Aktiver Schutz der Alpen
Unter dem deutschen Vorsitz der Alpenkonferenz und unter aktiver Beteiligung des Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, fand bereits im März 2007 die Gründungssitzung der Plattform "Ökologischer Verbund" statt. An der Sitzung nahmen neben den Vertretern der Vertragsparteien auch wichtige Nichtregierungsorganisationen teil. Die Plattform baut auf dem landesweiten Biotopverbund BayernNetz Natur auf und setzt eine wichtige Vorgabe der "Bayerischen Biodiversitätsstrategie" um, die im April 2008 vom Bayerischen Ministerrat beschlossen wurde.
Ziel dieser Plattform ist die Verwirklichung eines grenzübergreifenden ökologischen Netzwerkes. Es beinhaltet u. a. die Erweiterung und Ergänzung von grenzübergreifenden Schutzgebieten unter der Berücksichtigung der NATURA 2000-Gebiete, die Abstimmung und Vernetzung von umweltrelevanten Maßnahmen in Bezug auf Arten und Habitate im gesamten Alpenraum. Außerdem soll relevante Forschung angeregt und umgesetzt werden sowie die Ergebnisse in das Alpenbeobachtungs- und -informationssystem eingebunden werden. Einige Pilotregionen haben bereits mit dem räumlichen Verbund begonnen, wie z.B. der deutsche Nationalpark Berchtesgaden, mit dem Naturschutzgebiet Kalkhochalpen in Österreich.
Mit der XI. Alpenkonferenz ging der Vorsitz der Plattform von Frankreich auf Deutschland über. Operativ hat hierbei das StMUG mit Unterstützung durch das BMU die Plattformleitung übernommen. Schwerpunkte der Tätigkeit sind unter anderem eine alpenweite Konnektivitätsanalyse und konkrete Umsetzungsmaßnahmen in Pilotregionen (u.a. Berchtesgaden-Salzburg).
Projekt "ECONNECT"
Eine konkrete Umsetzungsmaßnahme der Plattform "Ökologischer Verbund" stellt das dreijährige Projekt ECONNECT dar, das im Juli 2008 die Zusage für eine EU-Förderung aus dem Programm Europäische Territoriale Kooperation Alpenraum 2007-2013 erhalten hat. Das Projekt hat die Tatsache aufgegriffen, dass wandernde Tier- und Pflanzenarten nicht an Grenzen von Schutzgebieten oder Nationalparken Halt machen, sondern eine auf vielen Ebenen durchlässige Landschaft zum Leben benötigen. Es wendet sich mit seinen Ergebnissen daher an die verschiedenen Landnutzer und versucht deren Raumansprüche mit denen zur Schaffung von Verbindungen und der Vernetzung von Lebensräumen in den Alpen in Einklang zu bringen. Es wurden neue Methoden und Ansätze für grenzüberschreitende "ökologische Brücken" geschaffen und verteilt über den ganzen Alpenbogen eine Reihe von konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Verbundsituation umgesetzt – eine wichtige Grundlage für den Erhalt der Biodiversität. Die durch ECONNECT in den sieben Pilotregionen verankerte Zusammenarbeit zwischen Schutzgebietsverwaltungen, Kommunen und anderen Landnutzern wird über das Projekt hinaus z. B. in Form einer Stiftung oder von regionalen Arbeitsgruppen weitergeführt. Die entwickelten Instrumente (zum Beispiel eine über Internet verfügbare geografische Informationsplattform) werden im Rahmen von anderen Initiativen weiter entwickelt und verfügbar gehalten.
