzen und Risken des Tests sollten in jedem Einzelfall in Form eines Aufklärungsgesprächs zwischen Arzt und Patient besprochen und gegeneinander abgewogen werden.
"Lange Zeit wurde Krebspatienten aus Angst vor drohender Überanstrengung und Komplikationen geraten, sich körperlich zu schonen und möglichst keiner sportlichen Betätigung nachzugehen. Inzwischen ist jedoch aus zahlreichen Untersuchungen bekannt, dass körperliche Aktivität bei einer Krebserkrankung hilft, das Befinden und die Lebensqualität zu steigern und die Prognose zu verbessern." (s. DKG Leitartikel "Körperliche Bewegung trotz Krebs – Wieviel darf, wieviel muss sein?"). Auch hinsichtlich der Ausübung der bisherigen beruflichen Tätigkeit ergibt sich durch die Diagnose einer Krebserkrankung nicht gleich eine Erwerbsunfähigkeit. Diesbezügliche Empfehlungen hängen von vielen individuellen Faktoren ab und sollten zwischen den Betroffenen und den behandelnden Ärzten ausführlich besprochen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass nahezu zwei Drittel der Krebspatienten ihre Arbeitstätigkeit wieder aufnehmen.
Von einer speziellen Krebsdiät ist dringend abzuraten!
Krebsdiäten und die vielfach beworbenen "Krebskuren" haben keinen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Krebserkrankung. Im Gegenteil, durch ein meist sehr einseitiges, unausgewogenes Nahrungsangebot schwächen sie den Körper zusätzlich. Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt eine ausgewogene, an Gemüse und Obst reiche Ernährung. Eine solche Ernährung enthält neben allen notwendigen Vitaminen und Spurenelementen auch eine ausgewogene Kalorien-Energie-Bilanz, um so einer ungünstigen, krebsbedingten Gewichtsabnahme entgegenzuwirken.
Krebs kann man durch eine Vitamintherapie weder heilen noch den Verlauf der Erkrankung nachhaltig beeinflussen! Seit vielen Jahrzehnten wird der positive Einfluss von Vitaminen als sog. "Antioxidantien" und "Fängern von freien Radikalen" auf Krebserkrankungen propagiert. Am häufigsten eingesetzt werden hochdosierte Vitamin C-Infusionen. Alle bisherigen seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen konnten eine Nutzen von Vitaminen in dieser Hinsicht nicht belegen. Extern zugeführte, hochdosierte Vitamine sind nicht harmlos. Vitaminbehandlungen (v.a. mit den Vitaminen A, D, E und K) können zu Schädigung der Leber und anderer Organe führen. Mit einer ausgewogenen, an Gemüse und Obst reichen Ernährung ist der Bedarf an Vitaminen auch bei Krebspatienten ausreichend abgedeckt.
Schmerzen sind ein häufiges Symptom bei Krebserkrankungen. Durch den richtigen Einsatz und die Kombination von Schmerzmedikamenten lassen sich jedoch auch sehr starke Krebsschmerzen gut behandeln.
Aus ärztlicher Sicht ist eine optimale Schmerztherapie immer eine besondere Herausforderung, die einer besonderen Ausbildung und Erfahrung bedarf, da Nutzen und Risiken der Therapie gegeneinander abgewogen werden müssen. Untersuchungen haben gezeigt, dass von vielen Ärzten der Einsatz von stärkeren Schmerzmittel (Opiate) zu lange hinausgezögert wird oder Dosierungen und Kombinationen gewählt werden, die nur unzureichend die Krebsschmerzen lindern. In der Schmerztherapie besonders ausgebildete Ärzte sind z.B. Onkologen, Anästhesisten und Palliativmediziner.
Die Medikamente, die im Rahmen einer Chemotherapie zum Einsatz kommen sind Zellgifte (Zytostatika), die auch gesunde Körperzellen in einem gewissen Umfang schädigen. Der schädigende Effekt ist bei Krebszellen allerdings deutlich stärker ausgeprägt, da diese aufgrund ihres raschen Wachstums- und Teilungsverhaltens viel empfindlicher auf die Zytostatika reagieren. Im Rahmen der Chemotherapie werden die Medikamente hinsichtlich ihrer Dosierung und der zeitlichen Abfolge so eingesetzt, dass die Nebenwirkungen auf die gesunden Zellen möglichst gering und der schädigende Effekt auf die Krebszellen möglichst groß ist. Auch stehen seit einigen Jahren unterstützende Arzneimittel zu Verfügung mit denen es gelingt typische Nebenwirkungen der Chemotherapie wie Übelkeit, Erbrechen, Abwehrschwäche zu vermeiden.
Auch "biologische" Therapien (Hyperthermie, Entgiftungen, Naturheilkunde, Traditionell Chinesische Medizin) sind häufig nicht so "sanft" wie sie angepriesen werden. Neben den nicht unerheblichen Kosten bergen diese, meist alternativ oder komplementär zur Schulmedizin eingesetzten Behandlungsverfahren, eigene Risiken und Nebenwirkungen. Eine nachvollziehbare Wirksamkeit dieser Verfahren in der Krebstherapie konnte durch Untersuchungen nicht belegt werden. Der Einsatz von alternativen oder komplementären Behandlungsmethoden sollte, wenn überhaupt, nur nach einer ausführlichen Beratung und Aufklärung erfolgen. Nicht zu vertreten ist das Aufschieben oder gar der Verzicht auf medizinisch angezeigte, sinnvolle Therapiemaßnahmen zugunsten einer "alternativen" Behandlung.
Eine Wunderpille gegen Krebs ist trotz der in der Presse häufig gemeldeten Erfolge und Durchbrüche leider nicht in Aussicht!
Forschungserkenntnisse weisen im Gegenteil darauf hin, dass der Krebsentstehung und dem Verlauf der Erkrankung sehr komplexe Vorgänge zugrunde liegen. Daher sind spektakuläre Fortschritte, so wie sie z.B. mit der Einführung der Antibiotika erreicht wurden, sehr unwahrscheinlich. Ähnlich wie bei der komplexen Problematik des Alterns, werden wir uns darauf einstellen müssen, dass wir den Krebs, wie auch den Tod, nicht besiegen, sondern mit ihm leben müssen.