Zur Startseite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit

Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Rauchfrei nach Hause!?

Implementierung und Evaluation eines klinischen Tabakentwöhnungsprogramms in bayerischen Reha-Kliniken

Tabakentwöhnung ist für die Behandlung vieler chronischer Erkrankungen elementar und sollte daher Rauchern mit diagnostizierten Erkrankungen, die auf das Rauchen zurückzuführen sind, angeboten werden. Ein Klinikaufenthalt bietet hierfür einen idealen Zeitpunkt. Das Interesse der Kliniken, allen Rauchern Unterstützung anzubieten, ist vorhanden, jedoch scheitert das Angebot effektiver Hilfsmaßnahmen für Raucher oft an organisatorischen Gegebenheiten der Kliniken. Patienten sind meist nicht lange genug in der Reha-Klinik oder in der Behandlung werden anderweitige Schwerpunkte gesetzt. Die bisher verfügbaren Programme sind nicht auf den Klinikalltag abgestimmt und nicht auf die unterschiedliche motivationale Ausgangslage der Patienten ausgerichtet.

Das Programm "Rauchfrei nach Hause!?" wurde von der IFT-Gesundheitsförderung speziell für den Einsatz in Rehabilitationskliniken entwickelt und hat sich bereits im Klinikalltag bewährt. In bayerischen Kliniken werden Multiplikatoren aus dem therapeutisch tätigen Personal als Kursleiter geschult und das „Rauchfrei nach Hause!?“-Programm, etabliert.

Projektbeschreibung

In 20 bayerischen Kliniken wird das therapeutisch tätige Personal als Multiplikator geschult und das Rauchfrei Programm in der Klinikversion etabliert. Die teilnehmenden Patienten werden zu Beginn, am Ende ihres stationären Aufenthaltes sowie 12 Monate danach zu ihrem Rauch- und Aufhörverhalten, ihrer Befindlichkeit etc. befragt. Erwartet wird eine nachhaltige Reduktion der Raucherquote bei den teilnehmenden Patienten um 30 Prozent.

Das Programm zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Niederschwelliger Zugang:
    Das Programm richtet sich an alle rauchenden Patienten, egal ob sie mit dem Rauchen aufhören wollen, dem Rauchstopp ambivalent oder kritisch gegenüber stehen.
  • Offene Programmstruktur:
    Teilnehmer können zu jedem Zeitpunkt mit dem fortlaufenden Programm beginnen. Somit ist sichergestellt, dass jeder Patient immer an dem Programm teilnehmen kann und nicht darauf warten muss, dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt genügend Patienten für einen Gruppenstart gemeldet haben.
  • Kompakter Zeitrahmen:
    Das Programm besteht aus sechs Sitzungen à 60 Minuten. Bei zwei Sitzungen pro Woche ist ein Programmdurchlauf innerhalb von drei Wochen möglich.
  • Manualisiertes Vorgehen:
    Für die Kursleiter liegt ein detailliert ausgearbeitetes Manual zur Durchführung des Programms vor. Optionale Materialien für die Teilnehmer können im Internet heruntergeladen werden.
  • Evidenzbasierung:
    Das Programm wurde in einer bundesweiten Studie erfolgreich evaluiert.
  • Hohe Akzeptanz bei Kursleitern.

Über eine Kooperation mit der "Helpline Bayern" ist es möglich, die Patienten auch nach dem Klinikaufenthalt über proaktive Telefonate weiter zu betreuen.

Ziel:

Ziel des Implementierungsprojekts "Rauchfrei nach Hause!?" ist die Verbesserung der Versorgung rauchender Patienten in der medizinischen Rehabilitation.