Gesund alt werden
Wir sind auf dem Weg zu einer Gesellschaft des langen Lebens: Wer heute mit 65 Jahren aus dem Berufsleben ausscheidet, hat meist noch viele Jahre vor sich; Männer durchschnittlich 17, Frauen 20 Jahre. Ein immer größerer Teil dieser Jahre wird in guter Gesundheit verbracht.
Rund 2,4 Millionen Menschen über 65 Jahren leben heute in Bayern, das entspricht 19 Prozent der Bevölkerung. Der Anteil dieser Altersgruppe wächst übrigens seit mehr als 100 Jahren. Ursache ist die erfreulicherweise kontinuierlich steigende Lebenserwartung. Doch Seniorinnen und Senioren sind keine einheitliche Gruppe – im Gegenteil: Die Verhältnisse im Alter sind so vielgestaltig wie die Lebensgeschichten, die zugrunde liegen. Viele Menschen nutzen die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben kreativ – mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen. Im Engagement in Vereinen und Verbänden, in der Betreuung von Enkeln oder der Pflege von Angehörigen leisten sie einen unschätzbaren Beitrag für die Gesellschaft. Mit höherem Alter lässt die Kraft jedoch oft nach, gesundheitliche Beeinträchtigungen nehmen zu; es ist die Zeit des "Wenigerwerdens“. Hochbetagte, über 80-Jährige brauchen häufiger selbst Hilfe und Unterstützung, sie haben einen vergleichsweise hohen gesundheitlichen Versorgungsbedarf. Doch in allen Lebensphasen zeigt sich: So lange die soziale Einbindung gewährleistet ist, haben gesundheitliche Beeinträchtigungen weniger Einfluss auf die Lebenszufriedenheit. Gesundes Älterwerden ist also nicht allein eine Frage körperlicher und seelischer Gesundheit, sondern auch von Lebenseinstellung und Lebensgestaltung. Der Einzelne und die Gesellschaft können viel dazu beitragen, dass dies gelingt.
