Durch Zecken übertragbare Krankheiten: FSME und Lyme-Borreliose
Zecken übertragen die Erreger insbesondere von zwei Infektionskrankheiten. Die FSME-Viren (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und die Lyme-Bakterien (Borrelia burgdorferi), Erreger der Lyme-Borreliose.
Während die Lyme-Borreliose praktisch deutschlandweit überall dort vorkommt, wo es Schildzecken (gemeiner Holzbock) gibt, ist das Vorkommen des FSME-Virus überwiegend auf bestimmte Naturherde - sogenannte Risikogebiete - konzentriert. In diesen Naturherden sind bis zu fünf Prozent der dortigen Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Betroffen sind vor allem
- Baden-Württemberg,
- Bayern,
- Thüringen,
- Rheinland-Pfalz
- und einige Landkreise in Hessen.
Risikogebiete
FSME
In Bayern sind 78 von 96 Landkreisen bzw. kreisfreien Städten inzwischen als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Damit zählen die meisten Kreise und Städte Bayerns zu den Risikogebieten.
Für die Einschätzung des Risikos werden die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner in den letzten fünf Jahren herangezogen. Zusätzlich wird das Infektionsrisiko sämtlicher umliegender Kreise berücksichtigt; schließlich beachten die Zecken keine Kreisgrenzen!
Borreliose
Das Vorkommen der Lyme-Borrelien ist nicht auf Risikogebiete beschränkt. Eine Infektion ist in Bayern überall dort möglich, wo Schildzecken vorkommen. In Bayern ist etwa jede 4. Zecke mit Lyme-Borrelien infiziert. Mit 60.000 - 100.000 Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr, bzw. etwa 10.000 erkrankten Menschen in Bayern, ist die Borreliose, die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit.
Schutzmöglichkeiten
FSME
Vor der FSME kann man sich mit einer gut verträglichen Impfung schützen. Die aus drei Impfungen bestehende Grundimmunisierung vermittelt einen sicheren Impfschutz. Bei erneutem oder permanentem FSME-Risiko ist alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischimpfung erforderlich. Auch für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr steht ein gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung. Eine Impfempfehlung ist vor allem für Personen auszusprechen, die sich ständig oder vorübergehend in FSME-Risikogebieten aufhalten beziehungsweise ein berufliches Expositionsrisiko tragen, wie z.B. Forstarbeiter, Jäger oder Landwirte. Eine FSME-Infektion kann sich sieben bis 14 Tage nach einem Zeckenstich mit unspezifischen Anzeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und leichten Magen-Darm-Beschwerden, ähnlich einer Sommergrippe, manifestieren. Nach etwa acht beschwerdefreien Tagen zeigt sich bei ca. 10 Prozent der Erkrankten eine Hirnhaut- und / oder Gehirn- und / oder Rückenmarksentzündung.
Borreliose
Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung. Infolge der weiten Verbreitung von Borrelien-infizierten Zecken sind Erkrankungen wesentlich häufiger. Frühzeichen einer Infektion mit Borrelien ist eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle, die meist nach ein bis drei Wochen auftritt und sich zentrifugal ausbreitet, weshalb sie auch "Wanderröte" genannt wird. Das Hautgebiet um die Einstichstelle sollte daher etwa vier bis sechs Wochen lang täglich auf das Auftreten dieser Hautrötung kontrolliert werden. Wenn sie erscheint, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Unerkannte Infektionen können weitere Erkrankungen insbesondere am Nervensystem, den Gelenken und der Haut hervorrufen.
Schutz gegen Zeckenstiche
Ein Schutz gegen Zeckenstiche ist wichtig! Wer sich viel in der freien Natur aufhält, sollte zeckendurchseuchte Gebiete meiden, auf möglichst geschlossene, helle Kleidung (darauf lassen sich Zecken leichter entdecken) achten und sich selbst und die Kinder nach Aufenthalt in Wald, Wiese und Gebüsch, aber auch in Gärten oder Parkanlagen intensiv nach den Blutsaugern absuchen. Unbekleidete Körperstellen können mit Anti-Zecken Mitteln eingerieben werden. Nach Zeckenstich ist es sehr wichtig, die Zecke zügig zu entfernen, da die Wahrscheinlichkeit einer Erregerübertragung mit der Dauer des Saugakts zunimmt. Zur Entfernung fasst man die Zecke am besten mit einer stabilen spitzen Pinzette möglichst dicht über der Haut und zieht sie langsam heraus. Auch andere Werkzeuge wie Zeckenkarten oder Zeckenschlingen können nach Angabe des Herstellers zur Zeckenentfernung eingesetzt werden. Steht kein geeignetes Werkzeug zur Verfügung, kann die Zecke auch mit den Fingernägeln herausgezogen werden.
Weiterführende Informationen
Links
- Informationen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
- Karte der FSME-Risikogebiete in Bayern (PDF, 279 KB) - Quelle: Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 17/2011 (Stand April 2011)
- Geimpft-geschützt
- Informationen des Robert Koch-Instituts zu Borreliose
- Informationen des Robert Koch-Instituts zu FSME
-
Epidemiologische Aspekte zeckenübertragener Erkrankungen in Bayern: Abschlussbericht der Studie aus dem Jahr 2004 zur Lyme-Borreliose (
384 KB)
- Infektionsschutzgesetz (IfSG)
