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Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

Diagnostik und Verbesserung der Lebensqualität von Patientinnen mit Brustkrebs

Bewertung eines Lebensqualitäts-Systems durch strukturierte Befragung von Patientinnen und ihren betreuenden Ärzten

Seit 2004 wurde in den Landkreisen Regensburg und Amberg-Sulzbach im Versorgungsgebiet des Tumorzentrums Regensburg ein System zur Diagnostik und Therapie der Lebensqualität von Patientinnen mit Brustkrebs (LQ-System) eingeführt und in einer randomisierten klinischen Studie wissenschaftlich untersucht. Alle Patientinnen erhielten die nach neuesten international und national anerkannten Erkenntnissen (S3-Leitlinie Brustkrebs) erforderlichen medizinischen Therapien.

Das LQ-System bedeutet eine erhebliche Ausweitung und Umorientierung der Patientenversorgung. In Ergänzung zur herkömmlichen Diagnostik wurde die Patientin direkt in den Prozess miteinbezogen, in dem sie zu festgelegten Zeitpunkten einen Fragebogen, der gemeinsam mit einer standardisierten Arztdokumentation der Studienzentrale übermittelt wurde, zur Lebensqualität ausfüllte.
Hier wurde aus den Patientinnenangaben ein Lebensqualität-Profil erstellt, das z.B. körperliche Leistungsfähigkeit und Familienleben graphisch darstellte. Werte kleiner als 50 (0=sehr schlecht, 100=sehr gut) signalisierten einen Behandlungsbedarf im jeweiligen Lebensqualität-Bereich. Dieses Profil wurde gemeinsam mit der aktuellen Arztdokumentation von fünf Experten, einem sozialpsychologischen und einem klinischen Psychologen, einer Gynäkologin, einem Allgemeinmedizinerin und einem Methodiker begutachtet, um eine therapeutische Empfehlung, ein sogenanntes Lebensqualität-Gutachten abzugeben. Dieses Lebensqualität-Gutachten wurde an den betreuenden Arzt zur weiteren Veranlassung versandt.
Als Lebensqualität verbessernde Therapien standen Physiotherapie, Psychotherapie, Schmerztherapie, Sozialberatung und Ernährung und körperliche Fitness zur Auswahl. Die Resonanz auf dieses Forschungs- und Betreuungsprogramm, finanziert vom StMUGV im Rahmen der Gesundheitsinitiative "Gesund.Leben.Bayern.", ist überaus positiv. Es konnten 5 Kliniken, 50 Arztpraxen, 80 Therapeuten unterschiedlicher Interventionstherapien und 200 Patientinnen im Rahmen des Projektes erreicht werden.

Ein Erfolg des Projektes besteht darin, dass Interventionstherapeuten, kontinuierlich an eigenen Qualitätszirkeln teilnehmen, um regelmäßig in Zusammenarbeit mit den Ärzten ihre angewandten Standards zu überprüfen, sowie weiterzuentwickeln.
Um nach Abschluss der Studie zu prüfen, wie Lebensqualität-Diagnostik und -Therapie sowohl bei den Ärzten aber auch bei den Patienten gewirkt hat, werden beide Gruppen mittels eines semistrukturiertes Interviews befragt.

Erwartete Ergebnisse:

Es werden detaillierte Erkenntnisse darüber erwartet, wie die Patienten das erste postoperative Jahr erlebt haben, welche Aspekte der Behandlung sie als positiv einschätzen, wo sie Verbesserungsbedarf sehen. Bei den Ärzten werden Informationen dazu erwartet, wie sie das LQ-System im Praxisalltag nutzen und wo ggf. Anpassungen an klinische Abläufe vorgenommen werden müssen.

Projektziel:

Insgesamt zielt dieses Projekt darauf ab, die Lebensqualität von Patienten im klinischen Alltag systematisch zu erfassen und die Lebensqualität von an Brustkrebs erkrankten Patientinnen zu verbessern. Die medizinischen Therapien sollen durch das Ergebnis der Studie ergänzt werden.

Projektträger:

Tumorzentrum Regensburg
Ansprechpartner: Frau Dr. Monika Klinkhammer-Schalke

Weiterführende Informationen

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