Hygiene
Das Fachgebiet der Hygiene befasst sich schwerpunktmäßig mit der Prävention von Infektionen und umweltbedingten Gesundheitsrisiken. Die Verbesserung hinsichtlich der Hygienestandards hat wesentlich dazu beigetragen, dass Krankheiten wie Diphtherie oder Kinderlähmung zurückgedrängt wurden.
Heutzutage liegt im Zentrum der Beobachtung die Krankenhaushygiene. Vor allem in Gesundheitseinrichtungen erworbene (sogenannte nosokomialen) Infektionen belasten den Erfolg medizinischer Maßnahmen. Infektionen mit antibiotikaresistenten Erregern nehmen deutlich zu und stellen ein weltweites Problem dar. Diese nosokomialen Infektionen können nicht vollständig vermieden werden, lassen sich jedoch durch Hygienemaßnahmen um bis zu 20 bis 30 Prozent verringern. Dabei sind auch Bereiche außerhalb medizinischer Einrichtungen betroffen; Krankheitserreger können auch hier erworben und verbreitet werden.
Unabhängig vom Ort der Infektion ist der Mensch häufig Infektionsreservoir bzw. Überträger von Infektionen. Dazu kommen Lebensmittel und unbelebte Flächen, auf oder in denen Krankheitserreger lange Zeit überleben und über die Hände wieder aufgenommen werden können. Gerade deshalb haben solch einfach erscheinende Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen, einen so hohen präventiven Stellenwert und sind wegen ihrer sofortigen Anwendbarkeit nicht zuletzt beim Auftreten von Pandemien wichtig für die Gesundheit der Bevölkerung. Aus diesem Grund ist es wichtig, ein sinnvolles Risikomanagement zu gestalten, durch Identifikation und Abschätzung der gesundheitlichen Risiken, als auch durch das Erreichen einer grundlegenden Risikobewertung.
Empfehlungen für Hygienemaßnahmen gibt in Deutschland die unabhängige Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO), die am Robert Koch-Institut ansässig ist. Die rechtliche Grundlage der KRINKO findet sich im Infektionsschutzgesetz.
